Glossario
Guida all'ascolto



Bastien und Bastienne

Singspiel in un atto, K1 50 (K6 46b)

Testo del libretto

[Ouverture]
Un villaggio; sul fondo la campagna.
Scena prima
Bastiana sola
[N° 1 – Aria]
BASTIANA
Mein liebster Freund hat mich verlassen
Mit ihm ist Schlaf und Ruh dahin
Ich weiß vor Leid mich nicht zu fassen
Der Kummer schwächt mir Aug und Sinn.
Vor Gram und Schmerz erstarrt das Herz,
Und diese Not bringt mir den Tod.
Il mio adorato amico m’ha lasciata,
con lui sonno e pace sono svaniti.
Per il dolore non mi so frenare,
l’affanno m’indebolisce occhio e mente.
Di pena e tormento mi si gela il cuore,
e quest’angoscia mi dà la morte.
[parlato]
BASTIANA
Du fliehst von mir, Bastien? Du verläßt deine
Geliebte? O, das ist keine Art. Deine Treue gehört
mir. Ich habe dein Wort, und du vergißt dein
Versprechen? Mein Bastien verläßt mich? Ich rufe ihn
ohne Unterlaß, aber vergebens. So oft ich an ihn
denke muß ich weinen, und ich denke an nichts als
an ihn. Der Treulose! um eines hübschern Gesichtes
willen kehrt er mir den Rücken? O Schmerz!
arme Liebe… gute Nacht!
Tu mi fuggi, Bastiano? Abbandoni la tua amata? Oh
non far così! Tu mi devi fedeltà. Ho la tua parola,
e tu scordi la tua promessa? Il mio Bastiano
m’abbandona? Lo chiamo senza posa, ma invano. Ogni
volta che lo penso, son costretta a piangere, e ad
altri non penso che a lui. Infedele! Per amore di un
visetto carino mi volge le spalle? Oh dolore! Povero
amore… buonanotte!
[N° 2 – Aria]
BASTIANA
Ich geh’ jetzt auf die Weide,
Betäubt und ganz gedankenleer
Ich seh zu meiner Freude
Nichts als mein Lämmerheer.

Ach! ganz allein
Voller Pein
Stets zu sein,
Bringt dem Herz
Nur Qual und Schmerz.
Adesso vado al pascolo,
stordita e tutta confusa;
unica gioia mi resta
il mio gregge d’agnelli.

Ah! Star sempre
sola, colma d’angoscia,
al cuore non porta
che tormento e dolore.
Scena seconda
Cola scende da un colle e suona la cornamusa. Bastiana, Cola
[N° 3 – Ingresso di Cola (orchestra)]
[N° 4 – Aria]
COLA
Befraget mich ein zartes Kind
Um sein zukünft’ges Glücke,
Les ich das Schicksal ihm geschwind
Aus den verliebten Blicke.

Ich sehe, bloß des Liebsten Gunst
Kann zum Vergnügen taugen.
Wie leicht wird mir die Zauberkunst
Bei zwei verliebten Augen!
Se una tenera fanciulla mi chiede
della sua futura felicità,
all’istante leggo la sua sorte
nello sguardo innamorato.

Sì, solo affetto dell’amato
può arrecare piacere.
Com’è semplice la magia
di fronte a due occhi innamorati!
[parlato]
BASTIANA
Guten Morgen, Herr Colas! Wolltest du mir wohl
einen Gefallen erweisen?
Buongiorno, signor Cola! Potresti farmi un favore?
COLA
Ja, mit Freuden, mein Herzchen. Laß hören, was
verlangst du von mir.
Sì, con gioia, cuoricino mio. Sentiamo che desideri
da me.
BASTIANA
Ich wünsche ein Mittel wider den Verdruß, der
mich nagt. Du als ein Zauberer kannst mir dasselbe
unfehlbar erteilen.
Vorrei un rimedio contro il tormento che mi divora.
Tu sei un mago, e di sicuro me ne puoi suggerire
uno.
COLA
Ja, ganz gewiß. Du hättest dich an keinen bessern
wenden können. O potz Stern! ich besitze wunderbare
Geheimnisse, zwei schönen Augen gutes
Glück zu prophezeien.
Sì, certo, certo. Non ti saresti potuta rivolgere a
nessuno migliore di me. Sei fortunata! Io possiedo
mirabili segreti per predire buona fortuna a due
begli occhi.
BASTIANA
Aber, Herr Colas, ich habe kein Geld. Du mußt
dich schon mit diesen Ohrbuckeln befriedigen, die
ich dir schenke. Sie sind von klarem Golde.
Ma, signor Cola, io non ho denaro. Ti devi
accontentare di questi orecchini che ti dono.
Son d’oro puro.
COLA
Geh, meine Tochter, mit deinem Ohrbuckeln. Tienti, figlia mia, i tuoi orecchini.
BASTIANA
Wie? du willst sie verschmähen? Come, vuoi rifiutarli?
COLA
Bei einem so hübschen Kinde, wie du bist, nehme
ich mit ein paar Busserln fürlieb.
Con una fanciulla graziosa come te mi bastano un
paio di carezze.
(Tenta di abbracciarla)
BASTIANA
Nicht, nicht, Herr Colas! Alle meine Busserl
sind für den Bastien aufgehoben. Sei so gut und
erlaube, daß ich von meine Heirat mit dir rede.
Was rätst du mir? Soll ich sterben?
No, no, signor Cola! Tutte le mia carezze le serbo
per Bastiano. Sii buono e permetti ch’io ti parli della
mie nozze. Che mi consigli? Devo morire?
COLA
Sterben, so jung? Ei beileibe nicht, das wäre ewig
schade.
Morire così giovane? Diavolo, no, no, sarebbe un
vero peccato.
BASTIANA
Aber alle Leute sagen, daß mich Bastien verlassen
hat.
Ma tutti dicono che Bastiano mi ha abbandonata.
COLA
Eh, mach dir deswegen keinen Kummer. Eh, non farne un dramma.
BASTIANA
Sollte es möglich sein? O Gluck! So hält er mich
noch für schön?
Sarebbe possibile? Oh sorte! Allora, mi ritiene
ancora bella?
COLA
Er liebt dich vom Grunde der Seele. T’ama dal profondo dell’anima.
BASTIANA
Und doch ist er mir ungetreu? Eppure m’è infedele?
COLA
Dein Bastien ist nur ein wenig flatterhaft. Sei ohne
Sorgen, mein liebes Kind! deine Schönheit hält ihn
fest.
Il tuo Bastiano è solo un po’ farfallone. Non crucciarti,
mia cara bambina! La tua bellezza lo tiene
avvinto.
BASTIANA
Aber, wenn er einmal mein Mann werden sollte?
O, zum Geier! so will ich mit keiner andern teilen,
weißt du das?
Ma, se un giorno sarà mio marito? Oh, perbacco!
Non vorrò dividerlo con nessun’altra, sai?
COLA
Sei ruhig! dein geliebter Gegenstand ist gar nicht
ungetreu. Er liebt nur den Aufputz.
Sta’ serena! Il tuo amato oggetto non è affatto
infedele. Ama solo la vanità.
BASTIANA
Den Aufputz? hat ihn wohl jemand besser ausstaffiert
als ich?
La vanità? qualcuno forse l’ha agghindato meglio
di me?
[N° 5 – Aria]
BASTIANA
Wenn mein Bastien einst im Scherze
Mir ein Blümchen sonst entwand,
Drang mir selbst die Lust durch’s Herze,
Die er bei dem Raub empfand.

Warum wird er von Geschenken
Einer andern jetzt geblendt?
Alles, was nur zu erdenken
Ward ihm ja von mir gegönnt.

Meiereien, Feld und Herden
Bot ich ihm mit Freuden an.
Jetzt soll ich verachtet werden,
Da ich ihm so viel getan?
Quando un dì per scherzo il mio
Bastiano mi carpì un fiorellino,
mi penetrò in cuore la gioia
che provava nel suo furto.

Perché ora si fa incantare
dai doni di un’altra?
Tutto l’immaginabile
egli si ebbe da me.

Fattorie, campi e greggi
gli ho offerto con gioia.
Devo ora sentirmi sprezzata?
e tanto ho fatto per lui?
[parlato]
COLA
O, die Edelfrau vom Schloß weiß ihn noch besser
zu verpflichten. Um ihn an sich zu ziehen, erwidert
sie seine Höflichkeiten mit den köstlichsten
Geschenken. Kann es uns wohl an Liebhabern
fehlen, wenn man die Gewogenheiten bezahlt?
Oh, la nobildonna del castello sa ben meglio
obbligarselo. Per attirarlo a sé, ricambia le sue
gentilezze con doni preziosi. Possono mancare gli
amanti se si ripagano le cortesie?
[N° 6 – Aria]
BASTIANA
Würd’ ich auch, wie manche Buhlerinnen,
Fremder Schmeicheleien niemals satt,
Wollt ich mir ganz leicht das Herz gewinnen
Von den schönsten Herren aus der Stadt.
Doch nur Bastien reizt meine Triebe,

Und mit Liebe wird ein andrer nie belohnt.
Geht, geht, geht! sag ich,

Geht und lernt von meiner Jugend,
Daß die Tugend
Auch in Schäferhütten wohnt.
Fossi anch’io, come certe amanti,
mai sazia di nuove lusinghe,
facile mi sarebbe conquistare
il cuor dei più bei cittadini.
Ma solo Bastiano suscita le mie brame,

e il mio amore
nessun altro otterrà.

Ecco! dico, imparate dalla mia giovinezza
che la virtù
dimora anche nelle capanne dei pastori.
[parlato]
COLA
Gib dich zufrieden! Ich bin Bürge für deinen
Wetterhahn. Er wird zurückkehren, ich stehe dir dafür.
Aber du mußt dir eine andre Art angewöhnen. Du mußt
ein wenig arglistig, spaßhaft und leichtsinnig werden.
Ein Liebhaber wird zur Beständigkeit nicht leichter als
durch Scherz und Fopperei gebracht,
Datti pace! Mi faccio garante io per il tuo galletto.
Tornerà indietro, te l’assicuro. ma ti devi abituare
a comportarti diversamente. devi diventare un po’
maliziosa, allegrotta e spensierata. Non si rende
costante un innamorato meglio che con scherzi e
scene.
BASTIANA
Das wird schwer halten. Wenn ich ihn sehe, verliere
ich gleich Sprache und Stimme. Ich schau nur,
ob meine Ärmel weiß sind, ob das Krösel recht
in die Falten gelegt und das Mieder gerad eingeschnürt
ist, ob mein Rock sich wohl ausbreitet und
ob Schuh und Strümpfe sauber sind.
Sarà duro per me. Quando lo vedo, perdo parola e
voce. E guardo solo se le mie maniche sono bianche,
se sono a posto le pieghe del colletto ed è bene
allacciato il corsetto, se la gonna è ben tesa e se son
linde scarpe e calze.
COLA
Das taugt nichts. mein Kind. Einen Unbeständigen
urecht zu bringen, muß man selbst ein wenig
flatterhaft scheinen. Man muß sich stellen, vor dem
Liebsten zu fliehen, wenn man sich gleich herzlich
nach ihm sehnt. Schau, das ist die rechte Art: so
machen es die Damen der Stadt.
Non serve a nulla, bimba mia. Per portare un
incostante sulla buona strada, occorre essere un po’
farfalloni noi stessi. Si deve fingere di sfuggire
all’amato, anche se lo si desidera con tutto il cuore.
vedi, questa è la maniera giusta: così fanno le dame
cittadine.
[N° 7 – Duetto]

COLA
Auf den Rat, den ich gegeben
Sei, mein Kind, mit Fleiß bedacht.
Il consiglio che t’ho dato
consideralo con zelo, fanciulla!
BASTIANA
Ja, ich werde mich bestreben,
Ja, mein Herr, bei Tag und Nacht.
Sì, mi sforzerò
notte e dì, mio signore.
COLA
Wirst du mir auch dankbar leben? Mi serberai riconoscenza?
BASTIANA
Ja, mein Herr, bei Tag und Nacht. Sì, notte e dì, mio signore.
COLA
O die Unschuld! Dir zum Glücke,
Meide jetzt die finstern Blicke!
Nimm ein muntres Wesen an!
Oh che candore! per il tuo bene
evita ora i truci sguardi!
Prendi un’aria allegra!
BASTIANA
Ja, mein Herr, so gut ich kann! Sì, per quanto posso, mio signore!
Scena terza
Cola solo.
[parlato]
COLA
Dieses Liebhaberpaar ist wahrlich ein rechtes
Wunderwerk. Dergleichen Unschuld wird man
schwerlich anderswo als auf dem Lande finden.
In der Stadt ist man schon im Weishändel witziger,
und die Tochter weiß oft mehr als die
Mutter. Doch, da kommt unser Liebhaber, dieser
angenehme Gegenstand, welchen man den Junkern
vorzieht. Ihr eingebildeten Herzensbezwinger! Ihr
gespreizten Jungfernknechte! Das ist eine treffliche
Lektion für euch. Eure Schönen laufen den Bauern
nach, da man euch, gnädige Herren, kaum über die
Achsel anschaut.
Questa coppia di innamorati è davvero una meraviglia.
Tanta innocenza è difficile trovarla fuori dalla
campagna. In città son furbetti ancora in fasce, e
la figlia a volte ne sa più della madre. Ma ecco,
viene il nostro innamorato, quest’amabile oggetto
che viene preferito ai nobilotti. Rubacuori pieni
di vanità! Sofisticati cavalier serventi! Questa è
la giusta lezione per voi. Le vostre belle corrono
appresso ai contadini, mentre a voi, gentili signori,
dànno appena un’occhiatina.
Scena quarta
Cola, Bastiano.
[N° 8 – Aria]
BASTIANO
Großen Dank dir abzustatten,
Herr Colas, ist meine Pflicht;
Du zerteilst des Zweifels Schatten
Durch den weisen Unterricht.
Ja, ich wähle die zum Gatten,
Die des Lebens Glück verspricht.

In den angebot‘nen Schätzen,
Ist für mich kein wahr Ergötzen
Bastiennes Lieblichkeit
Macht mich mehr als Gold erfreut.
Renderti grandi lodi
è mio dovere, mastro Cola.
Tu dissipi l’ombre del dubbio
col tuo saggio insegnamento.
Sì, scelgo in sposa lei
che promette gioia per la vita.

Nei tesori profferti
non c’è godimento per me.
La grazia di Bastiana
mi fa più felice dell’oro.
[parlato]
COLA
Es freut mich, daß du endlich zu dir selber kommst,
daß du der leeren Schmeicheleien satt bist und mein
Zureden einmal stattfinden läßt. Doch du folgst meinem
Rat zu spät; das Weinlesen ist schon vorbei.
Son lieto che tu finalmente sia tornato in te, ormai
sazio di vuote smancerie, e ti sia finalmente tenuto
ai miei consigli. ma troppo tardi mi dài retta; la
vendemmia è già finita.
BASTIANO
Wie? das Weinlesen ist vorbei? Was will das sagen? Come? la vendemmia è finita? Che vuol dire?
COLA
Man hat dir den Abschied gegeben. T’han dato il benservito.
BASTIANO
Geh! du hast Lust mich zu foppen. Meine Bastienne
sollte mir ihr kleines liebes Herz entziehen?
Nein, dazu ist zu zärtlich. Sied gibt es gewiß
keinem andern.
Ma va’! tu vuoi prendermi in giro. La mia Bastiana
dovrebbe rifiutarmi il suo caro cuoricino? No, è
troppo amabile. Di cero, non lo dà a nessun altro.
COLA
Wenn sie es nicht gibt, so läßt sie sich’s doch nehmen. Se lei non lo dà, se lo lascia prendere, però.
[N° 9 – Aria]
BASTIANO
Geh! Du sagst mir eine Fabel.
Bastienne trüget nicht.
Nein, sie ist kein falscher Schnabel,
Welcher anders denkt als spricht.

Wenn mein Mund sie herzig nennet,
Hält sie mich gewiß für schön,
Und wenn sie vor Liebe brennet,
Muß die Glut von mir entstehn.
Va’! Mi narri una favola.
Bastiano non tradisce.
No, la sua bocca non mente,
pensa solo qual che dice.

Se la mia bocca la dice bella,
lei pure mi ritiene bello,
e se lei arde d’amore
nasce la me la fiamma.
[parlato]
COLA
Das kann sein; aber genug, daß deine Geliebte
einen andern Anbeter hat. Er ist höflich, artig, reich
und liebenswürdig.
Può essere; ma ti basti sapere che la tua amata
ha un altro pretendente: gentile, ammodo, ricco e
amabile.
BASTIANO
Ei der Henker! Wie sollte das zugegangen sein?
Und woher weißt du das?
Per il diavolo! Com’è potuto succedere? E tu,
come l’hai saputo?
COLA
Aus meiner Kunst. Dalla mia arte.
BASTIANO
Aus deiner Kunst? Dalla tua arte?
COLA
Freilich. Certo.
BASTIANO
Soll ich es glauben? ist das wahr? Devo crederlo? È vero?
COLA
Leider! es ist nur allzuwahr. Armer Nachbar! du
wirst es schon erfahren.
Purtroppo! è vero, verissimo. Povero vicino mio!
Lo saprai ben presto.
BASTIANO
O Potztausend! Wie bin ich so unglücklich! Oh per tutti i diavoli! Come sono infelice!
COLA
Da siehst du, daß es nicht allezeit gut ist, ein
schöner Knabe zu sein. Man will Liebste und
Reichtümer, alles im Überfluß haben, und ein
einziger guter Tag zieht oft hundert böse nach sich.
Come vedi, non è sempre un bene essere un bel
ragazzo. Si vogliono avere amanti e ricchezze,
tutto in quantità, e a volte un’unica bella giornata
ne porta con sé cento cattive.
BASTIANO
Der Zufall ist schrecklich für mich. Ich bin darüber
aus mir selbst… Liebster Herr Colas! Weißt du
kein Geheimnis, meine geliebte Bastienne wieder
zu bekommen?
Per me è un caso spaventoso. Sono fuori di me…
Caro signor Cola! Non conosci un segreto per
riconquistare la mia amata Bastiana?
COLA
Arme Kinder! ihr dauert mich. Ich sehe nichts
lieber, als wenn die Leute gut miteinander verstanden
sind. Warte einen Augeblick! Ich will mich in meinem
Zauberbuche nach deinem Schicksal erkundigen.
Poveri ragazzi! mi fate pena. Nulla mi soddisfa di
più che veder le persone comprendersi a vicenda.
Aspetta un momento! Voglio consultare sulla tua
sorte il mio libro magico.
(Tira fuori un libro dalla sua bisaccia e, fin che dura la lettura, fa ogni sorta di strani gesti, che spaventano Bastiano)
[N° 10 – Aria]
COLA
Diggi, daggi, schurry, murry,
horum, harum, lirum, larum,
raudi, maudi, giri, gari,
posito,
besti, basti, Saron froh,
fatto, matto, quid pro quo.
Digghi, dogghi, sciurri, murri,
horum, harum, lirum, larum,
raudi, maudi, ghiri, gari,
posito.
Besti, basti, Saron froh,
fatto, matto, quid pro quo.
[parlato]
BASTIANO
(spaventato)
Ist die Hexerei zu Ende? È finita la magia?
COLA
Ja, tritt nur näher! Tröste dich! Du wirst deine
Schäferin wieder sehen.
Sì, avvicinati pure! Consolati! Rivedrai la tua
pastorella.
BASTIANO
Aber darf ich sie auch anrühren? Ma posso avvicinarla?
COLA
Ohne Zweifel, wenn du kein Hackstock bist. Geh!
und nimm dein wahres Glück besser in Acht als
bisher.
Senza dubbio, se non sei una testa dura. Va’! e
prendi atto della tua vera fortuna meglio di quanto
hai fatto finora.
(Esce)
Scena quinta
Bastiano solo.
[N° 11 – Aria]
BASTIANO
Meiner Liebsten schöne Wangen
Will ich froh aufs neue sehn;
Bloss ihr Reiz stillt mein Verlangen,
Gold kann ich um sie verschmähn.

Weg mit Hoheit, weg mit Schätzen!
Eure Pracht wirkt nicht bei mir.
Nur ein Mädchen kann ergötzen
Hundertmal noch mehr als ihr.
Le guance belle dell’amor mio
ancora lieto rivedrò;
solo il suo fascino placa le mie brame,
per lei posso rifiutare l’oro.

Via la grandezza! via i tesori!
Il vostro fasto non vale per me;
solo la fanciulla mia sa darmi gioia
cento volte più di voi.

Scena sesta
Bastiano, Bastiana
[parlato]
BASTIANO
Da ist sie… Soll ich ihre Blicke fliehen?… Nein,
wenn ich davonlaufe, verliere ich sie ganz und gar.
Eccola… Devo fuggire i suoi sguardi?… No, se
me la batto, la perdo per sempre.
BASTIANA
Der Undankbare! Er hat mich gesehen. Ach! wie
klopft mir das Herz.
L’ingrato! Mi ha veduta. Ahimè! come mi batte il
cuore.
BASTIANO
Potztausend! Ich weiß nicht, was ich tun oder
lassen soll.
Per tutti i diavoli! Non so che devo fare o non fare.
BASTIANA
O weh! ohne dran zu denken, komme ich ihm auf
den Hals.
Ahimè! senza volerlo gli sto d’attorno.
BASTIANO
Es sei gewagt! Ich will frei mit ihr reden…Sieh da,
bist du zugegen? Schau, ich bin auch da… Aber
wie? Warum so beduft? Was fehlt dir? Was machst
du für Gesichter?
Si tenti. Voglio parlar con lei liberamente… Ma
guarda, sei proprio tu? Ecco, son qua anch’io…
Ma come? Perché sì cerea? Che ti succede? Che
razza di faccia è quella?
BASTIANA
Wer bist du? Geh! ich kenne dich nicht. Chi sei? Va’! non ti conosco.
BASTIANO
Was sagst du! Ach, Bastienne, betrachte mich
doch! Kennst du denn deinen Bastien nicht mehr?
Che dici? Ah, Bastiana, guardami dunque! Ma non
conosci il tuo Bastiano?
BASTIANA
Du wärest mein Bastien? O nein, der bist du
nimmer.
Tu saresti il mio Bastiano? Oh, no, tu non sei più
quello.
[N° 12 – Aria]
BASTIANA
Er war mir sonst treu und ergeben,
Mich liebte Bastien allein,
Mein Herze nur war sein Bestreben,
Nur ich, sonst niemand nahm ihn ein.
Das schönste Bild gefiel ihm nicht,
Auf mich nur war sein Blick gericht,
Ich konnt’ vor andern allen
Ihm reizen, ihm gefallen.
Auch Damen wurden nicht geschätzt,
Die oft sein Blick in Glut gesetzt.
Wenn sie Geschenke gaben,
Mußt’ ich dieselben haben;
Mich liebte er, nur mich allein.
Doch nun will er sich andern weihn.

Vergebens ist jetzt meine Liebe.
Mein Liebster, der sich mir entreißt
Verbittert die sonst süßen Triebe
Und wird ein Flattergeist.
M’era sempre fido e devoto;
Bastiano amava me sola.
Il mio cuore era il suo solo affanno,
io sola, nessun’altra l’attraeva.
Non gli piaceva l’immagine più bella,
solo a me si volgeva il suo sguardo.
Più di tutte io sapevo
sedurlo e piacergli.
E non apprezzava le donne
che spesso gli ardevan lo sguardo.
Se gli davano regali,
dovevo averli anch’io.
Amava me, me sola,
ma ora vuole ad altre donarsi.

Vano è adesso il mio amore.
Il mio amato, che mi evita,
amareggia i dolci impulsi di allora
e diventa un incostante.
[parlato]
BASTIANO
O, ich sehe schon, was dich verdrießt. Du glaubst,
ich habe mich verändert; allein du irrst. Es war ein
kleiner Hexenschuß von einem gewissen Poltergeiste;
aber der wackere Colas hat ihn schon vertrieben.
Oh, vedo bene cosa ti è dispiaciuto. Tu pensi che io
sia cambiato; ma ti sbagli. È stato un piccolo tiro
birbone di qualche spirito folletto; ma il coraggioso
Cola l’ha scacciato.
BASTIANA
Leere Entschuldigung! Wenn du verhext warst, so
bin ich verzaubert; und bei mir ist alle Kunst des
guten Colas vergebens. Ja, Bastien, für ein Übel
wie das meinige, ist gar kein Mittel.
Inutile scusa! Se tu eri stregato, allora io sono
incantata; ed è per me vana ogni arte del buon
Cola: Sì, per un male come il mio non esiste rimedio.
BASTIANO
Heirate! Der Ehestand heilt alle Zaubereien. Das
beste Mittel ist ein Mann.
Sposati! Il matrimonio guarisce ogni incantesimo.
Il rimedio migliore è un marito.
BASTIANA
Ein trefflicher Rath! Der Ehestand für sich selbst
macht schon lauter Sorgen. Kommt vollends ein
treuloser Mann dazu, so werden Not und Kummer
unerträglich! Und das sollte ein Heilungsmittel
sein? o pfui!
Ottimo consiglio! Il matrimonio già di per sé dà
grossi grattacapi. Se capita poi un uomo infedele,
diventano insopportabili crucci e affanni! E sarebbe
un rimedio questo? puah!
BASTIANO
Gut, weil du so eigensinnig bist, so tue, was du willst. Bene! se sei così testona, fa’ quel che ti pare.
[N° 13 – Duetto]
BASTIANO
Geh hin! dein Trotz soll mich nicht schrecken.
Ich lauf aufs Schloß, das schwör’ ich dir,
Und will der Edelfrau entdecken,
Mein Herz gehöre gänzlich ihr.
Läßt sie wie sonst sich zärtlich finden,
Will ich mich gleich mit ihr verbinden.
Va’! non mi turba la tua cocciutaggine,
corro al castello, te lo giuro;
alla nobildonna rivelerò
ch’è tutto suo il mio cuore.
Se al solito, si mostrerà cortese,
subito a lei mi unirò.
BASTIANA
Ich will mich in die Stadt begeben,
Anbeter treff’ ich da leicht an:
Wie eine Dam‘ will ich dort leben,
Die hundert Herren fesseln kann.
Und kann ich einen Schönen finden,
Will ich mich gleich mit ihm verbinden.
Mi recherò in città,
ben io troverò pretendenti!
Là vivrò come gran dama
che sa sedurre cento signori.
E se uno bello ne troverò,
subito a lui mi unirò.
BASTIANO
Ich werd in Gold und Silber prahlen,
Und eine Liebste voller Pracht
Wird die Gewohnheit bezahlen,
Wodurch mein Blick sie glücklich macht.

Mir ihre Schätze zu verbinden,
Soll sie mich gar nicht spröde finden.
Brillerò d’oro e d’argento,
e una stupenda amante
ripagherà la mia maniera
d’allietarla con lo sguardo.

A capirne le bellezze
non sarò certo ritroso.
BASTIANA
Den Schönen sind die Kostbarkeiten
In Städten zu erwerben leicht.
Es braucht, um selbe zu erbeuten,
Nichts als daß man sich freundlich neigt.

Mir reiche Herren zu verbinden,
Soll man mich stets sehr höflich finden.
Le belle si guadagnano
i gioielli in città.
basta, per farne bottino,
solo mostrarsi gentile.

Per conquistar ricchi signori
non sarò certo scortese.
(Entrambi fanno per andarsene, ma tornano sempre indietro)
[parlato]
BASTIANA
Siehe da! bist du noch hier? Ich dachte du wärest
schon über alle Berge.
ma come!? sei ancora qui? Credevo tu fossi già di
là dai monti.
BASTIANO
Ich bin eben im Begriff, meinen Abmarsch zum nehmen. Son proprio sul punto di iniziare la mia marcia.
BASTIANA
Vermutlich kostet es dir wenig Mühe, mich zu
fliehen, Treuloser!
Forse ben poco fatica ti costa fuggire da me, infedele!
BASTIANO
Vermutlich bist du sehr vergnügt, daß ich gefaßt
bin Fortzugehen?
Forse sei molto contenta ch’io sia deciso ad
andarmene!
BASTIANA
Allerdings, mein Herr! Sie können nach Ihrem
Belieben handeln.
Senz’altro, mio signore! Voi potete agire a vostro
piacimento.
BASTIANO
Ist dass dein Ernst?…Geh! sag! Soll ich bleiben? Così, hai deciso?… Su! parla! Devo rimanere?
BASTIANA
Ja…Nein, nein! Sì… No, no.
BASTIANA
Dein Trotz vermehrt sich durch mein Leiden? La tua protervia aumenta col mio dolore?
[N° 14 – Recitativo e Arioso]
BASTIANO
Wohlan! den Augenblick
Hol ich, zu deinen Freuden,
Mir Messer, Dolch und Strick.
Ich geh, mich zu erhängen.
Ich lauf’, ohn‘ alle Gnad,
Im Bach mich zu ertränken.
Ebbene! All’istante
per tua gioia, mi prendo
coltello, pugnale e corda.
Vado ad impiccarmi,
corro senza pietà
ad affogarmi nel ruscello.
[parlato]
BASTIANA
Viel Glück zum kalten Bad! Tanti auguri per il bagno freddo!
BASTIANO
(fra sé)
Und sollte ich wohl ein solcher Narr sein, mich ins
Wasser zu stürzen?
E dovrei essere sì pazzo da buttarmi nell’acqua?
BASTIANA
Was ist‘s? Was hält dich denn auf? E che? Ma cosa ti trattiene?
BASTIANO
Nichts. Ich überlege nur, daß ich ein schlechter
Schwimmer bin; und dann, daß ich vor meinem
Ende noch mit dir reden muß.
Nulla. Considero soltanto che sono un cattivo
nuotatore; e poi, che prima della mia fine devo parlare
ancora con te.
BASTIANA
Mit mir reden? Nein, ich höre dich nicht mehr. Parlare con me? No, non ti ascolto più.
[N° 15 – Duetto]
BASTIANA
Geh! Herz von Flandern!
Such nur bei andern
Zärtlich verliebt Gehör,
Denn dich lieb ich nicht mehr.
Va’, vilissimo cuore!
Cerca pure presso altre
ascolto tenero e amoroso:
io non t’amo più!

BASTIANO
Wohl, ich will sterben;
Denn zum Verderben
Zeigt mir dein Haß die Spur;
Drum laß’ ich Dorf und Flur.
Ebbene, morirò,
e alla rovina
mi spinge il tuo odio:
lascio campo e villaggio.
BASTIANA
Falscher! Du fliehest?
Falso! Tu fuggi?
BASTIANO
Ja, wie du siehest.
Weil dich ein andrer nimmt,
Ist schon mein Tod bestimmt.
Ich bin mir selbst zur Qual,
Kein Knecht von dem Rival.
Sì, lo vedi.
Se un altro ti prende,
la mia morte è già segnata.
Sono un tormento a me stesso,
non un servo del rivale.
BASTIANA
Bastien! Bastien!
Bastiano! Bastiano!
BASTIANO
Wie? du rufst mich?
Come? Mi chiami?
BASTIANA
Du irrest dich.
In deinem Blick wird nun
Mein Glück nicht mehr gefunden.
Ti sbagli.
Ora nel tuo sguardo
non sta più la mia felicità.
BASTIANO
Wo ist die süße Zeit,
Da dich mein Scherz erfreut?
Dov’è il dolce tempo
che ti divertiva il mio scherzo?
BASTIANA E BASTIANO
Sie ist anjetzt verschwunden,

Geh! falscher Seele!
Fort! ich erwähle
Für meine zarte Hand
Ein andres Eheband.

Wechsel im Lieben
Tilgt das Betrüben
Und reizet, wie man sieht,
Zur Lust den Appetit.
Adesso è svanito.

Va’, anima falsa!
Via! io scelgo
per la mia tenera mano
un altro vincolo nuziale.

Cambiare in amore
leva il tormento
ed eccita, come vedi,
la voglia di piacere.
BASTIANO
Doch wenn du wolltest…
Ma, se tu volessi…
BASTIANA
Doch wenn du solltest…
Ma, se tu potessi…
BASTIANO
Schatz mich noch nennen…
…chiamarmi ancor tesoro…
BASTIANA
Dies Herz erkennen…
…capire questo cuore…
BASTIANA E BASTIANO
Wär’ meine Zärtlichkeit
Aufs neue dir geweiht.
…sarebbe il mio amore
ancora sacro a te.
BASTIANO
Ich bliebe dein allein.
Resto tuo soltanto.
BASTIANA
Ich würde dein
Auf ewig sein.
Vorrei essere
tua soltanto.
BASTIANO
Gib mir zu meinem Glück
Dein Herz zurück,
Umarme mich,
Nur dich lieb’ ich.
Rendimi per mia
felicità, il tuo cuore.
Abbracciami,
amo te soltanto.
BASTIANA
O Lust, o Lust
Für die entflammte Brust!
Oh gioia, oh gioia,
per l’infiammato cuore!
BASTIANO E BASTIANA
Komm, nimm aufs neue
Neigung und Treue!
Ich schwör dem Wechsel ab
Und lieb’ dich bis ins Grab.

Wir sind versöhnet,
Die Liebe krönet
Uns nach dem bangen Streit
Durch treue Zärtlichkeit.
Vieni, riprendi ancora
affetto e fedeltà!
Rinnego l’incostanza,
t’amerò fino alla tomba.

Siamo riconciliati;
l’amore c’incorona,
dopo spaventosa lite,
con tenerezza fedele.
Scena settima
Cola, Bastiana, Bastiano, Pastori e Pastorelle
[N° 16 – Terzetto]
COLA
Kinder! seht, nach Sturm und Regen
Wird ein schöner Tag gebracht.
Euer Glück soll nichts bewegen,
Dankt dies meiner Zaubermacht.
Auf! gebt euch die Hand!
Knüpft die Seelen und die Herzen!
Nichts von Schmerzen
Werd’ euch je bekannt.
Ragazzi! sì, dopo tempesta e pioggia
ritorna una balle giornata.
Nulla scuoterà la vostra felicità
grazie alla mia magia.
Su! datevi la mano!
Intrecciate anime e cuori!
Nessun dolore
possiate conoscere!
BASTIANA E BASTIANO
Lustig! Preist die Zaubereien
Von Colas, dem weisen Mann!
Uns vom Kummer zu befreien,
Hat er Wunder heut‘ getan.
Auf! stimmt sein Lob an!
Er stift‘ unser Hochzeitsfeier.
O, zum Geier,
Welch trefflicher Mann!
Allegri! Lodate le magie
di Cola uomo saggio!
Per toglierci dall’affanno
oggi ha fatto meraviglie!
Su! elevate la sua lode!
Ha propiziato le nostre nozze!
Oh, per mille diavoli!
che uomo eccellente!
FINE DELL’OPERA



I testi riportati in questa pagina sono tratti, prevalentemente, da programmi di sala di concerti e sono di proprietà delle Istituzioni o degli Editori riportati in calce alle note.
Ogni successiva diffusione può essere fatta solo previa autorizzazione da richiedere direttamente agli aventi diritto.

Ultimo aggiornamento 15 luglio 2017
html validator  css validator


Questo testo è stato prelevato sul sito http://www.flaminioonline.it. ed è utilizzabile esclusivamente per fini di consultazione e di studio.
Le guide all'ascolto sono di proprietà delle Istituzioni o degli Editori riportati in calce alle note e quindi ogni successiva diffusione può essere fatta solo previa autorizzazione da richiedere direttamente agli aventi diritto.