Glossario
Guida all'ascolto



Der Schauspeildirektor (L'impresario teatrale)

Commedia in musica in un atto, K 486

Testo del libretto

[Ouverture]
SCENA PRIMA
Frank, subito dopo Buff
Buff
Lustig Herr Direkteur, wir haben Permission. Allegro, signor direttore, abbiamo il permesso.
Frank
(di buonumore)
Wo lieber Buff? Dove, caro Buff?
Buff
In Salzburg. A Salisburgo.
Frank
(sospirando)
In Salzburg! dem Vaterlande des Hanswursts! A Salisburgo, la patria dei pagliacci!
Buff
O nur keine Grillen! Sein Sie froh, daß wir irgendwo unterkommen. Wenn die Kunst nach Brot geht, muß es ihr gleich viel sein, welche Tür ihr offen steht. Es sind überdies noch Bedingungen dabei. Lauter lustige Stücke, Balletteund Opern müssen Sie geben. Oh, niente ubbie! Accontentatevi di essere chiamato da qualche parte. Quando l’arte cerca il pane, non c’è troppa differenza tra le porte che si aprono. Ci sono però delle condizioni.Dovete dare testi allegri: balletti e opere.
Frank
Und vom besten Gepräge nicht wahr? Was kostet nicht schon eine gute Gesellschaft! dann erst Ballette! Opern! und dafür am Ende einegeringe Einnahme? E del livello migliore, vero? Quanto costa una buona compagnia! Il balletto, poi! Le opere! E tutto per un misero guadagno?!
Buff
Ja, da müssen Sie sich zu helfen wissen. Sehn Sie mehr auf die Zahl als auf die Güte der Leute, die wohlfeilsten die besten. Ihr erster Akteur muß Ihnen nicht mehr als wöchentlich vier Taler, und die erste Aktrice zwei Taler kosten. Hernach schicken Sie eine Ankündigung voraus, und sagen darinn: Sie brächten die stärkste und ausgesuchteste Gesellschaftmit, wie noch keine dort gewesen wäre. Sì, quindi dovete arrabattarvi. Guardate più alla quantità che alla qualità delle persone; le migliori sono quelle meno care. Il primo attore non deve costarvi più di quattro talleri la settimana, e la prima attrice più di due talleri. Poidiffondete un annuncio che dica: «Guido la compagnia più forte e raffinata che si sia mai vista».
Frank
Was kann ich aber mit solchen Leuten aufführen? Ma cosa posso rappresentare con persone simili?
Buff
Die besten Stücke, dreißig, vierzig Personen stark. Worin ein Akteur den andern vom Theater verjagt, und der Zuschauer nicht Zeit hat,über irgend eine Scene nachzudenken. I testi migliori, con trenta, quaranta personaggi, dove un attore caccia l’altro fuori scena, e lo spettatore non ha tempo di meditare su nessunascena.
Frank
Das nennen Sie die besten Stücke? E questi li chiamate i testi migliori?
Buff
Und mit Recht, weil Sie‘s meiste Geld eintragen. Ich weis wohl was Sie sagen können. - Aber - legen Sie die Hand auf‘s Herz, und reden Sie die Wahrheit: Haben wir nicht gerade mit den Stücken, worüber am meisten geschimpft wurde, das meiste Geld eingenommen? und bei jenen, die alle Welt für Meisterstücke hält, leere Bänke gehabt? Mit «Nathan dem Weisen» werden Sie das zweite Mal nicht so viel einnehmen als die Lichter betragen; den «Graf Waltron» aber können Sie zwanzigmal geben, und werden immer das Haus voll haben. Ergo? Ein Direkteur muß auf die Kasse sehen - ergo: die schlechtesten Stücke die Besten. E a ragione, poiché procurano il massimo del denaro, So bene cosa potete dire. Ma – mettetevi una mano sul cuore e dite la verità – non abbiamo guadagnato il massimo del denaro con i testi che sono stati più vilipesi, e abbiamo avuto le panche vuote con quelli che il mondo considera capolavori? Con Nathan il saggio, alla prima replica, non incasserete tanto da pagare le luci; Il conte Waltron, potreste darlo venti volte, e avrete sempre piena la sala. Ergo? Un direttore deve guardare alla cassa – ergo: itesti peggiori sono i migliori.
Frank
Aber, lieber Buff, der gute Geschmack geht ja auf die Art vollends zugrunde Ma, caro Buff, in tal modo il buon gusto va proprio a farsi friggere.
Buff
Ich bitt‘ Sie, bleiben Sie mit ihrem guten Geschmack zu Haus, er hat Sie beynahe an Bettelstab gebracht. Es ist ein Hirngespinnst, das den Kopf aber nicht den Beutel füllt. Die Leute führen ihn deshalb so häufig auf der Zunge um ihn bei jeder Gelegenheit von sich zu geben, weil sie ihn nicht verdauen können. Den zu gründen gehört für große Herren, aber nichtfür Privatleute. Vi prego, non scomodate il vostro buon gusto, che v’ha portato quasi all’elemosina. È una sofisticheria, che riempie la testa ma non la borsa. Perciò la gente ce l’ha sempre sulla lingua, per sbandierarlo a ogni occasione, dato che non riescono a digerirlo. Concepirlo è robada gran signori, ma non da persone qualunque.
Frank
(sospirando)
Das hab ich leider erfahren! Purtroppo l’ho sperimentato!
Buff
Und damit Sie‘s nicht wieder erfahren, so machen Sie‘s wie andre: hängen Sie ein prächtig Schild aus, mit Torten und Pasteten bemahlt, und setzen Sie Speckknödel und Sauerkrautauf. E per non sperimentarlo ancora, fate come gli altri: appendete una vistosa insegna, dipinta a torte e pasticcini, e spacciate canèderli e crauti.
Frank
Das heißt: betrügen Sie die Leute. Ciò è a dire: ingannate la gente.
Buff
Mundus vult decipi, ergo decipiatur. Mundus vult decipi, ergo decipiatur.
Frank
Nun gut. Aber wenn ich Ihnen auch in Ansehung der Stücke Recht lassen muß, so ist‘s doch ganz was anders mit den Schauspielern. Die Gattung Leute wie Sie mir raten anzunehmen- - - Bene, bene. ma se devo darvi ragione riguardo ai testi, le cose vanno diversamente per gli attori. La sorta di persone che mi consigliate diassumere…
Buff
Müssen überall für die Vortrefflichsten gelten, wenn Sie‘s nur anzustellen wissen. Ist ein Schauspieler den die Leute nicht verstehen können und Ihnen deshalb Vorwürfe machen, so sagen Sie mit einer Weisheitsmine: es ist ein größerer Denker als Redner, es‘ steckt viel hinter dem Manne, daher gehört auch viel dazu um ihn gehörig zu beurteilen. Von einem Sänger, der schlecht singt, sagen Sie: er ist mehr Akteur als Sänger; und von einem Tänzer, der rechte Bocksprünge macht: das ist der wahre Tanz der Alten, der durch unsre heutige Künstelei völlig verloren gegangen, ächte, reine Natur. Ehe die Leute sich für Dummköpfe halten lassen, glauben sie es Ihnen aufs Wortund finden‘s am Ende selbst vortrefflich. …posson valere quanto le più agguerrite, se sapete darla a intendere. Se è un attore che la gente non riesce a comprendere e ne ricevete critiche, dite con atteggiamento da saggio: «È più grande come pensatore che come parlatore, c’è molto dietro a quell’uomo, perciò serve ancora molto per giudicarlo con giustizia». Di un cantante che canta male, dite: «È più attore che cantante»; e di un ballerino che salta come un caprone: «Questa è la vera danza degli antichi che è andata smarrita per colpa delle nostre odierne artificiosità – autentica, mera natura!». Piuttosto di farsi giudicare stupide zucche, gli spettatori vi crederanno sulla parola e alla fine troveranno eccellenti
anche quelli.
Frank
Das ist wohl leicht gerathen, aber nicht so leicht auszuführen. Cosa facile da consigliare, ma non altrettanto facile da compiere.
Buff
Ebenso leicht. Ei! ei! Herr Frank, Sie sind so lange beim Theater, und wissen noch nicht, daß der größte Teil der Zuschauer nicht selbst urteilt, sondern nur einigen Aristarchen ängstlich aufs Maul sieht um ihnen nachzubeten! Sobald wir hinkommen, so geben Sie vier bis fünf Skriblern frei Entree, alle Tage ein gut Souper, und bei der ersten Aktrice Dejeuner; die werden Ihnen aus dem elendesten Schneidergesellen einen Roscius, aus dem unartigsten Lümmel einen Garrick, und aus dem
ersten Kuchelmenschen eine Clairon machen. Der Haufe betet das nach, und so haben Sie gewonnen Spiel.
Altrettanto facile. Eh, eh! Signor Frank, voi siete nel teatro da tanto tempo, e ancora non sapete che la massima parte degli ascoltatori non giudica di testa sua, ma guarda ansiosa solo ad alcuni aristarchi per poi scimmiottarli. Appena arriviamo in loco, date libero ingresso a quattro o cinque scrittorucoli, un buon souper ogni giorno e un déjeuner con la prima attrice; e
quelli faranno un Roscio del più misero apprendista sarto, e un Garrick del più rozzo citrullo e una Clairon della prima sguattera. la massa scimmiotta ogni cosa, e voi vincete la mano.
Frank
Lieber Herr Buff, was raten Sie mir! Das heißt sich ja feinen Beifall erkaufen. Caro signor Buff, cosa mi consigliate?! Ciò è a dire: comprarsi l’applauso.
Buff
Klimpern gehört zum Handwerk. Auf diese Art ist schon mancher elende Scharlatan zum Kapitalisten geworden, und Sie sind nach allenRegeln der Kunst und Rechtschaffenheit - Barare è parte del mestiere. In tal modo più di un misero ciarlatano è diventato capitalista, e voi, secondo tutte le regole dell’arte e della probità, avete…
Frank
Auf den Sand gekommen. Es sei, ich will den guten Geschmack, die Chimaire wie Sie es nennen, an Nagel hängen - - …fatto fiasco. Sia pure, voglio appendere al chiodo il buon gusto – una chimera, come voi la chiamate…
Buff
Und die Rechtschaffenheit dazu. …e, insieme, la probità.
Frank
Aber wo bekomm‘ ich Geld her um anzufangen? Ma dove prendo il denaro per cominciare?
Buff
Hier haben Sie einmal die Permission. Ecco, per ora, il permesso.
(Gli dà una grossa lettera)
Darauf nehmen Sie Geld auf, und verschreiben die Einnahme. Con questo prendete in prestito il denaro e cedete l’incasso.
Frank
Aber wenn ich nun mit allen Kunstgriffen nichts einnähme? Es ist doch möglich, daß ich ein klüger Publikum fände als ich vermute. Ma se con tutte le gherminelle non ricavo niente? È sempre possibile che io trovi un pubblico più accorto di quel che suppongo.
Buff
Ah - Sie müssen aufs Glück mehr als auf die Möglichkeit rechnen. Das Glück ist eine Vormünderinn der Dummheit, und wenn Sie meinem Rat folgen, opfern Sie der Dummheit mehr, als dem Verstande, mithin haben Sienichts zu fürchten. Ah… dovete contare più sulla buona sorte che su tale eventualità! La buona sorte è tutrice della stupidità, e se seguite il mio consiglio, vi dedicate più alla stupidità che alcomprendonio; così non avete nulla da temere.
SCENA SECONDA
Gli stessi, Eiler
Eiler
Ihr Diener lieber Frank. Sie wundern sich mich hier zu sehen? Ja das glaub‘ ich gern. Werden sich aber noch mehr wundern, wenn Sie hören werden warum ich hier bin, und Sie aufgesuchthabe? Servo vostro, caro Frank. Vi stupite di vedermi qui? Sì, pensavo proprio di sì. Ma ancora più vi meraviglierete quando sentirete perché sonoqui e vi faccio visita.

Frank
Ich muß gestehen Ihre Gegenwart macht mir so viel Neugierde als Freude. Devo confessare che la vostra presenza mi dà tanta curiosità quanta gioia.
Eiler
Sollen befriedigt werden. Sie wissen doch von meinem Engagement mit Madame Pfeil? - Ich weiß, was Sie sagen wollen, weiß auch, daß ich ein Narr bin; aber Herr, wie ich klug werden soll, weis ich nicht. Die Liebe kann man nicht so abwerfen wie ein Paar übertragene Schuh; - und eine Theaterliebe hat vollends viel ähnliches mit dem ungrischen Fieber, was nichts als Zeit und Klima kuriren kann. Kurz, Madame hat mit ihrem eigensinnigen Köpfchen den guten Leyermann ruiniert, daß er seine Gesellschaft mußte auseinander gehen lassen. Ich hätte sie freilich gern ohne Engagement unterhalten, aber Sie will nun durchaus spielen; - sie merkt wohl, daß ihre Macht über die Herzen nur vom Theater herabwirkt, mithin krieg‘ ich seit der Zeit keine gute Miene, und um ihr nur die Hand küssen zu dürfen muß ich zuvor erst eine Theaterscene mit ihr spielen. Ich habe mich schon halb dumm gelernt, kann schon aus jedem Ihrer Stücke die Hauptszenen mit ihr spielen; und wenn sie nicht bald Engagement bekommt, kann ich das ganze Repertoire auswendig. Alle Direkteurs, an die ich geschrieben, haben mir abschlägige Antwort gegeben. Ich weiß mir also nicht mehr zu raten. Zum Glück erfuhr ich, daß Sie wieder eine Gesellschaft errichten wollen, ich bitte Sie also, nehmen Sie sie an, ich will Sie mit Geld unterstützen so viel Siebrauchen. Sarete soddisfatto. Sapete certamente del mio impegno con Madame Pfeil?! – So quel che volete dire, e so anche che sono un pazzo; ma signore, non so come diventar savio. Non si può buttar via l’amore come un paio di scarpe consumate; – e alla fin fine un amore teatrale assomiglia assai alla febbre ungarica che niente
può guarire tranne il tempo e il clima. In una parola, madame con la sua ostinata testolina ha rovinato il buon Leyermann, al punto da fargli sciogliere la sua compagnia. Volentieri io l’avrei mantenuta senza impegnarmi, ma lei vuol recitare ad ogni costo; – e così da allora io non becco più un atto gentile, e anche solo per baciarle la mano, devo prima recitare con lei una scena teatrale. Sono già impazzito studiando; oramai so recitare con lei le scene principali d’ogni suo lavoro, e se non ottiene subito un ingaggio, imparerò a memoria tutto il repertorio. Tutti i direttori cui ho scritto m’hanno dato risposta negativa. Non so più cosa inventare. Per fortuna ho saputo che voi volete rifondare una compagnia, e vi prego quindi di ingaggiarla; io vi sosterrò con tutto il denaro che sarà necessario.
Buff
(sottovoce a Frank)
Eine treffliche Gelegenheit! Greifen Sie zu. Eccellente occasione! Prendetela al volo!
Frank
Lieber Herr Eiler, ich errichte nur eine kleine Gesellschaft und dabei würde mir Madam Pfeil zu teuer sein. Caro signor Eiler, io formo solo una piccola compagnia, e inoltre Madame Pfeil sarebbe troppo cara per me.
Eiler
Ich will ihnen die Gage für sie zahlen, und oben drein tausend Dukaten auf drei bis vier Jahre ohne Intressen leihen, nehmen Sie sie nur an,damit ich nicht mehr auswendig lernen darf, und andre statt mir die Theaterszenen mit ihrspielen. Vi pagherò io il suo ingaggio, e in più vi presterò mille ducati senza interessi per tre o quattro anni, se solo la scritturate, così che io non debba imparare più nulla a memoria, e recitino altri, senza di me, le scene teatrali.
Buff
(sottovoce a Frank)
Jetzt besinnen Sie sich keinen Augenblick. Ora, non esitate neppure un attimo!
Frank
Aber lieber Buff; es bleibt mir ja keine Aktrice neben ihr. Ma, caro Buff, nessuna attrice vorrà stare accanto a lei.
Buff
Unsre Zwei-Taler Aktricen werden schon neben ihr bleiben. Le nostre attrici da due talleri staranno certo insieme a lei.
Eiler
Nun Herr Frank, Sie stehn noch an? Geschwind entschließen Sie sich, ich höre sie schon kommen. Allora, signor Frank, esitate ancora? Presto, decidetevi, già la sento arrivare.
SCENA TERZA
Detti, Madame Pfeil
Madame Pfeil
Wie Herr Frank? Sie hören daß die große Madame Pfeil hier ist und kommen nicht zu mir? suchen mich nicht auf? Come, signor Frank? Sentite che la grande Madame Pfeil è qui, e non venite da me? Non mi fate visita?
Eiler
(imbarazzato)
Eben war er im Begriff zu Ihnen zu gehen. Stavo proprio per venire da voi.
Buff
(fra sé)
Die steckt uns alle in Pantoffel. Quella ci mette tutti al tappeto.
Madame Pfeil
(ad Eiler)
Nun haben Sie‘s ihm schon gesagt? - - Dunque glielo avevo detto?...
(a Frank)
Sie sind in mißlichen Umständen, Herr Frank? ich will Sie herausreißen, will mich bei Ihnen engagieren. Aber alle erste Rollen, von der Subrette bis zur Königinn muß ich bekommen.Was geben Sie mir Gage? Vi trovate in una spiacevole situazione, signor Frank? Io voglio tirarvene fuori, mi voglio impegnare con voi. Ma tutte le prime parti, dalla soubrette alla regina devono essere mie. Chemi date come compenso?
Frank
Madame… Madame…
Eiler
Zehn Taler die Woche. Dieci talleri la settimana.
Madame Pfeil
Was! der großen Pfeil nur zehn Taler! Herr, man sieht‘s, daß Sie ihren Vorteil nicht verstehn, darum sind Sie auch zu Grunde gegangen. Für meinen Namen allein sollten Sie zehn Talergeben. Cosa? alla grande Pfeil solo dieci talleri? Signore, si vede che non sapete il vantaggio vostro; per questo siete in rovina. Soltanto peril mio nome dovreste darmi dieci talleri.
Frank
Madame! ich habe alle Achtung für Ihre Bedienste, aber meine Umstände erlauben mir überhaupt nicht, Sie - Madame! Io ho ogni rispetto per i vostri meriti, ma le mie finanze non mi permettono assolutamente...
Eiler
(sottovoce a Frank)
Ich bitt‘ Sie um alles in der Welt nehmen Sie sie an! Vi prego, per tutto l’oro del mondo, prendetela!
Buff
Mehr als zwölf Taler kann er Ihnen wahrhaftig nicht geben. Più di dodici talleri non può darveli davvero.
Frank
(sottovoce a Buff)
Ich mag sie gar nicht. Non mi garba affatto.
Buff
Sie müssen die Ehre, daß Sie die ganze Gesellschaft in Leben und Tätigkeit erhalten, und berühmt machen werden, auch in Anschlagbringen. Dovete tener presente l’onore che acquistate tenendo in vita e in attività l’intera compagnia e rendendola famosa.
Frank
(tra sé)
Ja wohl berühmt! Sì,sì, famosa”
Madame Pfeil
Nun gut, aus Barmherzigkeit sollen Sie mich für zwölf Taler haben. Von meinen Talenten werden Sie keinen Beweis fordern, das bin ich überzeugt; aber Sie sollen sehen wie weit ich‘s im Unterrichten gebracht habe. Sie werden erstaunen, was Herr Eiler unter meinen Händen fürein Akteur geworden. Bene, bene, per compassione mi avrete per dodici talleri. Dei miei talenti non pretenderete prova alcuna, ne sono convinta; vi stupirete di che attore è diventato il signor Eiler nelle miemani.
(Ad Eiler)
Kommen Sie, wir wollen die Scene aus dem aufgehetzten Ehemann spielen. Venite che recitiamo la scena dello «sposo istigato».
(si fa un po’ indietro)
Eiler
(sottovoce a Frank)
Sehn Sie wohl, da muß ich schon wieder spielen. Vedete bene che mi tocca ancora recitare.
Buff
Ich will soufflieren. Farò il suggeritore.
Eiler
O ich hab‘ sie so oft spielen müssen, daß ich keinen Souffleur brauche. Oh, l’ho dovuta recitare sì sovente che non mi serve suggeritore!
Madame Pfeil
Nun, wird‘s bald? Allora, si va?
Eiler
Gleich! gleich! Subito! subito!
(Va un po’ avanti e indietro per entrare nella parte)
«Nun will ich meines Freundes Lehren in Ausübung bringen. Wenn ich nur den Ton recht treffe… Ich will anfangs gar nicht tun, als ob ich sie sähe - Wenn sie aber itzt käme - wahrhaftig, das verrückte mir mein ganzes Konzept. - Sowahr ich lebe, da ist sie.» «Ora voglio mettere in pratica l’insegnamento dell’amico mio. Se solo trovassi il giusto accento... Sulle prime fingerò di non vederla... Ma se giungesse adesso... si guasterebbe tuttoil mio stratagemma – Per la mia vita, eccola!»
Madame Pfeil
«Nun? Wozu brauchen Sie mich Sir Harry?» «Allora? Perché avete bisogno di me, Sir Harry?»
Eiler
«Ich Sie brauchen? Ich wüßte nicht wozu Sie in Ihrem Leben nutz gewesen wären?» «Io bisogno di voi? non saprei a cosa siete stata utile nella vostra vita.»
Madame Pfeil
«Sie ließen mir ja den Augenblick sagen, Sie hätten was Notwendiges mit mir zu sprechen? sonst wär‘ ich wahrhaftig nicht so bald gekommen.» «Un attimo fa non mi avete fatto sapere di avere qualcosa d’importante da dirmi? Se no, non sarei davvero venuta così presto.»
Eiler
(a parte)
«Ich glaube mein‘ Seel, ich fange das Ding unrecht an. Es hätte alles wie von ungefähr kommen sollen. Was Henker soll ich ihr nunsagen? «Credo, anima mia, d’aver cominciato male la faccenda! Tutto sarebbe dovuto succedere come per caso. Che diavolo devo dirle adesso?
(ad alta voce)
Wie gefällt dir mein neues Kleid Schatz? Macht‘s nicht rechten Staat?» Ti piace il mio vestito nuovo, tesoro? Non mi calza a pennello?»

Madame Pfeil
«Weiter hast du mir nichts zu sagen?» «Non hai nient’altro da dirmi?»
(Vuole andarsene)
Eiler
(le attraversa la strada)
«Nicht von der Stelle bis Sie meine Frage beantwortet haben. Höflich oder unhöflich, wie‘s Ihnen beliebt, ich bin auf beides gefaßt.» «Non vi muovete, finché non avete risposto alla mia domanda. Volente o nolente, come preferite; sono pronto a entrambe le cose.»
Madame Pfeil
«Wollen Sie etwa mit diesen Grimassen Ihr Betragen von heute früh wieder gut machen?» «Con queste moine volete forse giustificare il vostro comportamento di stamattina?»
Eiler
(andando avanti e indietro)
«Ihr Götter schenktet mir ein Weib, Aus großer Gunst zum Zeitvertreib.» «Oh dèi, una donna mi donaste pel mio piacere e trastullo.»
Madame Pfeil
«Wissen Sie wohl, daß ich nicht Lust habe eine solche Begegnung länger zu ertragen, und mich wie einen Handschuh aus- und anziehenzu lassen?» «Sappiate che non ho voglia di sopportare più a lungo un simile incontro, e di farmi infilare e sfilare come un guanto.»
Eiler
«Reden Sie mit mir Madame?» «Parlate con me, Madame?»
Madame Pfeil
«Mit wem sonst?» «Con chi, se no?»
Eiler
«Wahrhaftig Kind, ich wußte nicht, daß du im Zimmer wärst.» «In verità, fanciulla, non sapevo che tu fossi nella stanza.»
Madame Pfeil
«Wahrhaftig Kind, das ist eine lächerliche Affektation.» «In verità, fanciullo, questo è un atteggiamento ridicolo.»
Eiler
(a parte)
«Nun fangt‘s an zu operiren, wenn ich nur kalt bleiben kann.» «Ora comincia l’effetto, se solo riesco a restar freddo.»
(ad alta voce)
«Doch wenn zu einem größern Glück Sie eure Gnade will erheben, Gehorch ich gern. - Nehmt sie zurück. Ich hoffe ohne sie zu leben.» «Ma se a una maggior felicità volete innalzar sua Grazia,
son pronto ad obbedire. – Prendetela spero di vivere senza di lei.»
Madame Pfeil
«Abgeschmackt!» «Scioccone!»
Eiler
(passandole vicino)
«Ohne sie zu leben! ohne sie zu leben!» «Viver senza di lei! Viver senza di lei!»
Madame Pfeil
(lo spinge via da sé)
«Einfältig!» «Idiota!»
Eiler
«Ja Madame!» «Sì, Madame!»
Madame Pfeil
«Ja mein Herr, ja!» «Sì, signor mio, sì!»
Eiler
«In Ihr Zimmer! Sogleich! den Augenblick! Und lassen Sie sich das ein für allemal gesagt sein, nicht wieder in das Zimmer zu kommen, wo ich mich anziehe. Eines Mannes ernsthafte Stunden müssen nicht durch weibliche Unverschämtheitengestört werden.» «Nella vostra camera! Subito, all’istante! E vi sia detto una volta per tutte: non tornate più nella stanza dove mi sto vestendo. le ore sacre d’un uomo non devono venir disturbate dallesfrontatezze di una donna.»
Madame Pfeil
«Eines Mannes? ha ha ha!» «D’un uomo? ah ah ah!»
Eiler
«Solche freche Mienen schicken sich gar nicht für Sie Madame! - - Aber so ein albernes Ding ist meines männlichen Zorns unwert! - GehnSie mit Ihrem Spielwerk, ich will allein sein.» «Smorfie sì sfrontate non vi si addicono affatto, Madame! – Ma una cosa sì banale non è degna della mia collera di maschio! – Andatevene coivostri giochetti, voglio star solo.»
Madame Pfeil
«Itzt bleib ich ihnen zum Trotz da.» «Resto a vostro dispetto.»
Eiler
«Soll ich Sie den Gehorsam lehren, den eine Frau den Befehlen Ihres Mannes schuldig ist?» «Devo insegnarvi l’obbedienza che una moglie deve al marito?»
Madame Pfeil
«Mannes? Der Himmel behüte jede Frau für so einem Manne! - - Ein Federball schickt sich besser für Sie als eine Frau.» «Marito? Il cielo protegga ogni donna da un tal marito! – Una palla da volano ci conviene più di una moglie.»
Eiler
«Und - Erlauben mir Ew. Naseweisheit Ihnen zu sagen: Eine Puppe schickt sich besser für Sie als ein Mann. - Da haben Sie‘s wieder.» «E permettetemi, vostra Saccenza, di dirvi che un fantoccio vi conviene più d’un marito.»
Madame Pfeil
«Sie bleiben doch zeitlebens ein Fratz!» «Siete un damerino, vita durante!»
Eiler
«Und Sie zeitlebens eine Närrin Frau Schnipps.» «E voi una pazza, vita durante, signora Impertinenza!»
Madame Pfeil
«So bin ich gerade die rechte Gesellschaft für Sie.» «Allora sono la compagna giusta per voi.»
Eiler
«Tschu! Tschu! Tschu!» «Puh! Puh! Puh!»
Madame Pfeil
«Auserordentlich artig! Wo haben Sie gesehen, daß ein Mann seiner Frau so begegnet?» «Straordinariamente a modo! Dove avete visto un marito trattare così la moglie?»
Eiler
«Wo haben Sie gesehen, daß eine Frau Ihrem Manne so begegnet? Der Henker hohle mich, man täte besser, man würde ein Galeerensklave, als daß man sich so ein einfältig Ding an Hals hängt, das zu nichts nütze ist als einSchnupftuch zu säumen.» «Dove avete visto una moglie trattare così il marito? Il diavolo mi porti! Meglio sarebbe essere schiavo sulle galere che avere sul collo una simile sciocca, capace solo di fare gli orli aifazzoletti!»
Madame Pfeil
«Und wahrhaftig eine Frau täte besser, sie würde eine Bänkelsängerinn, als daß sie sich einen solchen Laffen auf den Hals ladet, der Zeitlebens das Schulbuch auf dem Rückentragen sollte.» «E in verità, una donna meglio farebbe a far la cantastorie piuttosto che addossarsi sul collo un simile damerino che, vita durante, dovrebbeportar sul gobbo l’abbecedario.»
Eiler
«Es geschieht mir ganz recht.» «Me le sono meritate.»
Madame Pfeil
«Mir auch! Ich hätte bedenken sollen, daß man einen Mann so wenig nach dem Augenmaß beurteilen kann als einen Schuh; diesen muß man erst anprobieren, jenen kennen lernen.» «Ed io pure! Avrei dovuto pensare che un uomo non lo si può giudicare a un’occhiata né più né meno d’una scarpa; questa bisogna prima provarla, e quello conoscerlo.»

Eiler
«Und ich hätte nicht so einen schlechten Geschmack haben, und meine Frau in der Maske wählen sollen.» «Ed io non avrei dovuto avere il cattivo gusto di scegliere una moglie in maschera.»
Madame Pfeil
«Wie? Sie haben mich in der Maske gewählt?» «Come? Mi avete scelto in maschera?»
Eiler
«Ja, und noch dazu in der gefährlichsten von der Welt.» «Sì, e per di più in quella più pericolosa al mondo.»
Madame Pfeil
«Die ist?» «Che è?»
Eiler
«Das bloße Gesicht.» «Il nudo viso.»
Madame Pfeil
«Mein Gesicht wär‘ eine Maske? Nein, so laß ich mich nicht schimpfen - Ich will‘s meinem Papa sagen- «Il mio viso sarebbe una maschera? Non mi lascio insultare così... lo dirò a papà...
(a parte)
So hat er noch nie mit mir gesprochen! Er muß von jemand aufgehetzt sein.» Non mi aveva mai parlato così! Qualcuno deve averlo istigato.»
Eiler
«So recht. Weinen Sie sich hübsch die Augen rot, damit‘s ihnen jedermann ansieht, daß Sie vor Ihrem Mann im Gericht gestanden, und Sie hübsch über ihn klagen können, wie ein kleinesKind.» «Bene bene. Piangete pure a rossi occhi, così ognuno vedrà che siete stata giudicata dallo sposo, e potrete lamentarvi come una bimbetta.»
Madame Pfeil
(piangendo)
«Unartiger Mann! hab‘ ich solch eine Begegnung verdient?» «Villanzone! Ho forse meritato un tal trattamento?»
Eiler
(a parte)
«Itzt weiß ich mir nicht zu raten. Wenn doch itzt Lord Medway da wäre! Für Tränen hat er mir keine Lektion gegeben.» «Adesso non so più che pesci pigliare. Se almeno fosse qui Lord Medway! Sulle lacrime non mi ha dato nessun insegnamento.»
Madame Pfeil
«Ich opferte ihm alle Männer auf, und noch! Das ist mein Dank!» «A lui ho sacrificato tutti gli uomini! Ed ecco il mio compenso!»
Eiler
(a parte)
«Ein verdammter Pfeil! Der greift ein! Das fälltm mir so verteufelt angenehm aufs Herz, daß ich meine ganze Lektion vergesse.» «Una frecciata terribile! Mi ferisce! Davvero penetra in fondo nel mio cuore, e scordo tutta la mia lezione.»
Madame Pfeil
«Ich will ihn nun aber auch herausreißen aus meinem Herzen.» «Ora voglio strapparmelo dal cuore.»
Eiler
(fra sé)
«Nein, nein, das will ich nicht. Das will auch Lord Medway nicht. Ich muß einlenken. Wenn ich nur wüßte wie?» «No, no, questo non lo voglio. E non lo vuole neppur Lord Medway. Devo porvi rimedio. Sapessi come!
(La affronta con comica indecisione)
«Hilf Himmel, wie barbarisch ist dein Kopf aufgesetzt?» M’aiuti il cielo! Che barbara acconciatura hai in testa!»
Madame Pfeil
«Ich will nachgeben, vielleicht komm ich dahinter, wer ihn gegen mich verhetzt hat.» «Voglio cedere; forse vengo a capo di chi l’ha istigato contro di me.»
Eiler
«Du siehst wie zehn Furien aus, auf Ehre eine wahre Meduse!» «Sembri come dieci Furie, sul mio onore, una vera Medusa!»
Madame Pfeil
(con voce pacata)
«Die Frisur gefällt dir also nicht? So will ich morgen meinen Friseur abdanken.» «Non ti garba l’acconciatura? Allora domani licenzierò il parrucchiere.»
Eiler
«So steht er dir gewiß selber nicht mehr an. Denn mein Urteil hat sonst eben nicht das Glück dir sehr zu gefallen.» «Sarà perché egli più non ti soddisfa, ché il mio giudizio non ha la buona sorte di piacerti.»
Madame Pfeil
«Ich versichere dich, ich glaube die Frisur steht sehr gut, wenn ich also den Friseur abschaffe, tu ich‘s bloß dir zu Gefallen.» «Ti assicuro, credo che l’acconciatura mi stia molto bene; se dunque licenzio il parrucchiere, lo faccio solo per farti piacere.»
Eiler
(fra sé)
«Ich glaube, ich werfe mit meinem Projekt um! - Standhaft! «Credo di sconvolgere il mio progetto! – Fermezza!
(ad alta voce, beffardo)
Ich kann mir‘s einbilden! Das ist dein einziges Dichten und Trachten.» Posso immaginarmelo! È il tuo unico ideale.»
Madame Pfeil
«Wahrhaftig mein Schatz, das würd‘ es sein, wenn du mir‘s nur erlauben wolltest.» «In verità, tesoro mio, lo sarebbe se tu volessi permettermelo.»
Eiler
«Liebstes Weib! Sag das noch einmal, es klingt gar zu gut, wenn‘s auch nicht wahr ist.» «Amata donna! Dillo una volta ancora; suona sì bene anche se non è vero niente!»
Madame Pfeil
«Auf Ehre, mein Schatz! Ich wünsche mit meinem Putz niemand lieber zu gefallen als dir.» «Sull’onor mio, mio tesoro! Nella mia acconciatura non desidero piacere ad altri che a me.»
Eiler
«Was für ein verhenkert angenehmes Geschöpf wären Sie, wenn Sie immer bei der Laune blieben.» «Che creatura dannatamente graziosa sarebbe, se fosse sempre di questo umore.»
Madame Pfeil
«Das wird nur auf Sie ankommen. Mein unartiger Engel!» «Questo dipenderà da te, angelo mio scorbutico.»
Eiler
«Nun, ich will wahrhaftig diese Freude so lange zu erhalten suchen, als Sie sich nur will halten lassen.» «Dunque, cercherò di trattenere questa gioia per quanto si lascerà trattenere.»
Madame Pfeil
«Ich will wenigstens nie wieder mit dir zanken.» «Perlomeno, io non voglio più litigare con te.»
Eiler
«Gewiß?» «Davvero?»
Madame Pfeil
«Auf Ehre!» «Sull’onor mio!»
Eiler
«Auch ich nicht mit dir, so war ich lebe! Wollen wir uns auch lieben?» «E neppure io con te, per la mia vita! Vogliamo anche amarci?»
Madame Pfeil
«Unaussprechlich!» «Indicibilmente!»
Eiler
«Topp! Ich will an allem was du tust, nichts aussetzen.» «D’accordo! Non dirò verbo su quello che fai.»
Madame Pfeil
«Und ich nichts an allem, was du sagst.» «Ed io nulla su tutto quello che dici.»
Eiler
«Ich will dir in nichts widersprechen.» «Non voglio in nulla contraddirti.»
Madame Pfeil
«Und ich dir in allem Recht geben.» «Ed io ti darò ragione in tutto.»
Eiler
«O du allerliebstes kleines Herz du!» «Oh amatissimo cuoricino mio!
(Le bacia la mano)

Madame Pfeil
«O du allerliebster kleiner Schelm du!» «Oh amatissimo bricconcello mio!»
(Gli dà un buffetto sulla guancia)
Eiler
«Warum haben wir uns denn gezankt mein Engel?» «Perché mai abbiamo litigato, angelo mio?»
Madame Pfeil
«Das mußt du wissen, mein Schatz!» «Lo devi sapere tu, tesoro mio!»
Eiler
«Ja ich weis wohl; Lord Medway bedauerte mich immer so…» «Sì, lo so bene; Lord Medway mi compativa sempre tanto...»
Madame Pfeil
«Weswegen?» «Perché?»
Eiler
«Daß ich dich geheuratet hätte.» «Perché ti avevo sposata.»
Madame Pfeil
«Im Ernst?» «Sul serio?»
Eiler
«Auf mein Wort!» «In parola mia!»
Madame Pfeil
«Der Verräther! Mir machte er‘s eben so, und sagte: du warst mich nicht wert.» «Il traditore! Lo stesso ha fatto con me, e m’ha detto che tu eri indegno di me!»
Eiler
«Der Bösewicht!» «Il malvagio!»
Madame Pfeil
«Und trug mir seine Liebe an.» «E mi ha ingannato sul suo amore»
Eiler
«Der Treulose!» «Il perfido!»
Madame Pfeil
«Hör mein Kind, komm in mein Kabinett, wir wollen uns rächen, und ihm ein Billet schreiben.» «Senti, bimbo mio, vieni nel mio boudoir, ci vendicheremo e gli scriveremo un biglietto.»
Eiler
(La prende per la vita e la porta via)
«Ja das wollen wir.» «Sì, così faremo!»
Madame Pfeil
(a Frank)
Nun, was sagen Sie? Dunque, che dite?
Frank
Ihr Schüler macht Ihnen Ehre. Il vostro allievo vi fa onore
Buff
Gezankt haben Sie ganz unvergleichlich Madame! Avete litigato in maniera ineguagliabile, Madame!
Madame Pfeil
(con un’occhiata furente)
Und die Liebhaberinn? E l’innamorata?
Frank
(con ironia, indicando Eiler)
Davon haben wir hier den besten Beweis. Ne abbiamo qui la prova migliore.
SCENA QUARTA
Gli stessi, Madame Krone
Madame Pfeil
(con uno sguardo sprezzante a Madama Krone)
Kommt die Prinzessinn auch? Viene anche la principessa?
Eiler
(con ansia)
Wir wollen gehen. Auf Wiedersehen, Herr Frank. Andiamo. Arrivederci, signor Frank.
(sottovoce a Frank)
Öffnen Sie nur Ihr Theater bald, damit ich ja nicht mehr die Liebhaber Rolle spielen darf. Aprite presto il vostro teatro, così non dovrò più recitare la parte dell’innamorato!
(Eiler e Madame Pfeil escono)
Frank
Beste Madame Krone, was führt Sie zu mir? Amata Madame Krone, che vi porta qui?
Madame Krone
Der Ruf, daß Sie eine neue Gesellschaft errichten wollen. Ich hoffe, Sie werden mir doch Engagement geben? Sie wissen, daß ich in derhohen Tragödie meines Gleichen suche. La voce che volete formare una nuova compagnia. Spero che mi scritturiate. Sapete che nella tragedia nobile non ho uguali.
Buff
(sottovoce a Frank)
Die ist nichts für uns. Quella non fa per noi.
Madame Krone
Zayre, Alzire, Kleopatra, Rodogüne und dergleichen sind Eigentumsrollen von mir. Zaira, Alzira, Cleopatra, Rodoguna e simili, sono parti tutte mie.
Frank
O beste Madame Krone, damit ist‘s vorbey. Corneille, Racine, Voltaire, diese Väter der ächten Tragödie sind hinter den Ofen geworfen, und ihre Stücke, die wahren Probiersteine tragischer Schauspieler, für unbrauchbar erklärt. Der Shakesparismus hat uns ergriffen, und Helden - und Staatsaktionen sind die Produkte, womit wir jetzt paradieren. Ein Trauerspiel ohne Lustigmacher, ohne Tollhausnarren, Donnerwetter und Gespenster wird für fades Gewäsche erklärt, die Zuschauer gähnen, und die Kassebleibt leer. Oh, carissima Madame Krone, sono cose passate! Corneille, Racine, Voltaire, questi padri della vera tragedia, sono stati buttati dietro la stufa, e i loro testi, vere pietre miliari degli attori tragici, sono considerati ferri vecchi. Lo shakespearismo ci ha preso, e i drammi eroici e politici sono i prodotti con cui ora ci presentiamo. Una tragedia senza comici, senza pazzi da manicomio, tuoni e fantasmi, viene criticata come una sciocca banalità, gli spettatori sbadiglianoe la cassa resta vuota.
Buff
Ja, ja, das haben wir alles erfahren. Ich als lustiger Bedienter, habe eine Schellenkappe aufsetzen, mich als Pickelhering kleiden, und dieTragödie aufrecht halten müssen. Sì, sì, tutti l’abbiamo imparato. Io, come servitore buffo, ho dovuto calzare il berretto a sonagli, vestirmi da pagliaccio e tenere in piedi latragedia.
(Sottovoce a Frank)
Schicken Sie die tragische Prinzessinn fort. Cacciate la principessa tragica!
Madame Krone
Das weiß ich leider alles! Aber, Sie hoffte ich nicht so sprechen zu hören, Herr Frank. Ich glaube es kommt immer auf den Direkteur an, sein Publikum zu haben wie er will. Gewöhnt er es an gute Sachen, wird es nichts schlechtes verlangen. Nur muß er ihm nichts auftragen,
woran es sich den Geschmack verderben kann; Lieber eine Zeitlang lavieren -
Purtroppo lo so! Ma speravo di non sentirvi parlare così, signor Frank. Credo dipenda sempre dal direttore avere il suo pubblico come egli lo desidera. Se lo abitua a buone cose, esso non pretenderà niente di cattivo. Solo non dovete presentargli il niente che possa rovinargliil gusto; piuttosto barcamenarsi un poco...
Buff
Und nichts geben was ihm Geld bringt?
So muß er desto geschwinder aufhören.
E non presentare nulla che gli porti denaro?
Così deve smettere anche prima!
Madame Krone
Wie die Sache liegt, haben Sie dem Schein nach Recht; aber wer ist Schuld daran? Eben Sie und ihre Kollegen. Denn, wären die lustigen Bedienten aus dem Trauerspiel geblieben, so wäre es noch in seinem alten Wert. Doch ich will mich mit Ihnen in keinen Wortwechsel einlassen. Herr Frank, ich habe einen der besten tragischen Schauspieler bei mir, es ist Herr Herz. Wir wollen Ihnen eine Szene aus Bianca Capello spielen. Urteilen Sie dann, ob es nicht möglich wäre die reine Empfindung auf demTheater wieder geltend zu machen. Da come sta la faccenda, in apparenza voi avete ragione; ma chi è il colpevole? Proprio voi e i vostri colleghi. Ché se i servitori sciocchi fossero rimasti fuori dalla tragedia, questa conoscerebbe ancora il suo antico valore. Ma non voglio impegnarmi in un dibattito con voi. Signor Frank, ho con me uno dei migliori attori tragici, il signor Herz. Vogliamo recitare una scena di «Bianca Capello». Poi giudicherete voi se non sarebbe possibile far ritornare sullascena il puro sentimento.
(Va dietro le quinte e torna col signor Herz)

SCENA QUINTA
Detti, Herz.
Frank
(a Herz)
Mich freut es recht sehr Sie kennen zu lernen, ich habe viel rühmliches von Ihnen gehört. Mi rallegro molto di conoscervi, ho sentito molte lodi di voi.
Herz
Ich wünsche nur, daß Sie es auch finden. Mi auguro solo che anche voi le condividiate.
Madame Krone
Wir wollen‘s versuchen. Ich bin Bianca Capello, Sie Bonaventuri! Proviamo allora. Io sono Bianca Capello, e voi Bonaventuri!
(Sta in piedi o seduta in atteggiamento malinconico)
Herz
«Warum so äußerst ernsthaft - wohl gar traurig, liebe Bianca?» «Perché tanto seria... anzi triste, cara Bianca»
Madame Krone
«Ich denke diesem Abend nach.» «Penso a questa sera.»
Herz
(facendosi attento)
«Diesem Abend?» «A questa sera?»
Madame Krone
(scuotendo tristemente la testa)
«O es ist eine feierliche Nacht Bonaventuri, diese heutige Nacht! - Nicht sowohl ihrer selbst willen - sie müßt‘ es denn noch werden - alsvielmehr ihres Andenkens halber.» «Oh, è una notte di festa, Bonaventuri, questa notte! Non tanto per se stessa, che non lo sarebbe ancora – quanto piuttosto per il ricordoche essa racchiude.»
Herz
«Ich verstehe dich nicht liebstes Weibchen.» «Non ti comprendo, amatissima mogliettina.»
Madame Krone
«Was mir wehe genug tut! Man vergißt seinen oder eines Freundes Geburtstag nicht leicht, und sie war einst die Geburtsnacht unser ehelichenVerbindung.» «E ciò mi addolora quanto basta! Non si scorda facilmente il proprio anniversario o quello d’un amico e questa fu un tempo la notte che vide nascere il nostro vincolo coniugale.»
Herz
«So?» «Davvero?»
Madame Krone
«Zwei Jahre nun, daß ich mit einem Schauder, der alle Gebeine durchbebte, bei der Rückkehr unsrer zärtlichen Unterredung, die väterliche Haustüre verschlossen fand - umkehrte - und,du weißt‘s ja in wessen Arme flog!» «Sono due anni ormai da quando, con un brivido che mi trapassava tutte le membra, ritornando dal nostro tenero colloquio, io trovai serrata la porta della casa paterna... tornai indietro...e tu ben sai in quali braccia volai!»
Herz
(cingendole il braccio attorno alle spalle; sorridente)
«Was dich doch hoffentlich jetzt nicht reut?» «E spero che adesso non te ne penta?!»
Madame Krone
(con uno sguardo fisso negli occhi di lui che a fatica lo sostiene)
«Und auch wohl nicht reuen darf! Nicht wahr Bonaventuri, du liebst mich noch?» «Ch’io non debba pentirmene! Non è vero, Bonaventuri, che mi ami ancora?»
(prendendogli la mano)
Herz
«Wie das Bianca fragen kann!» «Come può Bianca chiederlo?»
Madame Krone
(Sempre tenendogli la mano, con uno sguardo ancora più serio pieno d’amore)
«Wenigstens kann sie fragen: ob noch so rein, so heiß wie damals?» «Almeno può Bianca chiedere se ancora con tanta purezza, con tanto calore come allora?»
Herz
(con tono di chi in coscienza si sforza)
«So rein und heiß!» «Con altrettanta purezza e altrettanto calore.»
Madame Krone
«Und so einzig? Nein Bonaventuri, verbirg deine Verlegenheit nicht länger! Ein Fehlender ist mehr noch als ein Heuchler wert. - Einzig! Dies Wort also vermagst du nicht zu widerholen;jene vorigen erzwangst du noch.» «E con altrettanta fedeltà? No, Bonaventuri, non celare più il tuo imbarazzo! Un peccatore è pur sempre meglio di un mentitore. Fedele! Questa parola non riesci a ripeterla; e le precedentiti sono uscite a fatica.»
Herz
(che vuol celare il suo turbamento dando a vedere di offendersi)
«Erzwang? Fehler? Gewiß Bianca, ich weiß nicht, wie ich zu diesem Vorwurf komme.» «A fatica? Peccatore? Certo Bianca, non so come io mi meriti tale rimprovero.»
Madame Krone
«Bonaventuri! unsere Liebe ist nicht mehr ganz wie sie ehemals war, nicht mehr so wechselseitig.» «Bonaventuri! Il nostro amore non è più quello di una volta, non è più ricambiato.»
Herz
«Wenigstens auf meiner Seite.» «Almeno da parte mia lo è.»
Madame Krone
«Lieber, sprich diese Unwahrheit nicht aus! ich hasse jeden Mund, welcher lügt, und den deinigen möcht‘ ich gern ewig lieben und achten zugleich. Sieh, schon wirst du bald rot, bald bleich, schon stammelst du und stockst, und doch hab ich das Wort noch nicht einmal ausgesprochen, was weit mehr deine Farbe wechseln,und dich stammeln machen könnte.» «Caro, non proferire simili falsità! Odio ogni bocca che mente, e vorrei amare la tua e rispettarla. vedi, già ti fai tutto rosso, poi pallido, già balbetti e ti blocchi, eppure non ho ancora pronunciato la parola che più potrebbefarti cambiare di colore e balbettare.»
Herz
(sempre più imbarazzato)
«Welches Wort?» «Quale parola?»
Madame Krone
«Cassandra Bongiani.» «Cassandra Bongiani.»
Herz
«Cassandra? Was soll das? was meinst du mit ihr?» «Cassandra? Che significa? Cosa intendi con lei?»
Madame Krone
«Du wolltest es, und meine Vorherverkündigung ist eingetroffen.» «Tu l’hai voluto, e la mia precognizione ha colpito il segno.»
Herz
(riprendendosi)
«Nein Bianca, die Rote, die du mir vorwirfst, und die ich selbst gar wohl fühle, ist nicht von Scham, sondern von dem Erstaunen erzeugt, daß meine sonst so billig denkende Gattinn endlich auch ein Märchen glauben kann, das bloß müßige Pagen und Jagdjunker sich an irgend einem Regentage ausgedacht haben; Leute welche glauben, man sei verliebt in jede Dame mit der man etwa zweimal an einem Balle tanzt, oder übern andern Tag je zuweilenzwanzig Worte spricht.» «No, Bianca, il rossore che mi rinfacci e ch’io stesso percepisco non viene dalla vergogna ma dalla meraviglia che la mia sposa, solitamente così ragionevole, possa credere a una favola che oziosi paggi e cadetti hanno escogitato in qualche giorno piovoso: gente che crede che ci si innamori di ogni dama con cui un giorno si danza un paio di volte al ballo, o con cui unaltro giorno si scambiano venti parole.»
Madame Krone
«Und du beharrst auf deinem Leugnen? Warnung auf Warnung erschüttert dich nicht? Damit bei längern Umschweifen nicht stärkere Schuld des Trugs über dein Haupt komme, soschau her! Wessen ist dies Siegel?» «E insisti nella tua menzogna? Rimproveri e rimproveri non ti scuotono? Perché con prolungati giri di parole tu non aggravi sulla tua testa il peso dell’inganno, guarda dunque! Di chi èquesto sigillo?»
(Gli mostra una lettera)
Herz
(spaventato)
«Das meinige.» «È mio.»
Madame Krone
(girandola)
«Und die Hand dieser Aufschrift?» «E la grafia di questo indirizzo?»
Herz
«Gott! wenn es der verloren gegangene Brief, die Ursache von schon mancher meiner Sorgen wäre?» «Dio! Se fosse la lettera andata smarrita già causa di molti miei affanni?
(ad alta voce e tremante)
«Es scheint meine Hand zu sein.» Sembra essere di mano mia.»
Madame Krone
«Und ist es. Ist dein Brief an ein Weib mit dem nur müßige Pagen und Jagdjunker dich ins Gerede bringen. Bonaventuri! Bei dem Allwissenden! Nicht meine Mühe, nicht List der Eifersucht verschaffte mir diesen Brief! Bloß der Haß deiner Feinde bracht‘ ihn in meine Hände, und ich geb‘ ihn dir wieder, wie ich ihn empfing. Ich dürfte das Siegel nur erbrechen, und ich hätte dann sichre Beweise deiner Untreu tausendfältig;aber nein - -» «E lo è. È la tua lettera a una donna cui t’uniscono solo paggi oziosi e cadetti. Bonaventuri! Per l’Onnisciente! Non i miei sforzi, non l’astuzia della gelosia mi hanno procurato questa lettera. Solo l’odio dei tuoi nemici l’han messa nelle mie mani, e io te la restituisco così come l’ho ricevuta. Potrei infrangere il sigillo e avrei mille volte la prove sicure della tua infedeltà;ma no...»
Herz
(che sembra uscire da un sogno e osserva attentamente la lettera)
«Wie! - Götter! - Bianca! - ist‘s möglich! - dies Siegel?» «Come!... Dèi!... Bianca... È possibile!?... Questo sigillo?...»
Madame Krone
(con un doloroso sorriso)
«Nun ja, ist ganz.» «Ebbene sì, è intatto.»

Herz
(afferrando e baciandole con fuoco la mano)
«Bianca, Weib ohne Gleichen! Engel der durch Scham mich niederwirft! O wüßtest du was dieser Brief enthält!» «Bianca, donna impareggiabile! Angelo che mi abbatti nella vergogna! Oh se tu sapessi che cosa contiene questa lettera!
(col tono del pentimento)
«Welche Vorschläge? Welche Hirngespinste?» Quali proposte! quali ubbie!»
Madame Krone
«Mag ich sie doch nicht wissen! Besser freilich, dies Schreiben wäre nie geschrieben, aber da es dies einmal ist, so vergeh‘ es so.» «Meglio che io non lo sappia! Certo, meglio se questa lettera non fosse mai stata scritta, ma, dato che lo è stata, finiamola qui.»
(Straccia la lettera)
Herz
«Edelstes Weib auf Gottes weiter Erde?» «Sei la più nobile delle donne sulla vasta terra di Dio!»
(Sta per abbracciarla, ma si ritrae tremante)
«Nein ich bin es nicht wert dich zu berühren!» No, non sono degno di toccarti,
(cade in ginocchio)
«Nicht wert, ach nicht wert einmal den tiefsten Saum dieser Gewänder - -» non son degno, ohimè! non sono neppure degno di sfiorare l’orlo di questa vesti...
Madame Krone
«Bonaventuri! Mann! Steh auf!» «Bonaventuri! Uomo, alzati!»
(Lo solleva)
«Fliegst du nur anders mit inniger Reue, mit verjüngter Zärtlichkeit in meine Arme; O so haben diese Arme nie dich zärtlicher umschlungen.» Se con intimo pentimento, con ringiovanita tenerezza rivoli fra le mie braccia, oh, mai queste braccia ti avranno cinto più teneramente.
(Lo guarda con amorevole audacia)
«Böser, lieber böser Mann! Wie viel opfert‘ ich dir nicht auf?» Cattivo, cattivo sposo! Quanto non ho sacrificato per te?!»
Herz
«Ja wohl viel! Vaterland, Eltern, Wohlstand, Rang und Sicherheit gabst du hin, um Verbannung, Elend und Niedrigkeit mit mir zu teilen.Und ich - ich -» «Sì, molto! Patria, genitori, benessere, rango e sicurezza hai lasciato, per dividere meco esilio, miseria e basso stato. E io... io...»
Madame Krone
«Guter Bonaventuri! Alles was du so eben nanntest, klingt freilich rauh; ertrug sich freilich ehemals hart, aber doch war es mir nicht soschwer, als mein jetziges Los.» Buon Bonaventuri! Tutto quel che hai appena detto, sembra davvero duro; certo, lo sopporterò a fatica, eppure m’era meno duro del miodestino di oggi.»
Herz
(che la fraintende)
«Was von nun an dir keinen weitern Stoff zu Klag‘ und Kummer geben soll.» «Che d’ora in poi non ti darà più occasione di lamento e dispiacere.»
Madame Krone
«Nicht? Weißt du das so gewiß? Kennst du meine ganze Lage?» «Davvero? Lo sai con tanta sicurezza? Conosci tutta la mia situazione?»
Herz
(un po’ turbato dalle parole)
«Wie? Sollt‘ ich sie nicht kennen? Welch ein Geheimnis verschlüßt Bianca noch vor mir?» «Come? Non dovrei conoscerla? Che segreto mai Bianca mi cela?»
Madame Krone
«Das peinlichste, was sie jemals hatte. Ja, Bonaventuri! es ist unumgänglich nötig, daß ich endlich einen Schleier dir vom Auge reiße; bei dem ich‘s kaum begreife, wie er nicht schonlängst dir von selbst entsank.» «Il più penoso che mai abbia avuto. Sì, Bonaventuri. È strettamente necessario che alfine ti strappi dagli occhi un velo che non riesco acapire come non ti sia caduto da solo.
(con sguardo divenuto fisso all’improvviso)
«Oder wär es vielleicht schon geschehen? Und du hättest nur aus Kaltsinn oder Staatsklugheit geschwiegen? Schande! UnauslöschlicheSchande über dir, wenn dem so wäre!» O forse ti è già successo? E per freddezza o per ragion di stato avresti taciuto? Incancellabile vergogna, se così fosse stato!»
Herz
«Bei Gott ich verstehe dich nicht!» «Per Dio, non ti capisco!»
Madame Krone
«Das erste, das einzigemal daß eine Blindheit von dir mir lieb ist, wenigstens lieber als ein vorsätzliches Übersehen. - So wisse dann: eben die geringfügigen Reize, die einst das Glück dich zu besiegen hatten, haben auch schon seit geraumer Zeit das Unglück gehabt,die Begierden unsers Herzogs zu reizen.» «La prima, l’unica volta che una tua cecità mi sia cara, più cara almeno di una cecità volontaria. – Sappi allora: proprio le modeste attrattive, che un giorno ebbero la fortuna di conquistarti, hanno avuto da qualche tempo la sorte di eccitarele brame del nostra duca.»
Herz
(stupito)
«Wie? der Herzog liebt dich?» «Come? il duca ti ama?»
Madame Krone
«Wenigstens spricht er so.» «Almeno così dice.»
Herz
«Zwar, wer müßte dich nicht lieben, Engel in Weibsgestalt.» «Certo, chi non dovrebbe amarti, angelo sotto specie di donna?
(Appoggiando la testa alla sua mano)
«Er dich lieben! Dich? Wie so natürlich, und doch wie so schrecklich für mich!» Egli amarti? Te? Com’è naturale, eppure tanto spaventoso per me!
(Battendosi la fronte)
«Ha! Nun bebegreif ich alles! Nur das nicht, daß ich‘s nicht eher begriff! Aber woher weißt du es? Von ihm selbst?» Ah! Ora capisco tutto! Solo non capisco com’io non l’abbia capito prima! ma tu come lo sai? da lui stesso?»
Madame Krone
«Von ihm selbst! Lies diesen Brief. In ihm, wie du siehst, beut er alles auf, was er für fähig hält, meine Tugend zu erschüttern; läßt mir von allem die Wahl sobald ich ihn zu wählen mich entschlüße; Wahl, ob ich verstohlener Liebe frönen, oder als erklärte Günstlinginn mit meiner Schande prahlen wolle. Der Arme, er ahndet nicht das Blut einer venetianischen Edeltochter, nicht das Blut einer Capello in mir. - Auch stellt er‘s ganz auf meinen Ausspruch, ob er dich höher heben, oder tiefer stürzen soll, als du jemals standest. - Ob ich die Buhlschafft mit Cassandern an dir bestrafen, oder nur durch gleiche mit ihm vergelten wolle. - Dies sein Brief, den ich vorgestern erhielt! Begreifst du nun, warum ich gestern bei seinem Jagdmahle durchaus mich zu erscheinen weigerte? Warum er, deinem eigenen Ausdrucke nach, sich so zweideutig gegen dich betrug?Begreifst du‘s nun?» «Da lui stesso! Leggi questa lettera! In essa come vedi, egli offre tutto quello che pensa capace di scuotere la mia virtù; mi lascia questa scelta, non appena io decisa di scegliere lui: la scelta fra godere un furtivo amore o di vantarmi della mia vergogna come notoria favorita. Il misero non sospetta in me il sangue di una nobile veneziana, il sangue di una Capello. – Mette tutto nelle mie mani: s’egli debba sollevarti più in alto o precipitarti più in basso di quanto tu sia mai stato. Se debbo punire il tuo libertinaggio con Cassandra o solo darti il contraccambio con lui. – Questa è la sua lettera che ho ricevuto l’altro ieri. Capisci adesso perché ieri ho assolutamente rifiutato di comparire al suo banchetto di caccia? Perché, secondo le tue stesse espressioni, si comportò verso di te in modo così ambiguo? Lo comprendi adesso?»
Herz
«Ach ich begreife nur allzuviel, gleiche ganz dem Unglücklichen, den unbekannte Räuber mit verbundenen Augen in ihre Mörderhöhle geschleppt haben; und dem itzt eine mitleidige Hand den Verband wegnimmt. Er steht zwar nun wieder, aber was er sieht, sind Bilder desSchreckens.» «Ahimè! comprendo fin troppo, proprio come l’infelice che ignoti masnadieri han trascinato con occhi bendati nel loro covo di assassini e cui una mano pietosa leva la benda. Ora vedo di nuovo, ma quelle che vedo sono immagini diterrore.»
Madame Krone
«So will ich dir von einer andern Seite her die reizenden Aussichten einer sichern, sich genügsamen Liebe zeigen. Bonaventuri! Mann meines Herzens, gedenk an jene Zeiten unsrer Armut. Waren sie, trotz unsrer Armut, nicht die Zeiten unsers Glücks? Spendete nicht eben damals das Schicksal gegen uns seine größten Schätze, da es mit uns zu kargen schien? O Lieber, wir, nur wir allein können reich und arm, beglückt und unbeglückt uns machen; machen daß uns eine Hütte zur Welt, und eine Welt, zur Hütte wird. Laß uns jenes tun, da es noch hocham Tage ist.» «Dunque meglio mostrarti da un lato le seducenti immagini d’un sicuro e pacato amore! Bonaventuri! Uomo del mio cuore, pensa ai giorni della nostra povertà! Non sono stati, nonostante la nostra miseria, i tempi della nostra felicità? Non ci donò il destino i suoi più grandi tesori proprio quando ci sembrava esserne così scarso?. Oh caro, noi non soltanto possiamo renderci ricchi e poveri, felici e infelici, ma anche far sì che una capanna sia il mondo, e un mondo una capanna. Facciamolo,finché siamo ancora in pieno giorno!»
Herz
«Und wie dies anfangen?» «E da dove cominciamo?»
Madame Krone
«Kurzsichtiger! Fragst du noch? Wir flohen aus Venedig über hohe Gebürge, ohne Geld und Schutz, als wir Verfolgung besorgten, müssen wir denn Nun hier bleiben, wo sie wirklichschon da ist?» «Miope! E chiedi ancora? Siamo fuggiti da Venezia attraverso alte montagne, senza denaro e protezione, quando temevamo la persecuzione; dobbiamo dunque restar qui, doveessa ci ha raggiunto?»
Herz
(dopo una pausa)
«Meine Teure! Weder die Furcht der Armut noch selbst des Todes soll mich von einer Flucht an deiner Seite abhalten. Aber nur eine Furcht, die Furcht der Schande wünscht‘ ich nicht mitzunehmen, und eben ihrentwegen glaub‘ ich, daß wir nicht ganz so eilen können, wie wir wünschen.» «Mia cara! Né la paura della povertà, nemmeno quella della morte devono impedirci una fuga al tuo fianco. Ma solo un timore, la paura della vergogna, non vorrei portare con me, e proprio a causa di questa credo che non possiamoaffrettarci tanto quanto desideriamo.»
Madame Krone
«Welcher Schande?» «Di quale vergogna?»
Herz
«Du wießt, daß des Herzogs anscheinende Großmut mir eine Menge Geschäfte von größter Wichtigkeit anvertrauet hat; itzt fliehn, eh sie vollendet worden, schiene treulos gehandelt; gäbe unsern Feinden ein zweischneidigesSchwert in die Hand.» «Tu sai che l’apparente magnanimità del duca m’ha affidato una gran quantità di affari della massima importanza; fuggire adesso, prima che essi siano stati portati a termine, parrebbe un’azione sleale e darebbe in mano ai nostrinemici una spada a doppio taglio.»
Madame Krone
(scuotendo la testa)
«Schiene treulos gehandelt! Und warten bis sie geendet, scheint sehr unklug oder vielleicht sehr unmöglich. Ich bürge für meine Standhaftigkeit. Aber Mann mit der wachsweichenSeele, wer bürgt dir für dich selbst?» «Parrebbe d’aver agito slealmente! E attendere che essi siano terminati, sembra poco saggio, forse impossibile. Io garantisco per la mia fermezza. Ma, uomo con un’anima molle comecera, chi garantisce per te stesso?»
(Accenna ad andarsene)
Herz
(trattenendola)
«Liebstes, teuerstes Weibchen, wohin?» «Amatissima, carissima donna mia dove vai?»
Madame Krone
«Laß mich auf einige Minuten allein; du kennst die Art meines Grams. Auch habe ich dir ja wohl Stoff genug zur Unterhaltung mit dir selbstgegeben.» «Lasciami sola per qualche minuto; tu sai di che natura sia la mia pena. Inoltre io ti ho già dato abbastanza materiale per intrattenerti conte stesso.»
(Mostra che la scena è finita)
Frank
Vortrefflich! Ja wohl Madame sind solche Schauspieler fähig die reine Empfindung auf dem Theater wieder geltend zu machen. WollenSie bei mir bleiben? Eccellente! In verità, Madame, simili attori sono in grado di restituire valore alla vera sensibilità del teatro. Volete restare con me?
(a Herz)
Auch Sie? So schätz‘ ich mich glücklich. Aber mehr als vierzehn Taler die Woche kann ich jedem von ihnen nicht geben. Anche voi? Mi riterrei fortunato. Ma non posso darvi più di 14 talleri la settimana.
Madame Krone
Vollkommen zufrieden. Die Art, mit der Sie solche anbieten, ist hinlänglicher Ersatz. Perfettamente soddisfatta. Il modo con cui li offrite ci compensa quanto basta.
Buff
(sottovoce)
Herr Frank, da haben Sie einen dummen Streich gemacht, die Leute wollen lachen nicht ächzen. Signor Frank, avete fatto una sciocchezza, la gente vuol ridere, non soffrire.
Frank
Es gibt auch welche, die noch Herzen haben. Esiste anche quella che possiede ancora un cuore.

SCENA SESTA
Gli stessi, Madame Vogelsang
Buff
Ah! Madame Vogelsang! Willkommen, willkommen.
Eben recht! Wollen Sie Engagement haben?
Ah! Madame Vogelsang! Benvenuta, benvenuta!
Giungete e proposito. Volete una scrittura?
Madame Vogelsang
Deswegen komm ich her. Ich höre - - Per questo vengo qui. Sento...
Buff
Herr Frank, da machen Sie eine Acquisition. Signor Frank, voi fate un buon acquisto.
(Un po’ sottovoce, indicando Madame Krone)
Wenn Madame das Publikum mit lauter Empfindung eingewiegt hat, weckt die es wieder auf. Ich will Ihnen gleich eine Probe machen. Quando Madame ha cullato il pubblico con la vera sensibilità, costei lo risveglia. Voglio darvene subito dimostrazione.
(a Madame Vogelsang)
Madame! Wissen Sie noch die Scene aus der galanten Bäuerin, die wir so oft zusammen gespielt haben? Madame! Conoscete la scena della «galante contadina» che abbiamo recitato tante volte insieme?
Madame Vogelsang
Was sollt‘ ich nicht! Es ist ja eine meiner Lieblingsszenen, meine Hauptscene; ist ja auf mich geschrieben worden. Perché non dovrei?! È una delle mie scene preferite, la mia gran scena, scritta proprio per me.
Buff
Nun so bitten wir um Platz. Allora vi preghiamo di farci posto.
(Madame Krone, Frank e Herz si tirano un po’ indietro)
Buff
«Guten Morgen Röschen! Wohin so früh?» «Buongiorno, Rosellina! Dove vai così presto?»
Madame Vogelsang
«In die Stadt.» «In città.»
Buff
«Und so geputzt?» «Così acconciata?»
Madame Vogelsang
«Es hat seine Ursachen.» «Un motivo c’è.»
Buff
«Ei! was denn für welche?» «E quale mai?»
Madame Vogelsang
«Mußt du‘s denn wissen?» «Ma devi proprio saperlo?»
Buff
«Das versteht sich, als dein zukünftiger Mann.» «S’intende, quale tuo futuro sposo.»
Madame Vogelsang
(sospirando)
«Ja, da ist noch eine gute Weile hin.» «Sì, ne deve passare ancora del tempo.»
Buff
«Hm! So gar lange ist‘s doch eben nicht bis auf den Herbst.» «Ehm! Non è che manchi poi molto all’autunno.»
Madame Vogelsang
«Mein guter Michel deine heurige Fechsung wirst du wohl noch ohne mich verzehren.» «Mio buon Michele, il tuo raccolto per quest’anno lo consumerai ancora senza di me.»
Buff
(sospirando)
«So? Ei! wie käm‘ denn das?» «Davvero? Ehi! Come sarebbe?»
Madame Vogelsang
«Ja schau mein lieber Michel, man muß weiter hinaus denken, als auf heute und morgen. Ich habe nichts und du hast nicht viel, was kommt da heraus? Siebzehn Jahr bin ich auch erst alt, und wenn man gar so jung heuratet, wird mangar geschwind alt, hab ich gehört.» «Vedi mio caro Michele, bisogna guardare avanti, non all’oggi e al domani. Io non ho niente e tu non molto, come ce la caviamo? Io ho soltanto diciassette anni, e se ci si sposa così giovani, si diventa vecchi prima, ho sentitodire.»
Buff
«So! so!» «Già! già!»
Madame Vogelsang
«Es ist also besser, wir lassen‘s noch stehn.» Allora è meglio aspettare ancora.»
Buff
«Kurios! Wie kommt dir denn das auf einmal in Kopf?» «Strano! Come ti è venuta di colpo questa idea per il capo?»
Madame Vogelsang
«Ganz natürlich! Wenn man ein wenig weiter geguckt hat als in seine Schüssel, so sieht man ja, daß das Geld heut zu Tage das notwendigste Hausge-räte ist, und wenn man das nun nicht hat, so muß man sich doch erst darumumsehn.» «Così, naturalmente! Se si guarda un po’ più in là della propria scodella, si scorge che oggigiorno il denaro è l’arnese domestico più necessario e se non se ne possiede, bisognadarsi da fare.»
Buff
«Meinst du? Gehst etwa deswegen in die Stadt?» Ah sì? Forse per questo vai in città?»
Madame Vogelsang
«Grade deswegen. Ich will mein Glück probieren.» «Per questo, appunto. Voglio tentar la mia sorte.»
Buff
«Nun, und wie willst du denn das anstellen? Sag einem doch auch ein bischen was, vielleicht lernt man noch ein und anders.» «Ma come te la caverai? Spiegamelo un pochettino; forse potremmo imparare l’uno dall’altro.»
Madame Vogelsang
«Du darfst weiter nicht spitzig tun, es hat alles seine gute Richtigkeit. Schau, da hab ich einen Korb Äpfel?» «Smetti di essere così pungente: ogni cosa ha le sue ragioni. Guarda ecco qui un cesto di mele!»
Buff
«Das seh‘ ich. Nun?» «Lo vedo. Allora?»
Madame Vogelsang
«Der muß machen, daß ich noch einmal mit Kutsch‘ und Pferden fahre.» «Farà in modo che un giorno viaggerò con carrozza e cavalli.»
Buff
(Le tocca la fronte)
«Bist gestern gewiß zu viel in der Sonne gestanden?» «Sei forse stata troppo al sole, ieri?»
Madame Vogelsang
«Gar nicht Herr Michel. Nu - die Äpfel trag‘ ich zu der alten Anne Bruder, der ist fürstlicher Gärtner - -» «Niente affatto, signor Michele. Dunque... le mele le porto al fratello della vecchia Anna che è giardiniere del principe...»
Buff
«Und der wird dir so viel dafür geben, daß du - -?» «E quello ti darà in cambio tanto che tu...»
Madame Vogelsang
«Plump mir nur nicht drein. Da hab ich auch ein Briefchen an ihn, wo sie mich ihm rekommandiert, damit er mich bei sich behält. Der hat nun das ganze Jahr hindurch eine Menge Pomeranzen und Pfirsiche. Er gibt mir also alle Tage ein Körbel voll zu verkaufen. Die trag‘ ich in der Früh aus, in die Kanzleien, auf die Reitschule, und was mir noch übrig bleibt, gegen Mittag zu den vornehmen Herren, wenn sie Ballen spielen. Nun, mit einem hübschen Mädel handeln solche Leute nicht: jeder gibt mir was ich fordre, mancher schenkt mir wohl gar noch was dazu. Da kann ich mir also leicht in einemVormittage ein paar Gulden verdienen.» «Smettila di dire scemenze. Ho qui anche una letterina per lui dove lei mi raccomanda perché egli mi tenga presso di sé. Ha per tutto l’anno una gran quantità di arance e di pesche. Tutti i giorni me ne dà un cesto pieno da vendere. Esco presto, porto la frutta nelle cancellerie, alla cavallerizza, e se me ne resta ancora, verso mezzogiorno la reco ai distinti signori che giocano a palla. Ora con una graziosa fanciulla quelli non mercanteggiano: ognuno mi dà quanto richiedo, qualcuno mi aggiunge anche qualcosa in più. Così in una mattina posso guadagnamifacilmente un paio di fiorini.»
Buff
«Manchmal auch mehr, nachdem du eine Kundschaft triffst. hm! hm!» «Talvolta anche di più se incontri il cliente giusto. Ehm! Ehm!»
Madame Vogelsang
«Rümpf‘ du nur die Nase, ich weiß schon, was ich zu tun habe. Wenn mir einer sagt, ich soll ihm Pomeranzen ins Haus bringen, so versprech‘ ich ihm‘s wohl, weil er mir desto mehr zahlt, aber ich find‘s Haus nicht, und so behalt‘ich lange eine gute Kundschafft an ihm.» «Arriccia pure il naso; so quello che devo fare. Se uno mi dice che devo portargli le arance in casa, sulle prime glielo prometto, perché mi paghi di più, ma io non trovo poi la casa, e cosìmi tengo a lungo un buon cliente.»
Buff
«Schau, schau! Freilich, bei Handel und Wandel kommt viel auf die Kundschaften an. Nu, weiter?» «Guarda! Guarda! Certo, in affari molto dipende dalla clientela. E poi?»
Madame Vogelsang
«Das geschieht nun alles Vormittag. Nachmittag lern ich näh‘n, Putzmachen und frisieren. In einem Jahr bin ich fertig, da leg‘ ich denn mein Bauerngewandel ab, kleid mich nach der Mode, und komm zu einer Gräfin als Kammerjungfer.» «E questo accade ogni mattina. Al pomeriggio imparo a cucire, acconciare e pettinare. In un anno sono a cavallo, e allora smetto le mie vesti di contadina, mi vesto alla moda e vadocome cameriera da una contessa.»
Buff
«Potztausend, wie geschwind!» «Per mille diavoli, come corri!»

Madame Vogelsang
«Du darfst gar nicht zweifeln, ein hübsch Gesicht wird überall rekommandiert.» «Non devi dubitare; un bel visetto si raccomanda ovunque.»
Buff
«Und da fährst du also mit Kutsch und Pferden? Richtig, mit der Bagage, wenn die Herrschaft auf die Güter fährt.» «E tu viaggeresti con carrozza e cavalli? Certo, con i bagagli, quando Sua Signoria parte per la sua tenuta.»
Madame Vogelsang
«Nein Herr Michel, ich sitz‘ bei der Gräfin in der Kutsche. Das ist aber alles noch nicht, was ich meine.» «No, signor Michele, io siedo accanto alla contessa in carrozza. ma non è questo che volevo dire.»
Buff
«Nicht? Hören wir also weiter!» «No? Sentiamo allora il resto!»
Madame Vogelsang
«Nun hat mich gleich alles im Haus zum Fressen lieb. Der junge Graf streicht mir erschrecklich nach; aber den lass‘ ich ablaufen, damitich‘s mit der alten Gräfin nicht verderbe.» «Ora, tutti in casa mi amano alla follia. Il contino mi sta sempre alle costole, ma io gliela faccio lunga, così non mi guasto con la vecchia contessa.»
Buff
«Eine gute Ursache.» «Un buon motivo.»
Madame Vogelsang
«Aber mit dem Hofmeister von der jungen Herrschaft geb ich‘s ein bischen gelinder. Der kann Musik und lernt mich singen, damit ich also seine Kundschaft nicht verliere, lass‘ ich ihnhoffen, daß ich ihn heuraten werde.» «Ma con il precettore delle giovani Signorine sono un pochino più condiscendente. Lui conosce la musica e m’insegna a cantare; e per non perdere la sua amicizia, gli lascio sperareche lo sposerò.»
Buff
«Wieder nur wegen der Kundschaft.» «Anche questa sarebbe amicizia!»
Madame Vogelsang
«In zwei Jahren kann ich singen wie eine Nachtigall, da komm ich auf die Komödie als Sängerinn, und krieg‘s Jahr tausend Dukaten.» «In due anni so cantare come un usignolo, vado a cantare in teatro e prendo mille ducati l’anno.»
Buff
«Auf die Komödie! O liebes Röschen, was fängst du an?
Weißt du nicht, daß die Leute nicht selig werden?»
«In teatro? Oh cara Rosellina, dove ti avvii?!
Non sai che quella gente perde l’anima sua?»
Madame Vogelsang
«Vor Alters wohl; aber nach der neuen Einrichtung kommen sie so gut in Himmel als der Schulmeister.» «Un tempo, sì; ma secondo le nuove direttive, va in cielo proprio come il maestro di scuola.»
Buff
«Ich hab noch keinen dort gesehen.» «Io non ne ho mai veduto uno.»
Madame Vogelsang
«Das glaub‘ ich, du bist auch noch nicht dort gewesen. Nun ist‘s gar aus; itzt verliebt sich die ganze Welt in mich; ich schick‘ aber alle spatzieren,ich weiß schon auf wen ich warte.» «Lo credo; ancora non ci sei andato. Ora è fatta; ormai tutti si innamorano di me; io li mando tutti a spasso, e so bene chi sto aspettando.»
Buff
«Auf wen denn?» «Chi mai?»
Madame Vogelsang
«Auf einen alten Kavalier. Den lass‘ ich mir an die linke Hand antrauen; in einem Monat stirbt er, und vermacht mir eine Herrschaft, die mirdes Jahrs hundert tausend Gulden einträgt.» «Un vecchio cavaliere. Io lo sposo con la mano sinistra, in un mese muore ed eredito un patrimonio che mi rende centomila fiorini l’anno.»
Buff
«Ach Röschen! Herzens-Röschen! Mach mich doch hernach zum Verwalter!» «Ah Rosellina! Rosellina del cuor mio! Allora fammi tuo amministratore!»
Madame Vogelsang
(prende un’aria altezzosa)
«Ihr könnt ja nicht schreiben guter Freund.» «Ma se non sapete servire, caro amico?»
Buff
«Ach liebe gnädige Frau, ich werd‘s schon lernen, wenn ich nur einmal Verwalter bin. Und mit ihrem Mann werden Sie‘s ja auch nicht sogenau nehmen.» «Ah, cara gentil signora, imparerò, sempre che io diventi amministratore: E con vostro marito non andrete troppo per il sottile.»
(Vuole abbracciarla)
Madame Vogelsang
(Lo respinge da sé)
«Grober Knopf! Wißt ihr wen ihr vor euch habt?» «Rozzo individuo! Sapete chi vi sta davanti?»
Buff
(Tornando a bomba)
«Potztausend Sapperment! Tust du doch als ob du schon eine Dame wärst.» «Per diecimila diavoli! Già ti atteggi come se tu fossi una dama!»
Madame Vogelsang
(tornando a bomba pure lei)
«Ha, ha, ha! Gelt ich weiß mich drein zu schicken?» «Ah ah ah! So entrar bene nella parte, vero?»
Buff
«Ja, ja. Wenn nur der Kavalier schon gestorben wäre!» «Sì, sì. Se solo fosse già morto il cavaliere!»
Madame Vogelsang
«Das geht alles wie ich gesagt habe. Nun was sagst du? Ist das nicht klug ausgedacht?» «Tutto andrà come ho detto. Allora che dici? Non è ben pensata?»
Buff
«Ja ja, wenn‘s nur alles so ginge! Aber sag mir nur Röschen (denn jetzt bist doch noch keine Dame) woher hast du denn das Zeug alles?» «Certo, sì, se tutto andasse così! Ma dimmi, Rosellina – per adesso non sei ancora una dama – dove hai preso tutta quella roba?»
Madame Vogelsang
«Von der alten Anne. Du weist, die hat viel gesehn, da hat sie mir denn immer so erzählt; und ich hab mir das so zusammenbuchstabiert.» «dalla vecchia Anna. Sai, lei ha visto molte cose, tante me ne ha raccontate, e io ho fatto tutto un fascio.»
Buff
«Schau Röse, ich hätte nichts dagegen. Aber, wenn nun alles so ginge, wie du sagst, wie käm‘ denn ich hernach an dich?» «Guarda, Rosa, non avrei niente in contrario. ma se tutto andasse come tu dici, come arriverei fino a te?»
Madame Vogelsang
«Das will ich dir gleich sagen: du gehst itzt mit mir in die Stadt. Annens Bruder muß dich in ein großes Haus als Kucheltrager bringen; tragen kannst du, das weiß ich; nun da lernst du daneben schreiben und lesen. In ein paar Jahren wirst du Kuchelinspektor. Nun legst du dir was auf die Seite; hernach wirfst du irgend einem Hofrat was ins Maul, der bringt dich zu einer rechten großen Herrschaft als Hofmeister. Itzt hast du schon gewonnen. Denn in der Zeit bin ich schon auf der Komödie; ich geb dir mein Erübrigtes, du legst deine Sporteln dazu und leibst aus. Zwanzig vom hundert sagt die alte Anne wär‘ immer noch christlich. Das häuft sich nun von Tag zu Tag. Endlich braucht dein Graf ein funfzigtausend Gulden, die leihst du ihm, und er verschreibt dir seine Herrschaft. Du gibst ihm jährlich zehn tausend Gulden, und wenn er stirbt, gehört alles dein. Itzt ist gerade mein Kavalier auch gestorben. Du wirst ein HerrVon, und wir heuraten uns.» «Te lo voglio dire subito: tu vieni adesso con me in città. Il fratello di Anna ti prenderà in una casa nobile come facchino; portar pesi, lo so, è il tuo forte; poi impari a scrivere e leggere. In un paio di anni diventi ispettore delle cucine. Allora netterai da parte qualcosa; poi getterai qualcosa in bocca d’un consigliere di corte che ti farà diventare maggiordomo presso qualche nobilone. Ormai hai vinto. Frattanto io sono già arrivata a teatro; ti do i miei risparmi, unisci i tuoi ai miei introiti e concedi prestiti. Il venti per cento, ha detto la vecchia Anna, è ancora da cristiani. E il denaro si moltiplica giorno dopo giorno. Al tuo conte servono cinquantamila fiorini, tu glieli presti, e lui ti cede la sua proprietà. Tu gli dai diecimila fiorini l’anno, e quando muore, tutto appartiene a te. Allora sarà morto anche il mio cavaliere. Tu diventi unsignor “Von” e ci sposiamo.»
Buff
«Ah! Rubenfikerment! Ich ein Herr Von! Nun Röse, du sollst sehn, wie ich mich patzen will. Ich will dir gewiß meinen Herrn Von vorstellen trotz einem. Da hast meine Hand drauf, ich gehmit dir, verkauf meine Wirtschaft, und werd‘ ein Kucheltrager.» «Ah! Caspitina! Io sono un signor “Von”! Allora, Rosa, vedrai come me la cavo. Te lo farò veder io il mio signor “Von”: te lo garantisco: vengocon te, vendo il mio podere, e farò il facchino.»
Madame Vogelsang
«Aber Michel, daß du nur gescheit bist. Das erste Jahr können wir noch zusammen kommen, aber hernach müssen wir tun als ob wir uns nicht kennten.» «Ma Michele, bada bene. Il primo anno non possiamo ancora incontrarci, e poi dobbiamo far le viste di non conoscerci.»
Buff
«Was? ich sollt‘ dich nicht sehen?» «Cosa? Non ti dovrei vedere?»
Madame Vogelsang
«Nur heimlich; das werden wir schon ausmachen, bis du Herr Von bist und ich Witwe; hernach geht‘s schon.» «Solo di nascosto; cercheremo come fare, finché tu non sarai un signor “Von” e io una vedova; poi i problemi sono finiti,»
Buff
«Und was unterdessen vorfällt? - - Nun, geht eins mit dem andern auf.» «E quel che frattanto succede?... Ora tutto torna.»
(La abbraccia e si rivolge verso i presenti)
Nun Herr Frank? Allora, signor Frank?
Frank
Mit auserordentlich viel Natur. Con naturalezza davvero straordinaria.
Madame Vogelsang
Also werden Sie mir doch Engagement geben? Allora, mi scritturerete?
Buff
Können Sie noch fragen? Potete ancora chiederlo?
Madame Vogelsang
Nun, ich will billig sein, achzehn Taler die Woche. Sì, voglio essere generosa, diciotto talleri la settimana.
Frank
(imbarazzato)
Madame - recht gern - Madame... beh...

Madame Krone
Was! Und ich soll mit Vierzehn Talern zufrieden sein? Cosa? E io devo essere soddisfatta di quattordici talleri?
Buff
(a Madame Krone)
Madame, Sie werden erlauben - es ist immer schwerer das Publikum mit Anstand lachen zu machen als Tränen zu erregen. Überdas ist auch eine komische Aktrice immer brauchbarerals eine bloß tragische. Madame, permettete... è sempre più difficile far ridere il pubblico che suscitarne la lacrime. Inoltre un’attrice comica è sempre più utilizzabiledi una soltanto tragica.
Madame Vogelsang
Ich habe noch einen Vorzug. Ich habe einen Mann der singen kann. Ho anche un altro vantaggio. Ho un marito che canta.
Herz
Und ich eine Frau die singt. E io una moglie che canta.
Madame Vogelsang
Ich will meinen Mann gleich holen. Vado subito a prendere mio marito.
(Esce)
Herz
Und ich meine Frau. E io mia moglie.
(Esce)
Madame Krone
Nein, das heißt die Kunst zu weit herabsetzen. No, questo significa abbassar troppo l’arte.
(Esce)
Frank
Warten Sie doch Madame! Ma aspettate, Madame!
Madame Krone
Nicht einen Augenblick. Non un solo momento.
Frank
Da haben wir‘s, die Gesellschaft ist noch nicht beysammen, und die Uneinigkeit herrscht schon in vollem Maß. È fatta; la compagnia non è ancora riunita e già vi regna il disaccordo.
Buff
Warum sind Sie mit der Gage gestiegen. Sie treiben Sie noch auf zwanzig Taler hinauf, wenn Sie nicht fest halten. Perché avete aumentato il compenso? Se non siete inflessibile, arriverete a venti talleri.
SCENA SETTIMA
Frank, Signor Herz e Madame Herz
Herz
Hier hab ich das Vergnügen Ihnen meine Frau vorzustellen. Sie ist bereit Ihnen mit einer kleinen Arie eine Probe von Ihrer Stimme zu geben Ho il piacere di presentarvi mia moglie. È pronta a darvi un saggio della sua voce con una piccola aria.
Frank
Sie werden mir ein auserordentliches Vergnügen machen. Mi farà uno straordinario piacere.
N. 1 - Arietta
Madame Herz
Da schlägt des Abschieds Stunde
Um grausam uns zu trennen;
Wie werd‘ ich leben können
O Damon! ohne dich!

Ich will dich begleiten
Im Geist dir zur Seiten
Schweben um dich!
Und du! - - vielleicht auf ewig
Vergißt dafür auf mich!
Doch nein, wie fällt mir so was ein!
Du kannst gewiß nicht treulos sein.

Ein Herz das so der Abschied kränket,
Dem ist kein Wankelmut bekannt
Wohin es auch das Schicksal lenket!
Nichts trennt das festgeknüpfte Band.
Scocca l’ora dell’addio,
ahimè! ci separiamo;
come potrò mai vivere,
O Damone, senza te?

Ti voglio seguire,
in spirito al tuo fianco
librarmi intorno.
E tu, forse per sempre,
ti scorderai di me!
No, che mi salta in testa?!
Tu non sei infedele.

Un cuore che tanto soffre l’addio,
non conosce incostanza,
ovunque lo guidi il destino!
Nulla scioglie il saldo nodo.
Frank
Göttlich! Unvergleichlich! Ich bin Ihnen für das Vergnügen unendlich verbunden, Madame! Divina! Impareggiabile! Vi sarò eternamente obbligato per il piacere, Madame!
(Bacia la mano a Madame Herz)
Herz
(che gli sottrae la mano della moglie)
Um Vergebung Herr Frank, Sie bewundern zu lebhaft! Ich mag das nicht gern leiden. Sie sind also mit dem Talent meiner Frau zufrieden? Scusate, signor Frank; voi ammirate con troppa vivacità! Non so sopportare facilmente. Siete soddisfatto del talento di mia moglie?
Frank
Wer würde das nicht sein? Chi non lo sarebbe?
Herz
Nun denn, so werden Sie auch unsre Forderung nicht zu hoch finden. Sie geben meiner Frau sechzehn Taler die Woche, und mir, weilich‘s schon eingegangen bin, vierzehn. Quindi, non troverete troppo alta la nostra richiesta. Dia a mia moglie sedici talleri la settimana, e a me, poiché lo ho concordato, quattordici.
Frank
Recht gerne. Molto volentieri.
Buff
Wir steigen. Aumentiamo di numero!
SCENA OTTAVA
Detti, Mademoiselle Silberklang
Mademoiselle Silberklang
Ihre Dienerinn Herr Frank. Sie errichten, wie ich höre, eine deutsche Oper? Ich will mich also bei Ihnen als Sängerinn melden. Ich bin Mademoiselle Silberklang, Sie müssen mich ohne Zweifel per renommée kennen - Weil der Ruf aber oft betrüglich ist, so will ich Ihnen ein kleines Rondeau singen, damit Sie selbst urteilen können. Serva vostra, signor Frank. A quel che sento, mettete in scena un’opera tedesca? Voglio propormi a voi come cantante. Sono Mademoiselle Silberklang. Dovete conoscermi, senza dubbio par renommée. Ma poiché la fama è sovente ingannevole, vi canterò un piccolo rondo, perché possiate giudicare voi stesso.
N. 2 - Rondo
Mademoiselle Silberklang
Bester Jüngling! mit Entzücken
Nehm‘ ich deine Liebe an;
Da in deinen holden Blicken
Ich mein Glück entdecken kann.

Aber, ach! wenn düst‘res Leiden
Unsrer Liebe folgen soll,
Lohnen dies der Liebe Freuden?
Jüngling das bedenke wohl!

Nichts ist mir so wert und teuer
Als dein Herz und deine Hand;
Voll vom reinsten Liebes-Feuer
Geb‘ ich dir mein Herz zum Pfand.
Ottimo giovane! con gioia
accetto il tuo amore;
nei tuoi cari sguardi
scoprirò la mia felicità.

Ma ahimè! se dolore crudele
seguirà al nostro amore,
lo compensin le gioie d’amore.
Giovinetto, pensaci bene!

Nulla m’è più prezioso e caro
del tuo cuore e della tua mano;
colmo di puro fuoco d’amore,
ti do in pegno il mio cuore.
Frank
Bravo! Bravo! Zwei so vortreffliche Sängerinnen müssen meiner Gesellschaft einen besondern Wert geben. Wenn Sie um Sechzehn Taler bei mir bleiben wollen - - Brava! Brava! Due cantanti così eccellenti daranno particolare lustro alla mia compagnia. Se volete restare con me per sedici talleri...
Mademoiselle Silberklang
Da haben sie meine Hand - Ich mache nicht viel Umstände. Ecco la mano... Io non faccio tante cerimonie.
Buff
(sottovoce a Frank)
Akkordieren Sie zugleich, wie oft sie in einer Woche den Katarrh haben will. Accordatevi subito su quante volte la settimana avrà il catarro!
SCENA NONA
Detti, Madame Vogelsang e Signor Vogelsang.
Madame Vogelsang
Hier Herr Frank hab ich die Ehre Ihnen meinen Mann aufzuführen. Ecco signor Frank ho l’onore di presentarvi mio marito.
Frank
Willkommen, willkommen. O nun hab‘ ich ja schon eine Oper beysammen. Nur Einigkeit bitt ich, meine Kinder. Benvenuto! benvenuto! Oh, ora abbiamo messo insieme l’opera! Adesso, vi prego, concordia figli miei!
Mademoiselle Silberklang
Über mich werden Sie deshalb nicht klagen können, ich bin das beste Mädchen, ich tue alles, was man will. Sagen Sie mir, wie viel hat Madame Per quanto sta in me, non avrete motivo di lagnarvi; io sono una brava ragazza, faccio tutto quello che mi si chiede. Ditemi, quanto prende Madame
(indicando Madame Herz)
Gage? di compenso?
Frank
So viel wie Sie. Se l’avessi saputo!
Madame Herz
Sie glauben doch wohl nicht mehr zu verdienen als ich? Non penserete forse di meritare più di me?!
Buff
O Einigkeit! Oh concordia!
Mademoiselle Silberklang
(a Frank)
So müssen Sie wenigstens mich als erste Sängerinn annehmen. Dovete almeno scritturarmi come prima donna.

Madame Herz
Dagegen protestier‘ ich. Protesto!
N. 3 - Terzetto
Mademoiselle Silberklang
Ich bin die erste Sängerin.
Io sono la prima donna.
Madame Herz
(beffarda)
Das glaub‘ ich, ja nach Ihrem Sinn.
Certo a sentir voi.
Mademoiselle Silberklang
Das sollen Sie mir nicht bestreiten.
Non dovete contrastarmi!
Madame Herz
(beffarda)
Ich will es ihnen nicht bestreiten.
Non voglio contestarvelo.
Signor Vogelsang
Ei! lassen Sie sich doch bedeuten.
Su! siate più chiare.
Mademoiselle Silberklang
Ich bin von keiner zu erreichen
Das wird mir jeder eingestehn.
Sono inarrivabile
ognuno lo ammette.
Madame Herz
(beffarda)
Gewiß ich habe ihres gleichen
Noch nie gehört und nie gesehn.
Certo, una come voi
io mai vidi o intesi.
Signor Vogelsang
Was wollen Sie sich erst entrüsten,
Mit einem leeren Vorzug brüsten,
Ein jedes hat besondern Wert
Perché volete indignarvi?
vantarvi d’un vano primato?
Ognuno ha il proprio merito.
Mademoiselle Silberklang e Madame Herz
Mich lobt ein jeder der mich hört.
Mi lodo chiunque mi sente.
Madame Herz
Adagio! adagio!
Adagio, adagio!
Mademoiselle Silberklang
Allegro! allegrissimo;
Allegro, allegrissimo!
Signor Vogelsang
Piano! Pianissimo!
Kein Künstler muß den andern tadeln
Es setzt die Kunst zu sehr her ab.
Pian piano! pianissimo!
Gli artisti non si devono criticare,
così si svilisce l’arte.
Madame Herz
Wohlan! nichts kann die Kunst mehr adeln
Ich steh von meiner Ford‘rung ab.
Oh sì, nulla meglio nobilita l’arte!
Rinuncio alle mie pretese.
Mademoiselle Silberklang
Ganz recht! nichts kann die Kunst mehr adeln
Ich stehe ebenfalls nun ab.
Oh sì, nulla meglio nobilita l’arte!
Rinuncio alle mie pretese.
Buff
(con ironia)
Es lebe die Einigkeit!
Evviva la concordia!
SCENA ULTIMA
Detti, Eiler, madame Pfeil e Madame Krone
Madame Pfeil
Was hab ich gehört, Herr Frank, Sie geben andern sechzehn Taler, und mir nur zwölfe? Da wird nichts draus. Ich muß die höchste Gagehaben; denn ich bin in allen Fächern zu brauchen. Cosa ho inteso, signor Frank: alle altre date sedici talleri e a me solo dodici!? Non se ne fa nulla. Io devo avere il compenso più alto, io che posso essere utilizzata in ogni ruolo.
Eiler
(sottovoce a Frank)
Gesteh‘n Sie ihr‘s nur ein. Ich zahle ja so alles. Concedeteglielo! Pago tutto io.
Frank
(sottovoce a Madame Pfeil)
Beruhigen Sie sich nur; Sie sollen einen Separat-Kontrakt haben. Tranquillizzatevi: avrete un contratto a parte.
Madame Pfeil
So lass‘ ich‘s gelten. Allora sono d’accordo.
Madame Krone e Madame Vogelsang
Was ist das? Che c’è?
Madame Herz e Mademoiselle Silberklang
Was ist das? Che c’è?
Frank
Daß ich gar keine Gesellschaft errichten will; wenn ich gleich anfangs so viel Hindernisse finde. Non voglio più metter su compagnia, se subito agli inizi trovo tanti ostacoli.
(dopo una breve pausa)
Madame Krone
Herr Frank, ich will der Kunst mein Interesse aufopfern. Signor Frank, voglio sacrificare all’arte il mio interesse.
Madame Vogelsang
Ich will mich am Beyfall schadlos halten. Voglio ripagarmi del danno con gli applausi.
Madame Herz
Ich auch. Anch’io.
Mademoiselle Silberklang
Daran wird mir‘s auch nicht fehlen. neppure a me mancheranno.
Buff
Nun so wäre alles wieder in Ruhe. Per ora tutto sembrerebbe tranquillo
(a parte)
Bis es wieder ausbricht.
Herr Frank, ich wünsche Ihnen Glück zu ihrer Gesellschaft. Ich fürchte nichts - als daß sie lauter erste Aktricen und erste Sängerinnen haben.
finché di nuovo non esploderà.
Signor Frank, vi auguro buona fortuna con la vostra compagnia. Non ho alcun timore... se non che avete soltanto prime attrici e prime donne.

N. 4 - Canto finale
Mademoiselle Silberklang
Jeder Künstler strebt nach Ehre,
Wünscht der einzige zu sein;
Und wenn dieser Trieb nicht wäre,
Bliebe jede Kunst nur klein.
Ogni artista lotta per l’onore,
brama essere l’unico;
non fosse per questo entusiasmo,
sarebbe poca cosa l’arte.
Tutti
Künstler müssen freilich streben
Stets des Vorzugs wert zu sein;
Doch sich selbst den Vorzug geben,
Über andre sich erheben,
Macht den größten Künstler klein.
Ogni artista deve aspirare
a meritarsi il primato;
ma se da sé se l’accorda,
e s’innalza sopra gli altri,
ben poco vale anche il migliore.
Signor Vogelsang
Einigkeit rühm ich vor allen
Andern Tugenden uns an;
Denn das Ganze muß gefallen
Und nicht bloß ein einz‘lner Mann.
La concordia io lodo
qual prima d’ogni virtù;
deve piacere l’insieme,
non un artista solo.
Tutti
Künstler müssen freilich streben
Stets des Vorzugs wert zu sein;
Doch sich selbst den Vorzug geben,
Über andre sich erheben,
Macht den größten Künstler klein.
Ogni artista deve aspirare
a meritarsi il primato;
ma se da sé se l’accorda,
e s’innalza sopra gli altri,
ben poco vale anche il migliore.
Madame Herz
Jedes leiste was ihm eigen,
Halte Kunst, Natur, gleich wert;
Laßt das Publikum dann zeigen
Wem das größte Lob gehört.
Dia ciascuno quello che è suo
stimi l’arte e la natura;
mostri poi il pubblico
a chi tocchi la più alta lode.
Buff
Ich bin hier unter diesen Sängern
Der erste Buffo das ist klar;
Ich heiße Buff - nur um ein O
Brauch ich den Namen zu verlängern,
So heiß ich ohne Streit: Buffo.
Und daß, wie ich, kein‘s singen kann,
Sieht man den Herren doch wohl an?
Son fra questi cantanti
il primo buffo, è chiaro.
Mi chiamo Buff... solo una “o“
basta aggiungere al mio nome,
per chiamarmi senz’altro: Buffo.
Ergo sono il primo buffo;
ch’io so meglio di ogni altro
lo vedono Lor Signori, neh?
Tutti
Künstler müssen freilich streben
Stets des Vorzugs wert zu sein;
Doch sich selbst den Vorzug geben,
Über andre sich erheben,
Macht den größten Künstler klein.
Ogni artista deve aspirare
a meritarsi il primato;
ma se da sé se l’accorda,
e s’innalza sopra gli altri,
ben poco vale anche il migliore.
Fine dell'opera
(Traduzione di Lucio Lironi)



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Ultimo aggiornamento 5 luglio 2015
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