Glossario
Guida all'ascolto



Daphne, op. 82

Tragedia bucolica in un atto

Testo del libretto (nota 1)

ATTO UNICO
Pietrosa riva del fiume, folte macchie di ulivi. Ultimo sole. A destra il paesaggio sale alla casa del pescatore PENEO. Nel fondo è da pensare il fiume. Il poderoso massiccio dell’Olimpo chiude il fondo. Si ode il rumorio di un grosso branco di pecore in moto; richiami, scampanio, calpestio di pecore che si urtano e si accalcano, abbaiare di cani. Su tutto ciò domina, possente, il suono di un corno alpino. Il gregge sosta; poi, più debolmente, si spinge oltre. Il corno squilladi nuovo. Il rumorio del gregge dilegua.
ERSTER SCHÄFER (auf der Bühne)
Kleontes!

ZWEITER SCHÄFER (vom Fluß aufsteigend)
Adrast!
ERSTER SCHÄFER
Wo bliebst du?
ZWEITER SCHÄFER
Die Herde trieb ich zum Fluß.
Nach des Tages Glut
labt sich unten die wollige Schar.
ERSTER SCHÄFER
Hörtest du nicht das Horn?
Der Fischer ladet zum Fest.
ZWEITER SCHÄFER
Welches Fest?
ERSTER SCHÄFER
Das Fest der blühenden Rebe!
Wenn längs des Stromes
die alten Stöcke erblühn
treibend geheime Kraft,
wo sie wirkt,
blüht selbst steinig Gefild,
rauscht es empor
in unserm Blut.
Es naht die Zeit
eines großen Gottes,
des jungen Dionysos
herrliche Stunde!
(Das Horn sehr stark)
ZWEITER SCHÄFER
Furchtbar Getön!
Eines Gottes Stimme!
ERSTER SCHÄFER
Nein, nur das Zeichen
der wichtigsten Frist
im Leben der Herden,
im Herzen der Hirten:
aller Natur große Hochzeit,
die Zeit der Paarung!
ZWEITER SCHÄFER
So sag mir, Vater:
was soll ich tun?
ERSTER SCHÄFER
Eilig hinab zum Fluße!
Sammle die Tiere,
auch in ihnen reift
des Gottes Geburt,
des jungen Dionysos!

(Der Junge ab zum Fluße. Dort beginnt wieder das Drängen und Schieben der Herden, dem Hause des Peneios zu. Man sieht die Gestalten einiger schäfer, halben Leibes, denen Adrast zuwinkt)
DRITTER SCHÄFER
Heil dir, Alter!
ERSTER SCHÄFER
Heil dir, Klitos!
Die Stunde ist da!
VIERTER SCHÄFER
Heil, alter Vater!
Gesegnet der Abend!
ERSTER SCHÄFER
Eure Herden lenkt,
ihr aber selbst
schmückt euch, salbt euch
zu der blühenden Rebe Fest,
des jungen Dionysos!

(Das Horn ein letztes Mal. Erster schäfer geht gegen das Haus. Noch einmal von unten der Laut der Herden, aufbäumend. Dazwischen die Rufe der schäfer: «Halt ein! Nach rechts! Acht auf das Leittier»! usw. Endlich, unsichtbar, von fern ihr Gesang)

DIE SCHÄFER (im Abgehen)
Leb wohl, du Tag!
Einsam ich schritt,
einsam ich lag.
Zu Ende die Bürde,
öffnet die Hürde,
daß ich des Abends pflegen mag.
(Immer ferner)
Leb wohl, du Tag!

(Der Gesang verklingt. Die Geräusche der Herden legen sich allmählich ganz. Das Licht wird matter, letzte milde Sonne. DaphneE kommt von links. Sehr jung, fast kindlich. Sie lauscht dem verklingenden Gesang)
DAPHNE
O bleib, geliebter Tag!5
Lange weiltest du,
so bleib, bleib für immer!
Sonne, gesegneter Schein,
du läßt mich leben
mit meinen Brüdern, den Bäumen.
In dir prangen in Blüte
Strauch und Gezweige,
jegliche Blume
die Schwester mir!
In dir erkenne ich
die tanzende Quelle,
mein Zwillingsbild,
in dir folgt mir lachend
der Falter Pracht,
in dir nur spielen
der Wiese zarteste
Blütenhalme mit mir!
O bleib, geliebter Tag,
nimm noch nicht Abschied!
Umgib noch nicht
mit dem Rot der Wehmuti mein Gesicht,
küß meinen Finger nicht
mit süßer Trauer Abschiedsglanz –
Ich liebe dich – so geh nicht fort von mir!
Wenn du mich verläßt,
geliebtes Licht,
sind sie ferne von mir:
Bäume und Blumen,
Schmetterling, Quelle.
Brüder und Schwestern
gehen vor meinen Blicken
ferne ins Dunkle,
antworten nicht mehr
ängstlichen Rufen:
still ist alles, Nacht und leer.
Suchte im Dunkel
deinen schützenden Ast,
umklammerte dich fest, liebkoste dich.
Und in feinem Rauschen,
im schwellenden Nachtwind
sängest du mir
vom Glanze der Sonne,
die du tagsüber empfingst
auf stillem Gezweige,
von der Stärke der Erde,
die dein Fuß umfaßt,
sängest ein gewaltiges
stärkeres Lied
als die Lieder der Menschen –
O geliebter Baum!
(Sie schmiegt sich innig an den Baum. Leukippos springt hinter dem Baum hervor. Sie erschrickt)
Leukippos, du!
LEUKIPPOS
Ja, ich selbst,
ich war der Baum!
DAPHNE
Meine Andacht lästre nicht!
Geschwisterlich bin ich
der Gottheit des Baumes.
LEUKIPPOS
Seltsame Andacht!
Seltsam Geschwister!
Sieh mich doch an:
bin dir Gespiele,
nicht fühlloses Holz.

DAPHNE (mit sanftem Blick auf den Baum)
Was fühllos du nennst –
mir fühl ichs näher –
geliebter Baum!
(Sie wendet sich und küßt das Gezweige)
LEUKIPPOS
Was blieb für mich?
Dieser Hirtenflöte
hölzerner Mund!
Dein Blumenmund aber
suchte den gleichen Weg
zum neidischen Holz!
(Er schlägt mit der Flöte in die Zweige)

DAPHNE (vorwurfsvoll)
Leukippos!
LEUKIPPOS
Als Kinder spielten wir
unter den Herden.
Wenn zagend dir folgte
der Flöte Laut:
gerne littst du es, Daphne!
Doch wollt ich dich haschen,
aus dichtem Gebüsch –
da entglittest du mir, Daphne!
DAPHNE
Laß ruhen die Jahre,
die Jahre der Kindheit.
Zum Vater laß mich …
LEUKIPPOS
Die Herde ließ ich,
stieg hinunter ins Tal.
Und die Blumen hörten mich,
deine Geschwister, Daphne!
Einten sich meinen Klagen,
meiner Flöte trauerndem Lied!
Sie alle, die Freunde ihr sind,
klagen mit mir –
und Daphne verschmäht mich!
DAPHNE
Nicht verschmäht ich9
die sanfte Flöte.
Sie rief mich, sie lockte mich
wie des Windes Stimme zum Spiel!
Mit leichtem Raunen
küßt er die Blumen,
mit spielendem Drängen
Greift er ins Gebüsch –
mit süßem Flötenlaut
ruft er auch mich.
Nicht dir bin ich gefolgt,
nur meinem Bruder,
dem lieblichen Wind!
LEUKIPPOS
Und ich – ich selbst – was war ich dir?
Wars sinnlos, was mich zu dir trieb
und was der Flöte Stimme gab?
Sind Götter nur in Bäumen, Quellen, Blüten –
nicht auch in mir?

DAPHNE (sehr innig)
Was du mir warst? –
Der Blumen geliebtes Rot
grüßte mich glücklich
von deiner Wange!
Es glich dein Flötenspiel
dem Spiel der Quelle – deine Augen
der Schwester, Freundin Augen gleich!
Wenn sie sich feuchteten, die Augen,
wenn weinend sie mich suchten – dann –
dann blickte mich die eigne Träne
aus des Gespielen Freundesauge an!
LEUKIPPOS
Nichts – nichts sonst?
Daphne, nur den Atem hauche ich10
in dieses kleine Rohr,
du aber entfährst ihm
als süßer, lockender Ton!
Vor mir fliehst du,
der Leichtfüßigen gleichend,
Dianen, der Göttin!
Doch dies ist zu Ende,
vorbei der Flöte Ton.
Erstarkt bin ich,
fühle den Gott!
Ich hasse die Spiele!
Dich selbst will ich!
(Er zerbricht die Flöte)

DAPHNE (gleichzeitig)
Sieh, Leukippos:
deine Flöte liebte ich
wie den singenden Wind,
wie der Quelle Silberlaut.
Ich schwang mich, so war’s,
auf den fliehenden Ton,
durcheilte – Musik –
das duftende Tal,
der Leichtfüßigen gleichend,
Dianen, der Göttin!
Doch dies ist zu Ende,
deine Hand faßt mich an
voll Glut und Begehren!
LEUKIPPOS
Daphne, Daphne – ich liebe dich!
(Er umfaßt Daphne)

DAPHNE (macht sich los)
Fremd ist das Fest mir, fremd.
LEUKIPPOS
Zwingt dich das Fest doch,
keusche Schwester,
Schwester Dianens!
Ich bleib allein!
(Schnell nach links ab)

DAPHNE (macht einige Schritte gegen das Haus)
Gespiele Leukippos –
wie fremd du warst!
(Ihm traurig nachblickend)
Das Licht verlor ich,
auch dich, den Freund!

(Schon während der letzten Verse des Duettes ist Gaea sichtbar geworden. Volle, reife Frauengestalt in blauen Gewändern. Sie faßt Daphne fest ins Auge. Knapp in ihrer Nähe erst ruft sie)
GAEA
Daphne!

DAPHNE (sieht sie erst jetzt)
Mutter!
GAEA
Wir warten dein.
Komm ins Haus.
DAPHNE
Es eilt der Fuß
zu gehorchen.
Die Seele, Mutter,
die Seele bleibt hier.
GAEA
Dein Zagen kenn ich.
Dein Zagen herrscht
in allem Lebendigen!
Doch kommt der Tag,
da öffnet der Götter
heiliger Wille
unsre Herzen wie Blüten
so mir wie dir –
und läßet blühen
in großer Andacht
die ganze Erde!

DAPHNE (kindlich)
Bin ich dann näher
den Bäumen und Blumen?
Bin, was sie sind?

GAEA (sehr ernst)
Dunkel ist der Götter
heiliger Wille.
Nicht leicht hier unten
der Weg auf Erden!
Als du so heftig
dem Freund widersprachst,
ja fort ihn wiesest
am Tage des Festes …
kam Sorge mir, Daphne.

DAPHNE (immer kindlich)
So leite mich, Mutter,
ich will gehorchen.
GAEA
Tochter, du bist neues Reis,
von mir entsendet,
Zweig vor der Blüte,
bist Sorge mir, Daphne!
DAPHNE
Und werde blühen,
geschmückt im Frühling –
wie Wiesen und Laub?

(Zwei mägde treten feierlich vom Hause her auf. Jede von ihnen trägt Teile eines Frauenkleides und Schmuck vorsichtig auf den flachen Händen. Sie bieten alles auf einen Wink Gaeas Daphne dar)

GAEA (lächelnd)
Nimm erst die Kleider,
der Menschen Schmuck,
und blüh’ gesegnet
in Ahnung des Festes!

DAPHNE (nach kurzem Besinnen)
So laß mich, Mutter,
so wie ich lief
durch blühende Wiesen,
dann bleibt das Fest mir
nicht ganz so fremd …
(Sie eilt dem Hause zu)

GAEA (schreitet ihr nach, sinnend)
Bist du auch fern mir,
Daphne, Tochter:
einst führen Götter
dich wieder zurück,
und wieder zur Erde!
(Sie folgt Daphne)

ERSTE MAGD (sieht ihnen nach)
Ei, so fliegt sie vorbei,
des Hauses Tochter?
Und dies edle Kleid
trifft nicht ein Blick?ii
ZWEITE MAGD
Ei – so eilig vorbei,
die keusche Daphne?
Der Schmuck, die Spange,
sie werden verschmäht?iii
ERSTE MAGD
Du armes Gewand,
nie umfassest du mehr
das süße Geheimnis!iv
Nie schmiegst du dich mehr
um den weißesten Nacken!
ZWEITE MAGD
Du armer Schmuck,
nie wirst du den zarten
Busen ihr rühren,
nie durchwühlen
das herrliche Haar!v

LEUKIPPOS (noch unsichtbar)
Wer höhnt mich dort?
Wer sieht mich schon
als leeres Kleid,
verworfen – verachtet?
ERSTE MAGD
Was stöhnt dort unten?
ZWEITE MAGD
Was klagt im Gebüsch?
(Leukippos kommt)
BEIDE MÄGDE
Ein armer Schäfer,
verspätet zum Feste!
LEUKIPPOS
Ich hasse dies Fest
und meine Flöte
hab ich zerbrochen!
ERSTE MAGD
Was dir versagt,
uns ist es leicht:
wir dürfen ihr dienen,
die Glieder ihr salben …
BEIDE MÄGDE
Wie Baum und Wind
umgeben wir sie,
wahre Geschwister –
Hahahaha!
LEUKIPPOS
Verschwinde, lüsterner Spuk!
BEIDE MÄGDE
Höre uns, Schäfer!
Nicht Mägde sind wir!
Wir sind Träume13
besseren Lichts,
wie Wellenschäume,
zerfließend in Nichts!
Wir bringen Enthüllung
dem heißen Gedanken,
des Festes Erfüllung
ohne Leid, ohne Schranken!
Höre uns, Schäfer,
die fröhlichen Wissenden:
nimm dies Geschenk
und nahe dich uns!
(Sie bieten ihm Kleider und Schmuck an)
LEUKIPPOS
Euch mich vertrauen?
Wahnsinniger Spott!
BEIDE MÄGDE
Was man nicht ist,
gewinnt der Schein –
so wird sie dein:
Liebe durch List!

LEUKIPPOS (noch unentschlossen)
Dumpfer Betrug …
Doch wie sagte sie selbst,
die geliebte Grausame?
Meiner Wangen sanfteres Rot
gemahne sie an die Blumen,
an ihre eigene Träne
gemahne sie die meine?
Leb wohl, zerbrochene Flöte!
Der Liebe seltsame Dienerinnen,
Mädchen, zu euch …

(Die beiden Mägde umfassen ihn rasch und mit losem Gelächter. Alle drei stürmen ab. Das Lachen verklingt. Letzte Dämmerung. Von rechts mit Würde Peneios, ein ernster, rüstiger Mann in vollem Barte, und Gaea im Kreise der Hirten)
PENEIOS
Seid ihr um mich,
ihr Hirten alle?
DIE SCHÄFER
Wir sind es, Vater.
Wir harren des Festes.

PENEIOS (erblickt den Olymp)
Gewaltiger Berg!
Noch erkenne ich dich!
Noch entschwandestvi du nicht
im Dunste der blühenden Rebe!

DIE SCHÄFER (befremdet, leise)
Was verkündest du?
Deut uns den Spruch!
PENEIOS
Herrlich Gesichte!
Köstliche Ahnung!
Ihr Schäfer alle seht –
zu des Olympos Höhen!
Die Wolke über des Berges
rotglühender Kuppe!
Dort ist die Sonne
noch nicht entschwunden!
Noch nicht verließ uns
Phoibos Apollon!
GAEA
Nach welchen Höhen
willst du noch steigen,
ewiger Träumer?
PENEIOS
Mutter, ich seh’ ihn,
sehe sein Antlitz!
Nicht mehr auf einsamen Höhn
wollen sie hausen!
Nein, sie kehren heim,
in die Hütte zurück
Des verlassenen Bruders …
Gott war ich einst …
Gott wie sie!
DIE SCHÄFER
Vater, du schreckst uns!
Meide Beschwörung!

PENEIOS (stark)
Wisset, ich sah ihn,
Phoibos Apollon!
Herrlich ein Gastmahl
wollen wir rüsten!
Klinge die Kelter!
Ergieße sich sprudelnd
goldener Wein!
Und siehe: sie kommen
mit großen Schritten,
mächtig angezogen
vom Dufte des Fleisches,
vom Dufte der Rebe,
vom Klingen der Kelter!
Und sie sitzen nieder
an der Seite des Bruders
an hölzernem Tische
und lachen wieder,
wie einst wir gelacht
an goldenen Tischen:
brüderlich, ewig
göttlich Gelächter!
(Er bricht in Lachen aus)

GAEA (gleichzeitig)
O versuche sie nicht,
ewiger Träumer!
Freu dich des Wirkens
vereint mit der Erde,
bescheiden und friedlich,
und neide nicht ihr
hochfahrig Anteil:
göttlich Gelächter!

DIE SCHÄFER (gleichzeitig)
Vater, welch dunkler
furchtbarer Spruch!
Voll ist die Dämmrung
von seltsamen Wesen!
Siehe, schon nahen sie,
siehe, schon strafen sie
uns, Alter, und Euch!
Schon höhnt uns von überall
göttlich Gelächter!

(Der Laut des Lachens wiederholt sich von überall wie Echo. Die Hirten erschrecken und flüchten in einer dichten Gruppe um Gaea. Rotes Lichterzucken aus dem Ölbaumwald. Apollo, gekleidet als Rinderhirt, tritt ganz einfach und schlicht zu ihnen. Er trägt Bogen und Köcher)

DIE SCHÄFER (schreien vor Angst)
Ein Dämon! Ein Dämon! Ein Gott!
(Der Lärm legt sich)

APOLLO (ruhig)
Ich grüße dich, weiser,15
erfahrener Fischer.
Mit dir dein Weib,
die herrliche Gaea!
PENEIOS
Sei mir gegrüßt
und den Meinen all!
Was trieb dich her …
(Etwas unsicher)
mit seltsamen Zeichen?
APOLLO
Ein Rinderhirt bin ich
und weide die Scharen
am Fuß des Olympos,
der Götter Bezirk.
Wir wollten zur Ruh
an diesem Abend
mit meinen Knechten
und allem Getier.
Doch seltsam: es zog
ein beizender Dunst
von brennenden Scheitern,
von brenzligem Fett
und süßlicher Blüte
grad über den Fluß
von deiner Seite!
Das brannte dem Bullen
so arg in die Nüstern,
daß er die Kühe
wütend ansprang!
Ganz toll geworden
trieb er sie fort,
hinab in die Wellen!
Mit stampfenden Hufen
die Steine zerspellend,
mit gräßlichem Schnauben
die Zweige zerbrechend!
Mühsam umstellt
von der Knechte Ruf
der Mitgejagten,
beruhigt sich endlich
die keuchende Schar.
Dort liegt sie im Dunkel.
Mich – siehst du vor dir.

GAEA (heiter, zu Peneios)
Nun siehst du, was du geschaut,
du ewiger Träumer!
Nun siehst du, wen du verlockt
mit deinem Fest:
schwitzende Knechte,
ängstliche Kühe,
einen brünstigen Stier!

DIE SCHÄFER (befreit)
Einen Hirten wie wir,
Einen brünstigen Stier!
PENEIOS
Schweigt, ihr alle! –
(Zu Apollo)
Sei uns gegrüßt
zu unserm Fest!
(Zu Gaea)
Du aber, Weib:
sende die Tochter,
daß sie ihn pflege,
den späten Gast!
(Gaea ab gegen das Haus. Die schäfer zerstreuen sich. Ihnen folgt Peneios)

DIE SCHÄFER (im Abgehen)
Es sandten die Götter
zu unserem Feste,
die ewigen Spötter,
das Allerbeste:
einen Hirten wie wir,
einen brünstigen Stier!
(Das Lachen verklingt unten am Ufer. Apollo, allein geblieben, sieht sich prüfend um, dann ganz verwandelt)
APOLLO
Was führt dich her
im niedern Gewande,
das ehrliche Volk
mit Lügenwort
dreist zu betrügen? –
O erniedrigter Gott!
Selbst: Brünstiges Tier!

(Das Licht hat sich völlig verändert. Der Vollmond geht auf und beleuchtet durch magischen Abendnebel die Szene. Von der Seite des Hauses Dapne, eine Schale in beiden Händen tragend. Ihr folgen einige Dienerinnen in einer Gruppe. Sie bewegen sich langsam und feierlich bis zur Mitte der Szene. Dort verneigen sich die Dienerinnen und kehren um. Dapne bleibt)
APOLLO
Was seh ich? Was schreitet dort?17
Ist das noch Wahrheit?
Dort aus dem Nebel?
Herrlich ragt die Gestalt!
Dunkel und bernsteingleich
leuchtet das Auge!
Schwester – Schwester – Artemis!
Wo ist das königlich Geleite
deiner Dienerinnen
auf des Mondes blankem Strahl?
Warum nur nahmst du
geringen Wohnsitz,
kommst, mich zu strafen,
aus dem Hause des Fischers?
DAPHNE
Nicht wollen die Götter,
daß ich dichvii strafe!
Der Vater sendet mich
zu deinemviii Dienst.
APOLLO
Dienen, Schwester?
Sieh, ich knie vor dir!
(Er kniet)

DAPHNE (verwirrt)
O spotte nicht, Fremder …
Doch wohl tut unendlich
dem träumenden Herzen
der selige Anruf:
Schwester, Schwester …

APOLLO (aufspringend)
Sei mir denn Schwester
in dieser Stunde!
Von den Tagen des Sommers
längster Fahrt
labe du mich!
(Er streckt ihr beide Hände hin)

DAPHNE (gießt die Schale darüber)
So labt das Wasser:
das heilige Wallen
hat es vom Blute!
Von unsern Tränen
hat es die Milde. –
(Sie nimmt ihm Bogen und Köcher ab und stellt sie,
ebenso wie die Schale, abseits)
Fort mit den Waffen!
Nur dieser Mantel –
Schwesterlich hülle er dich!
(Sie legt einen blauen Mantel, der ihr zusammengefaltet über dem Arm hing, um die Schultern Apollos. Der Mantel entrollt sich und umgibt ihn weit und mächtig. Zugleich umspielt ihn ein merkwürdiges Licht. Flüsternd)
Was seh ich?
Wie bist du gewaltig,
fremder Hirte …
APOLLO
Daphne, die mich gelabt,
blickt fremd mich nun an?

DAPHNE (etwas mißtrauisch)
Und von welcher Fahrt
kehrst du zurück?
Kann ich doch selbst
Herden und Rinder
öfters gewahren!
(Zweifelnd)
Dich aber sah ich nie.
APOLLO
Was können an Weite
menschliche Augen
forschend ermessen?
Immer umkreist18
des Lichtes Wagen
leuchtend das Haus,
aus Weltenweite
sieht er herab!
Heute – von oben,
vom Gipfel der Reise,
heute gewahrt er
die herrliche Daphne!
Da knirschten mächtig
die goldnen Räder:
heute – hielt er! …
Und jegliche Weite
ist ausgelöscht!
DAPHNE
Seltsam singst du
und voller Rätsel!
Aber ich höre dich
gerne … Bruder!

APOLLO (feurig)
Bruder! Dies Wunderwort
verbindet Ferne und Ferne! –
Als ich am Abend
des längsten Tags
in die purpurne Wohnung
ermüdet geglitten:
sieh – ein feiner Strahl
riß noch nicht ab,
der führte mich
zum Hause des Fischers:
Daphne, Daphne – dein Blick!
DAPHNE
Wie viel doch weißt du
von meinem Herzen!
Schwer nahm ich Abschied
heut von der Sonne –
APOLLO
«O bleib, geliebter Tag!»

DAPHNE (dringend)
Bruder, wer bist du?
APOLLO
«Lange weiltest du –
so bleib für immer!»
DAPHNE
Hirte – was singst du?
APOLLO
«Ich liebe dich – so geh nicht fort von mir!» –

DAPHNE (mit vollster Empfindung)
Wer du auch seist, Gewaltiger!
So wenig wie der Kiesel
unten am Fluß vor der Sonne Auge –
so wenig verberg ich mich dir!
(Sie sinkt in kindlicher Ergriffenheit an seine Brust)

APOLLO
Für Daphne nicht ende
der Menschen längster Tag!
Folgt sie dem Hirten:
kein neidisches Dunkel mehr
trennt sie von Freunden und Brüdern!

DAPHNE (jubelnd an seinem Halse)
O Seligkeit,
nie mehr getrennt
im Schmerze der Nacht
von Bäumen und Blüten!
APOLLO
Weit über der Bäume
freundliche Wipfel
reist Daphne im feurigen Wagen!
Sie selbst eines Gottes Braut
träufelt Glanz der Schönheit
hin über die Welt!

DAPHNE (gleichzeitig)
Nie mehr im Finstern
rauscht die Quelle,
nie mehr unsichtbar,
schaurig und leer.
APOLLO
Zur Höhe des Wagens
in Daphnes Strahlenhand
fließt dann von selbst
aufwärts die Quelle!

DAPHNE (wie oben)
Die streng mich mied,
die kühle Quelle,
aus der Hand mir glitt,
kommt selbst zu mir?

APOLLO (groß und hymnisch)
Alles Lebendige,
Tier und Gewässer,
preiset die Sonne,
freut sich des Lichts!
Blumen wachsen20
in Daphnes Hand;
und alles Lebendige,
Blumen, Tiere, Quellen
strömen über von Glück
und rauschendem Singen!
So wärmt Daphne,
so leuchtet Daphne,
so wird Daphne,
die herrliche Daphne geliebt!

DAPHNE (in höchstem Jubel)
Wie bin ich jetzt dein
aus glücklicher Seele!
Wie leuchtets im Herzen!
Bruder … Bruder!

(Er umschließt sie fest, so daß sie ganz und gar im Blau des Mantels versinkt. – Daphne ringt sich aus der Umarmung des Gottes heraus. Sie flieht in höchster Verwirrung)
DAPHNE
Dieser Kuß – Dies Umarmen –
du nanntest dich: Bruder!

APOLLO (stark)
Ich liebe dich, Daphne!

DAPHNE (gehaucht)
Du schlichst dich ein
in meinen Traum …

APOLLO (wie oben)
Zu Ende Träume!
Wahrheit bring ich!

DAPHNE (etwas stärker)
Du banntest mich
an diese Stelle,
in deine Arme …
Du gabst mir Angst.
(Der Mond hat sich verborgen. Es ist ganz dunkel. Nur die beiden Gestalten sind zu erkennen)

CHOR (unsichtbar von fern)
Gib, Dionysos,
neu erstandener,
gib uns Rausch!
Gib uns Liebe,
Aphrodite!

APOLLO (sich nähernd, flüsternd)
Hörst du, Geliebte,
hörst du, was sie singen?
Kennst du den Sinn
der blühenden Rebe?
Wagst du Verneinung
dem Liebesfest?
DAPHNE
Fremd das Fest –
fremd und unheimlich.
Fremd Leukippos,
fremd ward die Welt,
dunkel und leer –
(Stärker)
Doch du:
der Fremdeste aller!
APOLLO
Wie sehr du irrst,
Daphne, Geliebte!
So nah dem Licht,
das du ersehnst –
begehre ich dich, Daphne:
verzichte nicht! …

(Roter Schein flammt auf, Fackeln von allen Seiten.
Apollo nimmt seine Waffen wieder auf; die Schale küsst er, dann wirft er sie abseits. Aus dem Dickich von überall die Schäfer mit Fackeln. An ihrer Spitze Peneios, unter ihnen Maskierte. Von der Seite des Hauses gleichzeitig ein Aufzug der Frauen mit Amphoren und Schüsseln, auf dem Kopfe getragen. Voran Gaea mit einem Fruchtkorbe. Die beiden Züge begegnen einander auf der Bühne. Daphne flüchtet an die Seite Gaeas, während Apollo sich zu den Männern zurückzieht)

PENEIOS (majestätisch)
Allüberall blüht Dionysos
an des Flußes göttlichem Band,
damit dereinst aus dieser Liebe
sein Blut uns quelle, sein Wein!
(Gaea reicht ihm den Korb, Peneios spendet vom Weine)
DIE SCHÄFER
Allüberall blüht Dionysos,
damit dereinst aus dieser Liebe
sein Blut uns quelle, sein Wein!

(Die Hirten sind auf dem Hügel rechts gelagert, von den Fackelträgern umstanden, von den Frauen bedient. Man schmaust, ohne zu trinken. Unter dem Chore dringen die Maskierten vor. Es sind schäfer, die mit umgekehrten Pelzen und Widdermasken – wie auf Vasenbildern – einen furiosen Tanz im Vordergrunde aufführen)

CHOR (fröhlich zusehend)
Hütet euch, Frauen!
Gar sehr überfiel die
der Geist der Rebe!

(Ein Zug Mädchen, zum Teil mit blumenumwundenen Stäben, zum Teil mit gefüllten Trinkschalen, tritt ein. Die mit den Thyrsosstäben sind kaum bekleidet, die mit den Trinkschalen ganz und gar mit Tüchern und Schmuck behängt, auch Kopf und Gesicht. Die letzte in ihrer Reihe ist der verkleidete Leukippos. Nach kurzem Rundtanz der Thyrsosträgerinnen stürzen die Widder vor und bemächtigen sich der Bacchantinnen)

CHOR (sehr vergnügt)
O sel’ge Dämonen!
Träf uns euer Schicksal!
O glückliche Widder!

(Die Schalenträgerinnen schreiten auf die Schäfer zu und laden sie zum Trinken ein. Sie trinken mit den Mädchen. Leukippos nähert sich mit lockenden Gebärden Daphne)
GAEA
Trinke, du Tochter!25
Aus Erde kam es,
die Erde segnets!
Mit solchem Trank
kehrst zu den Deinen,
kehrst zur Erde zurück!
(Leukippos bietet Daphne die Schale)

ERSTE MAGD (für sich, zugleich mit Gaea)
Vorzüglich gelang es!
Ganz ist er Daphne!

ZWEITE MAGD (ebenso)
Was nie er gewagt,
gerät ihm nun leicht!
DAPHNE
Woher nur kommst du,
du große Fremde,
die mir ganz gleicht
in meinen Kleidern,
so rätselvoll
ziehts mich zu dir!
(Sie trinkt)
ERSTER SCHÄFER
Wie gleicht sie Daphne!
ZWEITER SCHÄFER
Ist auch dies eine Magd
oder der Himmlischen eine?

(Leukippos ladet Daphne durch Zeichen ein, ihm tanzend zu folgen. Die andern Mädchen, die Trinkschalen anboten, tun desgleichen mit ihren berauschten Partnern)
DIE SCHÄFER
So folgen wir euch
zu Ehren des Gottes
Dionysos! Dionysos!
(Daphne steht unentschlossen, vor ihr der lockende Leukippos)
GAEA
Wenn es dich treibt
zum heiligen Tanze,
willfahre denn, Tochter,
und mir ist wohl!
DAPHNE
Nur weil du mir
ganz schwesterlich bist,
als wäre ich selbst
durch der Götter Willen
entstiegen dem Quell – –
nur weil du mein Spiegelbild –  – –
will ich dir folgen …
(Langsamer hieratischer Tanz)

DIE SCHÄFER (alle Augen starr auf das Paar gerichtet)
Groß sind die Götter,26
reich ihre Wunder! Dionysos!

APOLLO (ausbrechend)
Furchtbare Schmach dem Gotte!

ALLE SCHÄFER (durcheinander)
Was sagt der da?
Der eitle Fremde?
Mit blanker Waffe
bei unsrem Dienste
der hohen Götter? –
APOLLO
Was ich euch sage?
Daß ihr geäfft werdet
von einem Gaukler!
Betrogen die Tochter
des weisen Fischers,
und nichts als Lästrung
das ganze Fest!
(Die Schäfer erheben sich wie ein Mann und bedrohen Apollo. Leukippos und Daphne kommen so nach dem Hintergrund)
ERSTER SCHÄFER
Willst du uns höhnen?
DIE SCHÄFER
Recht so, Adrast!
ERSTER SCHÄFER
Fortx mit der Waffe!
DIE SCHÄFER
Willst du uns drohn?
ZWEITER SCHÄFER
Fort mit dem frechen
Rinderhirten!
(Er droht Apollo mit seinem Stabe)
ERSTER SCHÄFER
Bist du so weise,
so gib ein Zeichen!
(Apollo wird von den wilden SCHÄFERN ganz auf die Bühnenseite gedrängt. Sie reißen ihm den Mantel weg. Vergebens suchen Peneios und Gaea sich Gehör zu verschaffen)
DIE SCHÄFER
Ein Zeichen, ein Zeichen,
im Namen des Gottes!
APOLLO
Ein Zeichen wollt ihr?
Ihr sollt es haben!
Den Gast beraubt ihr,
der Schwindler entschlüpft euch!
Mag euch die Fremde beschützen!
(Er schwingt seinen Bogen durch die Luft. Es donnert leise, aber vernehmlich. Die Schäfer stehen erstarrt)

ZWEITER SCHÄFER (der ganz hinten geblieben ist, hell)
Gewitter! Gewitter!

ERSTER SCHÄFER
Die Hürden offen!
DRITTER SCHÄFER
Die Böcke entspringen!
ERSTER SCHÄFER
Entlaufen am Ufer!
ERSTER, DRITTER und VIERTER SCHÄFER
Treiben die Schafe!
ZWEITER SCHÄFER
Verdorben die Paarung!
ERSTE MAGD
Jetzt wirds gefährlich!
ZWEITE MAGD
Laß uns entlaufen!
(Beide ab. Das Drängen und Scharren der Herden erhebt sich nochmals, jetzt am stärksten. Donner)
ALLE SCHÄFER
Sieh, es umgeben uns
dunkle Dämonen!
Vater, rette!
PENEIOS
Fort denn, Männer!
Rettet, rettet!
GAEA
Fort, ihr Mägde!
Rettet, rettet!

(Dritter stärkster Donner. Alles stiebt ungeordnet davon. Ungewisses gewittriges Dämmerlicht. Apollo, Daphne und Leukippos bleiben allein zurück)

APOLLO (zornig)
Zu dir nun, Knabe!
Der mit frechem Trug
sich einschlich zum Fest
meines göttlichen Bruders
und rauben mir wollte
die herrliche Daphne!

LEUKIPPOS (reißt sich selbst die Frauenkleider ab)
Ja, ich bekenne!
Ich bin Leukippos!
Der Trug ist getilgt,
da ich bekenne!
Frei weiß ich mich
von aller Schuld!
Aus männlicher Kraft
werb ich um Daphne!
Verschmähe gerne
die weichliche Maske
und eitle Verhüllung!
Denn besser ging
der Gott in mich ein,
da mit Daphne ich trank
sein gewaltiges Blut:
Dionysos! –  – –
(Zu Daphne)
In Dionysos Namen
wend dich von jenem
und diene dem Fest!
In Dionysos Namen
von neuem bring ich
dir meine Liebe!
In Dionysos Namen
folge mir, Geliebte,
auf ewig vereint!

DAPHNE (verhüllt sich schmerzvoll)
O doppelt getäuscht!
getäuscht vom Gespielen,
getäuscht von ihm,
der Bruder sich nannte!

APOLLO (zornig)
Der Kinder Mund
wirft Götternamen
Achtlos umher!
Und sehn nicht den Gott!

LEUKIPPOS (tritt stolz und offen vor Daphne)
Nicht mehr von mir!
(Zu Apollo)
Doch du, du selbst,
der sich vermißt
ihn zu verteidigen
und uns zu schmähn:
warum trägst du,
du Eitler, Starker,
noch eine Maske
und Hirtenkleider?
Vom Antlitz weg
des Geheimnis’ Maske!

APOLLO (in schwerem Kampf)
Menschen – Menschen –
wohin treibt ihr den Gott?

LEUKIPPOS (faßt Apollo an den Schultern)
Herab mit dem falschen Hirtengewand!
APOLLO
Daphne – Geliebte,
erzwing nicht Enthüllung!
Menschen – Menschen,
ihr ertrügt sie nicht!
LEUKIPPOS
Miß dich mit mir,
wenn du vermagst!

DAPHNE (groß und ehrlich, zugleich)
So wahr du mir
vom Lichte sprachst,
so wahr du genannt
meine echte Liebe,
so wahr du mir
Erfüllung verhießest,
muß Wahrheit ich fordern!
APOLLO
Wahrheit wollt ihr?
DAPHNE
Reinige dich,
falscher Bruder!

APOLLO (schlägt die Arme auf, in gewaltig rhapsodischem Ton)
Wahrheit ? – –
Jeden heiligen Morgen
schnür ich die Riemen,
besteig den gewaltigen
goldenen Wagen! –
Aufwärts geht es
mit schlagenden Hufen!
Da lang ich ins Dunkel
(er nimmt den Pfeil aus seinem Köcher.)
Einen Pfeil – so wie jetzt!
Erhebe den Bogen,
(Er spannt den Bogen)
so scharf wie jetzt – –
über der Berge eisige Spitzen,
über die grünende Niederung,
über das flammende Meer
fliegt mein Geschoß!
(Hebt den Pfeil wieder ab)
Freut euch, ihr Götter, freut euch,
ihr Menschen und Wesen alle:
die Sonne
seht in mir.

DAPHNE (in höchster Ergriffenheit)
So rührst du mich
als sängest du,
was meine Liebe längst
hintrug in alle Welt – –
und doch faß ich dich nicht!
LEUKIPPOS
Ich aber faß ihn wohl:
Lügner, Lügner!

APOLLO (Bogen und Pfeil noch in den Händen)
Was will das Menschlein?
Flieh, wenn du kannst!

DAPHNE (auf den Knien)
Jetzt helft, Freunde,
wahre Brüder!
Jetzt hilf, geliebtes
heiliges Schimmern
über den Wipfeln,
über den Wassern!
APOLLO
Daphne, wen rufst du
und siehst mich nicht,
wahres Licht?

LEUKIPPOS (muß vor dem Bogen weichen)
So schütze mich, Daphne,
du tanztest mit mir
zu Ehren des Gottes!

DAPHNE (wie festgebannt)
Ich kann ja nicht!
Er weiß mein Geheimnis,
er kennt mein Herz –
er selbst ist das Licht!

APOLLO (senkt den Bogen)
So ahnst du mich endlich!
Folge dem Gott!

DAPHNE (wie erwachend, stark)
Doch nie deinen Gluten!
LEUKIPPOS
Dank dir, Geliebte!
(Groß vor Apollo)
Dir aber fluch ich!
(Apollo hebt rasch den Bogen und schnellt ab. Blitz und Donnerschlag. Leukippos taumelt und fällt im Hintergrunde. Daphne bleibt erstarrt)

DAPHNE (sich langsam aus der Starre lösend)
Was blendet so?
War es die Sonne?
Nein – es war nicht – die Sonne –
es war der Blitz!
(Sie geht mit schwankenden Schritten nach dem Hintergrunde, erblickt den Daliegenden)
Leukippos!
(Sie wirft sich über ihn)

LEUKIPPOS (schwach)
Daphne – Gespielin –
dich zu lieben wagt ich –
und ward erschlagen
von einem Gotte – –
(Stirbt)
DAPHNE
Unheilvolle Daphne! –
Weil ein Gott dich geliebt,
mußte er sterben!
O mein Leukippos!
Geliebter Gespiele!
Wieder erklingt mir
die trauernde Flöte.
Doch jetzt erlausche ich
nicht des Windes Spiele,
jetzt weiß ich endlich,
was du gelitten,
jetzt sagt mir die Flöte
dein ganzes Herz! …
O mein Leukippos!
Schuldvoll bin ich,
da ich dir nicht folgte!
Aus kindischen Spielen
dich leiden ließ
und klagen die Flöte …
schuldvoller noch,
da zu ihm ich mich wandte,
dem Herrn der Blitze,
statt ihn anzuflehn,
daß er uns verlasse,
die schwachen Menschen,
und gnädig folge
den himmlischen Wegen
der ewigen Götter.
Aber am schuldvollsten,
da ich dich nicht schützte,
mich ihm nicht darbot
zu seinem Willen
und meiner Vernichtung …
Dich nicht errettet
mit meiner Keuschheit
geliebter Gespiele!
So höre, mein Leukippos:
alles, was jemals ich liebte,
will ich dir opfern,
alle die Spiele,
mein kindliches Glück!
In meiner Hand
bring ich die Quelle,
die Stirn dir zu netzen,
die arme, bleiche!
Die gaukelnden Falter
ich ruf sie herbei,
um dich zu schmücken
mit ihrer Pracht!
Und all die Blumen,
die je ich geliebt,
bring ich auf vollen,
schwellenden Händen,
breite sie aus
um dich, Geliebter,
zu deiner Feier
und Totenfest! – –
Ich aber, armselige Daphne,34
will still mich kauern
zu deinen Füßen
in großer Trauer,
in tiefer Demut –
und warten … warten,
bis sie mich rufen –
die stolzen Herren
die dich getötet –
und mich geliebt!
(Sie sinkt ganz in sich)

APOLLO (in ihre Betrachtung versunken)
Was erblicke ich?
Himmlische Schönheit!
Was höre ich?
Welch ein Gesang?
Sind wir noch Götter?
Oder längst schon beschattet
von menschlichen Herzen
oder längst schon ausgelöscht
von solcher Reinheit?
Götter! Brüder
im hohen Olympos!
Seht den schuldvollen
elenden Bruder:
getötet hab ich
mehr als den Armen,
getötet hab ich
die unschuldvollste,
die lichteste Reinheit!
Bruder Dionysos,
du bliebst unsichtbar
bei deinem Feste;
denn ich, ich selber
zierte mich fälschlich
mit deiner Kraft!
Kannst du verzeihen,
daß ich den Jünger
dir getötet habe,
der dein erfüllt war?
Nimm ihn zu dir
in deine Kreise,
erfreu sein Flötenspiel
göttliche Tänze!
Du aber, stärkster
erhabener Vater,
Zeus Kronion!
Kannst du verzeihen,
daß ich mich mengte
in dein innerstes Walten
erhabner Natur,
statt darüber zu schweben
in meiner Sphäre?
(Kniend, ganz groß)
Gib sie mir wieder,
die ich geliebt
und tief beleidigt,
die schuldlose Daphne!
Doch nicht als Mensch mehr,
wie ich sie suchte
in meiner Verblendung!
Erfüll ihren Traum,
erfüll ihre Liebe!
Unverwelklich
ewig grünend
laß sie aufblühn
im Kreis ihrer Freunde,
der Blütenbäume,
zu unsern Höhn!
So schenke mir
den Baum Daphne –
den göttlichen Lorbeer –
und ich will ihn setzen
zu höchster Ehre!
(Er erhebt sich beschwörend. Es wird nach und nach dunkel)
Priesterlich diene,
verwandelte Daphne,
dem ewigen Bruder
Phoibos Apollon!
Der von je dich geliebt
und in Ewigkeit!
So löst er von dir,
Schwester, das Reis,
das ewig grünende,
windet den Kranz!
Die hart um dich streiten,
der Männer beste –
du berührst sie
nur an den Stirnen,
die Jünger des Gottes,
die besten im Streite
und edlen im Frieden!
(Apollo verschwindet. Es ist ganz dunkel geworden. Daphne rafft sich auf und eilt in den Hintergrund.
Plötzlich bleibt sie festgebannt)
DAPHNE
Ich komme – ich komme –
grünende Brüder …
süß durchströmt mich –
der Erde Saft!
Dir entgegen –
in Blättern und Zweigen –
keuschestes Licht!
(Daphne unsichtbar, an ihrer Stelle erhebt sich der
Baum)

STIMME DER DAPHNE
Apollo! Bruder!
Nimm … mein … Gezweige …
Wind … Wind …
spiele mit mir!
Selige Vögel,
wohnet in mir …
Menschen … Freunde …
nehmt mich … als Zeichen …
unsterblicher Liebe …
(Mondlicht hat sich über den ganzen Baum gebreitet. Daphnes Stimme tönt aus seinem Geäst weiter.)

Der Vorhang fällt langsam
PRIMO PASTORE (in scena)
Cleonte!

SECONDO PASTORE (salendo dal fiume)
Adrasto!
PRIMO PASTORE
Dov’eri?
SECONDO PASTORE
La greggia al fiume guidai.
Dopo l’arso dì
si ristora il lanigero stuol.
PRIMO PASTORE
Odi del corno il suon?
C’invita alla festa Peneo.
SECONDO PASTORE
Quale festa?
PRIMO PASTORE
La festa del tralcio fiorito!
Se lungo il fiume
la vigna s’orna di fior,
n’esce un arcan poter:
esso fa
anche i sassi fiorir,
febbre d’amor
infonde in noi.
S’appressa il tempo
d’un grande Nume,
del giovin Dioniso
l’ora stupenda!
(Il corno squilla assai forte)
SECONDO PASTORE
Orrido suon!
È d’un Dio la voce!
PRIMO PASTORE
No, è il segnal
della calda stagion
sì grata all’armento,
al cuor dei pastori:
della natura l’alte nozze,
l’accoppiamento!
SECONDO PASTORE
Or dimmi, padre:
che debbo far?
PRIMO PASTORE
Subito scendi al fiume!
Chiama il tuo gregge!
Anche in esso ormai
la nascita avvien
del giovin Dioniso!

(Il giovane scende al fiume. Là le pecore ricominciano ad accalcarsi e ad urtarsi, spingendosi verso la casa di Peneo. Si vedono, dalla cintola in su, le figure di alcuni pastori, ai quali Adrasto fa cenni)
TERZO PASTORE
Salve, anziano!
PRIMO PASTORE
Salve, Cleto!
È tempo d’andar!
QUARTO PASTORE
Oh, salve, anziano!
Sia pace alla sera!
PRIMO PASTORE
Or ciascun di noi,
chiuso l’ovil,
s’orni, s’unga
per la festa del tralcio in fior,
del giovin Dioniso!

(Il corno squilla per l’ultima volta. Il primo pastore va verso la casa. Ancora una volta si leva dal basso il rumorio del gregge, frammisto ai richiami dei pastori: «Ferma! A destra! Occhio alla guida!», ecc. Alla fine, invisibile, lontano, il loro canto)

I PASTORI (andandosene)
O giorno, addio!
Sol camminai,
sol riposai.
Deposto il fardello,
s’apra l’addiaccio!
Ché il vespro in pace goda anch’io!
(Sempre più lontano)
O giorno, addio!

(Il canto dilegua. Il rumorio del gregge si placa a poco a poco del tutto. La luce si attenua; ultimo blando sole. Dafne viene da sinistra. Molto giovane, quasi infantile. Ascolta il canto che va perdendosi)
DAFNE
Riman, o caro dì!
Lungo il corso fu.
Riman qui per sempre!
Sole, fecondo splendor,
tu fai ch’io viva
coi miei fratelli, con gli alberi.
In te spiccan fioriti
rami ed arbusti,
ogni corolla
dischiusa sta!
Io riconosco in te
la tremula fonte,
l’immagin mia;
in te volan vispe
farfalle qui,
e in te soltanto gli steli
tenui del prato
giocan con me!
Riman, o caro dì,
non congedarti!
Non tinger col rossor
occiduo il viso mio;
non mi baciar la man
col mesto raggio dell’addio!
Io t’amo, e tu non te ne andar da me!
Se tu m’abbandoni,
amato sol,
vanno lungi da me
alberi e fiori,
fonte, farfalle.
Tutti i fratelli
miei silvani a un tratto
piomban nel buio
più non rispondon
quando li chiamo:
è silenzio, notte e duol.
Sempre nel buio
i tuoi rami cercai;
stringendomi a te, t’accarezzai.
E nel blando sussurro,
nel vento notturno
tu cantavi per me
la luce del sole
che ogni dì piove dal ciel
sui taciti rami,
e la forza del suolo
che t’abbraccia il piè;
tu cantavi un cantico
più forte e gentil
di quel degli uomini.
O labbro amato!
(Si stringe con amore all’albero. Leucippo salta fuori da dietro all’albero. Dafne trasale)
Leucippo, tu?
LEUCIPPO
Sì, son io;
qui m’appiattai!
DAFNE
Non turbar la prece mia!
A me consanguineo
dell’albero è il Nume.
LEUCIPPO
Strana preghiera!
Strani fratelli!
Ma guarda me:
il tuo compagno,
non l’albero già!

DAFNE (con un tenero sguardo all’albero)
Assai più vicin
d’ogni altra cosa
quest’albero m’è!
(Si volge e bacia i rami)
LEUCIPPO
Che mi restò?
La legnosa bocca
del flauto mio!
Tu dai però tutti
i teneri baci tuoi
all’invido legno!
(Percuote i rami col flauto)

DAFNE (con rimprovero)
Leucippo!
LEUCIPPO
Giocammo spesso noi
qui da ragazzi.
Se udivi seguirti
del flauto il suon
lieta n’eri tu, Dafne!
Ma s’io ti volevo
nel bosco ghermir,
mi sfuggivi di man, Dafne!
DAFNE
Dimentica gli anni,
quegli anni d’infanzia!
Ch’io vada al padre!
LEUCIPPO
Lasciai la greggia,
nella valle calai.
Ed i fior m’udivano,
i tuoi fratelli, Dafne!
E facean tutti coro
alla mia dolente canzon!
I fiori, che amici le son,
piangon con me …
e Dafne mi sdegna!
DAFNE
Non sdegnai quel soave
flauto che ai giochi
m’attrasse già, come il vento
mite d’april!
Con lene soffio
ei bacia i fiori,
con impeto gaio
penetra nel bosco,
con melodia gentil
chiama anche me.
Non te io seguitai,
ma mio fratello,
il vento canor!
LEUCIPPO
Ed io … che mai ero per te?
Error fu che a te mi spinse
e che al mio flauto voce diè?
Gli Dei son nelle fonti sol, nei fiori,
non anche in me?

DAFNE (con molto sentimento)
Cos’eri tu?
Dei fiori il gentil rossor
dalle tue guance
mi salutava!
Del flauto il dolce suon rassomigliava
alla voce della fonte mia, i tuoi occhi
a quelli della sorella, dell’amica!
Se si bagnavano di pianto,
cercandomi, i tuoi occhi,
le tue lacrime brillavan terse,
facendo specchio ai roridi occhi miei!
LEUCIPPO
E … non più?
Dafne, solo un fiato, un alito,
spiro nel flauto mio,
ma n’esci tu viva,
qual dolce, nostalgico suon!
Da me fuggi
al par della veloce
Diana, la Dea!
Ma questo è finito,
più il flauto non s’udrà.
In me sento
urgere il Dio!
Ho in odio il mio flauto!
Io te voglio!
(Egli spezza il flauto)

DAFNE (contemporaneamente)
Sì, Leucippo:
il tuo flauto io l’amai,
come il vento canor
come il canto del ruscel.
M’alzavo nel ciel
sopra l’ali del suon,
e qual melodia
scorrevo nel pian,
al par della veloce
Diana, la Dea!
Ma questo è finito,
la tua mano or m’afferra
ardente e bramosa!
LEUCIPPO
Dafne, Dafne, io amo te!
(La abbraccia)

DAFNE (svincolandosi)
La festa estranea m’è!
LEUCIPPO
Essa all’amore
pur ti sforza,
casta Dafne!
Io resto sol!
(Esce rapidamente da sinistra)

DAFNE (fa alcuni passi verso casa)
Compagno, Leucippo …
estraneo sei!
(Seguendolo mestamente con gli occhi)
La luce a un tratto,
e te perdei!

(Già durante gli ultimi versi del duetto è apparsa Gea. Figura di donna in piena maturità, vestita di azzurro. Gea fissa intensamente Dafne. La chiama solo allorché le è vicinissima)
GEA
Dafne!

DAFNE (la scorge solo ora)
Madre!
GEA
A casa vien!
T’aspettiam.
DAFNE
S’affretta il piè
a seguirti.
Ma il cuore, madre,
restar vuole qua.
GEA
So il tuo ritegno:
in tutto ciò
che vive esso domina!
Ma vien il dì che il sacro
voler dei Numi
dischiude i nostri
cuori al rigoglio,
a me e a te,
e fa fiorire
in gran dovizia
l’intiera terra!

DAFNE (infantilmente)
Sarò più presso
agli alberi ed ai fiori?
Pari ad essi?

GEA (assai grave)
Arduo è il cammino
sopra la terra,
oscuro è il sacro
voler dei Numi!
Vedendoti aspra
l’amico trattar
e via cacciarlo
nel dì della festa…
io m’accorai, Dafne.

DAFNE (sempre infantilmente)
Da guida fammi, madre;
io t’obbedisco.
GEA
Figlia, un germoglio sei,
da me spuntato.
Fronda novella,
di fiori ancor priva!
DAFNE
E come i prati
a primavera
anch’io fiorirò?

(Due ancelle si avanzano solennemente, uscendo dalla casa. Ciascuna di esse porta con riguardo sulle palme delle mani abiti e gioielli femminili. Ad un cenno di Gea li offrono a Dafne)

GEA (sorridendo)
Prendi le vesti,
il tuo monil,
e lietamente
attendi la festa!

DAFNE (dopo breve riflessione)
Ch’io resti, madre,
com’io pei verdi
prati correvo,
e meno estranea
la festa m’è…
(Si affretta verso casa)

GEA (la segue pensierosa)
Mi sei estranea,
Dafne, figlia;
ma un dì gli Dei
ti faran ritornar
di nuovo alla terra!
(segue Dafne)

PRIMA ANCELLA (accompagnandole con gli occhi)
Ehi, così se ne va
la padroncina?
Né un’occhiata ai suoi
abiti dà?
SECONDA ANCELLA
Ehi, così se ne va
la casta Dafne?
Monil, gioielli,
li sdegna così?
PRIMA ANCELLA
Tu, veste gentil,
mai avvolger potrai
il dolce segreto!
Mai più ricadrai
sulle candide spalle!
SECONDA ANCELLA
Tu, bel monil,
mai puoi tu il soave
seno sfiorarle,
mai la chioma
di te la ornerai!

LEUCIPPO (ancora invisibile)
Chi irride me?
Chi mi vede
qual cencio vil,
qual veste già smessa?
PRIMA ANCELLA
Chi fa lamento?
SECONDA ANCELLA
Chi geme laggiù?
(Leucippo entra)
LE DUE ANCELLE
Egli è un pastore
che tarda alla festa!
LEUCIPPO
Ho in odio la festa,
ed il mio flauto
io l’ho spezzato!
PRIMA ANCELLA
Quel che arduo t’è
facile è a noi:
unger le sue membra
d’aromi ci è dato …
LE DUE ANCELLE
Dell’aria al par
intorno le siam,
vere sorelle …
ah, ah, ah, ah!
LEUCIPPO
Sparite, ombre lascive!
LE DUE ANCELLE
Odi pastore!
Non siam fanciulle!
Siamo sogni
labili noi,
che in spuma d’onda
si sciolgono poi!
Diam rivelazioni
ai caldi cervelli,
la festa adempiamo
senza duol, né rovelli!
Odi, pastore,
il nostro consiglio tu:
prendi il regal
e apprèssati a noi!
(Gli offrono vesti e gioielli)
LEUCIPPO
Io seguitarvi?
Stolta irrision!
LE DUE ANCELLE
Quel che non s’è
parer si può.
Tu l’otterrai:
scaltro è l’amor!

LEUCIPPO (ancora indeciso)
Frode e malìa …
Eppur come parlò
la mia amata barbara?
Del mio viso il lieve rossor
le rammentò quel dei fiori,
e specchio ai suoi molli occhi
le parve già il mio pianto?
Addio, spezzato mio flauto!
Ed ora a voi,
strane ancelle dell’amore, a voi …

(Le due ancelle lo abbracciano rapidamente, scoppiando a ridere. Tutti e tre escono a precipizio. La risata si spegne. Ultimo chiaror. Entra da destra, con dignità, Peneo, un uomo grave, robusto, dalla lunga barba, e Gea, circondati dai pastori)
PENEO
Siete qui tutti,
miei pastori?
I PASTORI
Qui siamo, padre.
S’attende la festa.

PENEO (scorgendo l’Olimpo)
Montagna possente!
Io ti scorgo laggiù!
Non t’annebbiano ancor
i fumi del tralcio fiorito!

I PASTORI (sorpresi, piano)
Cosa annunci tu?
Spiega il tuo dir!
PENEO
Splendida vista!
Lieto presagio!
Guardate tutti là
l’Olimpo rosseggiar!
La nube sopra la cima
fulgida del monte!
Là ancora il sole
non è scomparso!
Indugia ancora
Febo Apollo!
GEA
Fors’anche il ciel
vuoi tu scalare,
gran visionario?
PENEO
Madre, lo vedo,
vedo il suo volto!
Non più sui culmini star
voglion gli Eterni!
No, ritornan qua,
tutti al mio focolar,
al fratel negletto …
Dio fui un dì …
Dio fra Dei!
I PASTORI
Tu ci sgomenti!
Non far scongiuro!

PENEO (forte)
Sì, io lo vedo,
Febo Apollo!
Lauto un banchetto
imbandir voglio!
L’uva si sprema!
E fervido scorra
l’aureo vin!
Ma guarda: s’avanzan
a grandi passi …
attirati qua
dall’odor della carne;
dall’uva fragrante,
dal mosto nei tini!
E si siedon tutti
accanto al fratello
alla mensa di quercia
e a rider tornan
col brio d’altri dì,
alle mense dorate;
e scoppia tra i miei commensali,
ilare, piena, l’alta risata!
(Prorompe in una risata)

GEA (contemporaneamente)
Non tentarli così,
gran visionario!
Godi dell’opre
unito alla terra,
discreto e sereno,
e non bramar
dai Numi superbi
l’alta risata!

I PASTORI (contemporaneamente)
Padre, tu sfidi
dèmoni e Dei!
Piena è la notte
di strane figure!
Guarda, s’appressan già,
guarda, puniscon già
te, vecchio, e noi!
Già s’ode sarcastica
l’alta risata!

(Il suono della risata si ripercuote ovunque, come eco. I pastori si spaventano e si rifugiano in un folto gruppo presso Gea. Dall’uliveto esce un balenìo di luce rossa. Aapollo, vestito da pastore, si accosta al gruppo con semplice disinvoltura. Porta arco e faretra)

I PASTORI (gridano di paura)
Un dèmon! Un dèmon! Un Dio!
(Il frastuono cessa)

APOLLO (a Peneo)
Salute a te, saggio,
ed alla tua sposa!
Sia pace a tutti
nella tua casa!
PENEO
Salute a te sia
da tutti noi!
Che ti guidò …
(Un po’ incerto)
con sì strani indizi?

APOLLO (calmo)
Io sono un pastore
e pasco le mandre
a piè dell’Olimpo,
ove stanno gli Dei.
Cercavo un asil
per questa sera
coi miei garzoni
e tutto il bestiame.
Ma strano: veniva
un acre sentor
di grasso bruciato,
d’ardenti falò,
di mosto bollente
nei tini quaggiù,
in riva al fiume!
Ciò stuzzica al toro
talmente le nari,
ch’egli alle mucche
dà l’assalto!
Ed infuriato
tutte le fa
cader nelle onde!
Con l’unghie zompanti
le pietre frangendo,
con l’orrido soffio
i rami spezzando!
Preso alla fin
dai garzoni fu
con gran fatica;
la mandra anelante
di nuovo s’unì.
Là giace nel buio.
Me … vedi tu qui.

GEA (lieta, a Peneo)
Or vedi quel che hai sognato,
gran visionario!
Or vedi chi al tuo festin
attratto hai tu:
servi sudati,
mucche spaurite,
ed un toro in amor!

I PASTORI (liberati dall’ansia)
Un comune pastor
ed un toro in amor!
PENEO
Zitti, voi tutti!
(Ad Apollo)
Il benvenuto sii fra noi
Alla nostra festa!
(A Gea)
Tu, moglie mia,
manda la figlia,
perché abbia cura
del buon pastor!
(Gea va verso casa. I pastori si disperdono. Peneo li segue)

I PASTORI (andandosene)
Al nostro banchetto
invian gli Eterni
coi soliti scherni
un don perfetto:
un comune pastor
ed un toro in amor!
(Le risa si spengono giù, sulla riva. Apollo, rimasto solo, si guarda intorno; poi, tutto mutato)
APOLLO
Per qual ragion
in veste dimessa
la credula gente
trarre vuoi
tu in inganno?
Avvilito Iddio!
Tu pur arso d’amor!

(La luce è ora tutta diversa. Sorge la luna piena e diffonde sulla scena una magica nebbia vespertina. Dalla parte della casa appare Dafne, portando con tutt’e due le mani una coppa. La seguono in gruppo alcune ancelle che muovono lente e solenni fino al centro della scena. Là s’inchinano e tornano via. Dafne rimane)

APOLLO
Che vedo? Che appar laggiù?
Non è un miraggio?
Là nella nebbia?
Splende l’alta beltà!
Scuri e dell’ambra al par
brillano gli occhi!
Sorella … sorella … Diana sei?
Dov’è il seguito regale
delle tue ancelle
nella bianca scia lunar?
Perchè hai preso
quaggiù dimora?
Vieni a punirmi
da quell’umil capanna?
DAFNE
Non vogliono i Numi
ch’io ti punisca!
Mi manda il padre qui
ai cenni tuoi.
APOLLO
Salve sorella!
lo mi prostro a te!
(S’inginocchia)

DAFNE (smarrita)
Di me ti fai beffe …
ma suona sì dolce
al cuore sognante
sentirmi chiamar
da te sorella …

APOLLO (balzando in piedi)
Siimi sorella
in questo istante!
Dopo il giro più lungo
dell’estate
tu mi ricrea!
(Le tende ambedue le mani)

DAFNE (versandovi sopra la coppa)
Lenisce l’acqua:
la fluida vita
essa ha del sangue!
Del nostro pianto
ha la dolcezza …
(Gli toglie arco e frecce e li mette da parte insieme
con la coppa)
L’armi deponi!
Solo ti copra,
cerulo, questo mantel!
(Cinge le spalle di Apollo con un manto azzurro che portava ripiegato su un braccio. Il manto si svolge e ricade ampio sulle spalle di lui. Nello stesso tempo una strana luce avvolge il Dio. Sussurrando)
Che vedo?
Sei tanto possente,
buon pastore …
APOLLO
Dafne, che mi ricrei,
mi guardi or così?

DAFNE (alquanto diffidente)
E da qual cammin
reduce sei?
Spesso badai
greggi ed armenti
al pascolo anch’io!
(Dubitando)
Ma visto non t’ho mai!
APOLLO
Che posson, scrutando,
gli occhi mortali
scorger da lungi?
Sempre nel ciel
il carro di fuoco
sparge fulgor,
dai mondi eccelsi
guarda quaggiù!
Oggi dall’alto,
dal sommo del giro,
oggi scoprì
l’incantevole Dafne!
Fè strider forte
le ruote d’oro:
oggi stette!
Ed ogni distanza
si cancellò!
DAFNE
Strano parli
e pien d’enimmi!
Io però t’odo
Rapita … fratello!

APOLLO (con fuoco)
Fratello! Da cuore a cuor
un ponte lancia tal nome!
Allor che al vespro
del lungo dì
nella reggia purpurea
io scivolo stanco,
c’è un raggio ancor
nel terso ciel
che qui m’attrae,
in riva al Peneo:
Dafne, Dafne, gli occhi tuoi!
DAFNE
Ma quanto sai tu
del mio segreto!
Grave il distacco
m’era dal sole …
APOLLO
«Riman, o caro dì!»

DAFNE (con insistenza)
Dimmi, chi sei tu?
APOLLO
«Lungo il corso fu.
Resta ancora!»
DAFNE
Dimmi, che canti?
APOLLO
«Io t’amo, e tu non te ne andar da me!»

DAFNE (col più profondo sentimento)
Chi che tu sia, grandissimo!
Qual sasso che nel fiume
brilla e si svela al baglior del sole,
non posso nascondermi a te!
(Si abbandona, con commozione infantile, sul petto di Apollo)
APOLLO
Il giorno più lungo
per te non abbia fin!
Se tu mi segui,
le tenebre fosche più
non ti rapiscan gli amici!

DAFNE (abbracciandolo con giubilo)
O giubilo,
mai più sarò
nel duol della notte
scissa dai fiori!
APOLLO
Là sopra le cime
degli alberi amici
va Dafne col carro di fuoco!
Lei sposa d’un Dio or è;
luce e ardor sul mondo inter
spandere può!

DAFNE (contemporaneamente)
Non più nel buio
scroscia la fonte,
invisibile,
piena d’orror!
APOLLO
Per l’etere azzurro
di Dafne nella man
a scorrer vien,
fresca, la fonte!

DAFNE (come sopra)
Lei che m’eluse,
la fresca fonte,
mi sfuggì di man,
viene ora a me?

APOLLO (con la maestosità di un inno)
Ogni sensibile
forma di vita
loda la luce,
gode del sol!
Crescon fiori
a Dafne in man;
e ovunque traboccano
fiori, bestie, fonti,
d’ebbra felicità
e d’inni giocondi!
Sì Dafne splende,
sì Dafne raggia,
vien amata la fulgida
Dafne così!

DAFNE (al colmo del giubilo)
Con quale abbandon
io l’anima t’offro!
Che luce nel cuore!
Fratello … fratello!

(Egli la stringe a sé così ch’ella si sommerge interamente nell’azzurro del manto. Dafne si scioglie dall’abbraccio del Dio e fugge in preda al massimo smarrimento)

DAFNE
Questo bacio … quest’abbraccio …
ti svelano: fratello!

APOLLO (forte)
Io t’amo già, Dafne!

DAFNE (in un soffio)
Entrato sei
nei sogni miei …

APOLLO (come sopra)
Al bando i sogni!
Porto il vero!

DAFNE (un po’ più forte)
Legata m’hai
a questo luogo …
Nei tuoi amplessi
io soffocai …
(La luna si è nascosta. Oscurità completa. Non si scorgono che le due figure)

CORO (invisibile, lontano)
Tu Dioniso
che risusciti
dà ebrietà!
Dacci amore,
Afrodite!

APOLLO (avvicinandosi, in un sussurro)
Odi tu, Dafne,
odi tu quel canto?
Sai tu il poter
del tralcio fiorito?
Osi negarti
alla festa d’amor?
DAFNE
Tutto qui
m’è così alieno!
È Leucippo,
è il mondo inter
tenebre e gel …
(Più forte)
ma tu:
estraneo fra tutti!
APOLLO
T’inganni, ahimè,
Dafne, diletta!
Sì presso al sol
a cui tu aneli,
poichè io t’amai, Dafne,
non dir di no!

(Divampa una luce rossa. Fiaccole da ogni parte.
Apollo riprende le sue armi; bacia la coppa e la getta in disparte. Dal folto del bosco escono da ogni lato i Pastori con fiaccole. Peneo li precede. Tra essi, le maschere. Contemporaneamente, dalla parte della casa si avanza un corteo di donne con anfore e otri sul capo. Le precede Gea con un canestro di frutta. I due cortei s’incontrano sulla scena. Dafne si rifugia al fianco di Gea, mentre Apollo si ritrae fra gli uomini)


PENEO (maestosamente)
Fiori sbocciar fa Dioniso
da per tutto in riva al Peneo,
perchè un dì da questo amor
il suo sangue sgorghi, il suo vin!
(Gea gli porge il canestro; Peneo distribuisce il vino)
I PASTORI
Fiori sbocciar fa Dioniso,
perchè un dì da questo amor
il suo sangue sgorghi, il suo vin!

(I pastori si sono disposti a destra sull’altura, circondati dai portatori di fiaccole, serviti dalle donne. Si mangia senza bere. Tra il coro si fanno avanti le maschere. Sono pastori che, con pelli rovesciate e maschere di montoni, – come nelle pitture sui vasi, – eseguono sul proscenio una danza sfrenata)

CORO (assistendo allegramente)
Donne, in guardia!
Li ha tutti invasati
il Dio del vino!

(Un corteo di fanciulle, in parte con tirsi cinti di fiori, in parte con coppe ricolme, entra. Quelle coi tirsi sono quasi svestite, quelle con le coppe sono tutte paludate di vesti e gioielli, ed hanno velato anche il viso. Ultimo nella loro fila è Leucippo travestito. Dopo un breve girotondo delle portatrici di Tirsi, gli uomini mascherati da montoni si slanciano in avanti e s’impadroniscono delle baccanti)


CORO (assai divertito)
O dèmoni buoni!
La sorte ci arrida!
Beati i montoni!

(Le fanciulle con le coppe si avanzano verso i pastori e li invitano a bere. Essi bevono con le fanciulle. Leucippo si avvicina con gesti invitanti a Dafne)
GEA
Bevi, tu figlia!
La madre terra
lo benedice!
Con questo vin
lieto ritorno
alla terra farai!
(Leucippo offre la coppa a Dafne)

PRIMA ANCELLA (fra sé, contemporaneamente a Gea)
È Dafne tal quale!
C’è da scambiarlo!

SECONDA ANCELLA (come l’altra)
Ottien ora ciò
che mai non osò!
DAFNE
Da dove giungi,
o sconosciuta,
che all’abito mi sei
uguale, e che m’attrai
con tanto mistero
verso di te?
(Beve)
PRIMO PASTORE
Somiglia a Dafne!
TERZO PASTORE
Un’ancella è costei
od una figlia del cielo?

(Leucippo invita Dafne con un cenno a seguirlo nella danza. Le altre fanciulle che hanno offerto le coppe fanno altrettanto coi loro compagni ebbri)
I PASTORI
Noi pure balliam
in gloria del giovin Dioniso!
Dioniso!
(Dafne sta indecisa. Davanti a lei, Leucippo che la attira)

GEA
Se d’intrecciar
le sacre carole
hai voglia tu, figlia,
non m’opporrò!
DAFNE
Solo, perché
uguale mi sei,
l’immagin mia
nella chiara fonte
parendomi tu …
sol perché mi specchio in te …
voglio seguirti …
(Lenta danza ieratica)

I PASTORI (con gli occhi fissi sulla coppia)
Son grandi i Numi,
ricchi i prodigi! Dioniso!

APOLLO (prorompendo)
Orrido oltraggio al Dio!

TUTTI I PASTORI (alla rinfusa)
Cosa dice?
Quell’insolente?
Corrusco d’armi
al nostro culto
degli alti Numi?
APOLLO
Cosa vi dico?
Zimbello voi siete
d’un ciurmadore!
S’inganna la figlia
del pescatore,
ed è la festa
offesa al ciel!
(I pastori insorgono come un sol uomo e minacciano Apollo. Leucippo e Dafne vengono così sospinti verso il fondo)
PRIMO PASTORE
Vuoi tu beffarci?
I PASTORI
Ben detto, Adrasto!
PRIMO PASTORE
Getta quell’armi!
I PASTORI
Vuoi minacciar?
SECONDO PASTORE
Via se ne vada
quell’intruso!
(Minaccia Apollo col suo bastone)
I PASTORI
Se tanto vali,
un segno dacci!
(Apollo è spinto dai pastori fin sull’orlo della scena. Essi gli strappano il manto. Invano Peneo e Gea cercano di farsi sentire)

I PASTORI
Un segno, un segno,
nel nome del Dio!
APOLLO
Volete un segno?
E voi l’avrete!
All’ospite rubate
e l’infame vi sfugge!
Il ciurmadore vi salvi!
(Scaglia il suo arco nell’aria. Un tuono sommesso, ma percettibile. I pastori rimangono esterrefatti)

SECONDO PASTORE (ch’è rimasto del tutto nello sfon-
do, chiaramente)
Tempesta! Tempesta!
PRIMO PASTORE
Gli addiacci aperti!
TERZO PASTORE
I greggi dispersi!
QUARTO PASTORE
Fuggiti alla riva!
PRIMO, TERZO e QUARTO PASTORE
Tutto è perduto!
SECONDO PASTORE
Son guaste le nozze!
PRIMA ANCELLA
Or grave è il rischio!
SECONDA ANCELLA
Fuggiamo insieme!
(Entrambe via. Si alza più forte che mai il rumorio confuso del gregge. Tuono)
TUTTI I PASTORI
Guarda, ci attorniano
dèmoni oscuri!
Padre, aiuto!
PENEO
Presto, via, uomini!
Scampo, scampo!
GEA
Via, fanciulle!
Scampo, scampo!

(Terzo più forte colpo di tuono. Tutti fuggono in disordine. Crepuscolo incerto e temporalesco. Apollo, Dafne e Leucippo rimangono soli in scena)

APOLLO (irosamente)
A te, ora, ragazzo!
Con inganno insinuato
ti sei alla festa del Nume,
che m’è fratello,
volendo rapirmi
la fulgida Dafne!

LEUCIPPO (si strappa da sé le vesti da donna)
Sì, lo confesso!
Io son Leucippo!
L’inganno cessò,
dacchè mi scopro!
Me d’ogni colpa
libero so!
Io Dafne cercai
con maschia forza!
Ormai disprezzo
la maschera vile
e i cenci femminei!
Chè meglio accolsi
il Dio nel mio sen,
quando bevvi con lei
il suo forte licor:
Dioniso!
(A Dafne)
Di Dioniso in nome,
servi la festa
e lascia costui!
Di Dioniso in nome:
di nuovo a te
offro il mio amore!
Di Dioniso in nome,
seguimi, diletta,
sii sempre con me!

DAFNE (si copre dolorosamente il viso)
Ognun m’ingannò!
E il fido compagno,
e pure chi
fratel si diceva!

APOLLO (irosamente)
Sulle inconscie labbra
han sempre
nomi di Dei,
né vedono il Dio!

LEUCIPPO (affronta fieramente e apertamente Dafne)
Basta!
(Ad Apollo)
Ma dimmi tu
che hai tanto ardir
d’insolentirci
e poi schernir:
perché dunque,
tu vano, forte,
da mandriano
sei travestito?
La maschera strappa
via dal viso!

APOLLO (lottando con se stesso)
Uomini … uomini …
a che spingete il Dio?

LEUCIPPO (afferra Apollo per le spalle)
Quegli abiti getta, falso pastor!
APOLLO
Dafne … diletta,
non far ch’io mi sveli!
Niuno regger qui
al ver potrà!
LEUCIPPO
Lotta con me,
se tu lo puoi!

DAFNE (con grandezza e sincerità)
Poiché del sol
parlato m’hai,
poiché sai che il sol
è il mio vero amore,
poiché tu leggi
dentro il mio cuore,
il ver non celarmi!
APOLLO
Vuoi tu il vero?
DAFNE
Fa oramai
piena ammenda!

APOLLO (in tono poderosamente rapsodico, alzando al cielo le braccia)
Il vero?
Ogni santa mattina
stringo le briglie,
salendo sull’aureo
carro di fuoco!
Al galoppo
io lancio i cavalli!
Trascelgo nel buio
(Estrae una freccia dalla faretra)
uno stral, come qui!
Poi tendo il mio arco,
(Tende l’arco)
come ora fo …
Sopra gli eccelsi ghiacci dei monti,
sopra l’intermine verde pian,
sopra l’incendio del mar
vola il mio stral!
(Toglie di nuovo la freccia dall’arco)
Or esultate, Dei e mortali
con l’orbe intero:
il Sol
vedete in me!

DAFNE (in preda alla più alta commozione)
È come se
cantassi tu
quel che il mio amore già
porta nel mondo inter …
eppur non ti comprendo!
LEUCIPPO
Io lo comprendo ben:
mentitore!

APOLLO (ha ancora in mano l’arco e la freccia)
Che vuoi, ragazzo?
Fuggi, se puoi!

DAFNE (in ginocchio)
O voi, veri amici,
or m’aiutate!
Or mi soccorri,
luce diffusa
sopra le cime,
sopra le acque!
APOLLO
Dafne, chi invochi,
e non vedi
il vero sol?

LEUCIPPO (costretto ad indietreggiare davanti all’arco)
Difendimi, Dafne,
danzato hai con me
al culto del Dio!

DAFNE (come inchiodata sul posto)
Non sta più in me!
Gli è noto il segreto
del cuore mio:
la luce egli è!

APOLLO (abbassa l’arco)
Alfin mi ravvisi!
Segui l’Iddio!

DAFNE (come riscotendosi, forte)
Però non le fiamme!
LEUCIPPO
Grazie, diletta!
(Ad Apollo)
Dannato sii tu!
(Apollo alza subito l’arco e fa scoccare la freccia. Lampo e tuono. Leucippo vacilla e cade nel fondo. Dafne resta lì, immobile)

DAFNE (riscotendosi lentamente dall’immobilità)
Che m’abbagliò?
Forse fu il sole?
No … non fu già … il sole …
Un lampo fu!
(Va con passi barcollanti verso il fondo e vi scorge il caduto)
Leucippo!
(Si getta su di lui)

LEUCIPPO (debolmente)
Dafne … compagna …
io d’amarti osai
e fui ucciso
per man d’un Dio …
(Muore)
DAFNE
Sventurata Dafne!
Poi che un Dio t’amò,
egli qui muore!
O mio Leucippo!
Diletto compagno!
S’ode di nuovo
il flebile flauto.
Ma non m’illudono più
del vento i giochi,
so finalmente
quel che hai sofferto,
or dice il flauto
qual fu il tuo cor! …
O mio Leucippo!
Rea son io
che non t’ho seguito!
Per giochi infantili
soffrir t’ho fatto
e gemer il flauto …
Più rea ancor,
perché a lui io mi volsi,
al Folgorante,
anziché pregarlo
che ci abbandonasse,
noi prole umana,
e pio seguisse
le strade celesti
dei Numi immortali …
Ma più che mai rea,
chè non t’ho difeso,
né a lui mi diedi
per suo capriccio
e mia perdizione …
né t’ho salvato
col mio candore …
diletto compagno!
Ascolta, mio Leucippo:
tutte le cose più care
offrir ti voglio,
tutti i miei giochi,
mia gioia infantil!
Ho nella man
l’acqua di fonte
per tergerti il capo,
la bianca fronte!
Le vispe farfalle
volteggin su te
per adornarti
di bei colori!
E tutti i fiori
che più m’eran grati
con amorose
trepide mani
spargo su te,
o mio diletto,
per la tua festa
e il funeral! …
Io intanto, povera Dafne,
vo’ rannicchiarmi
presso i tuoi piedi
in grave lutto,
in duol profondo,
e attender … prona …
finché mi chiamin
gli Dei superbi
che t’han ucciso
e amato me!
(Si accascia)

APOLLO (immerso nella contemplazione di lei)
Cosa vedo mai?
Casta bellezza!
Che odo mai?
Qual melodia?
Dei siamo ancora?
O da tempo ci oscura
degli uomini il cuore,
o da tempo vinti siam
da tal purezza?
Numi! Sommi
fratelli d’Olimpo!
Il fratello
colpevole udite!
Non solo ho ucciso qui
un mortale,
ho ucciso pure
la più innocente,
più limpida purezza!
Oggi, Dioniso,
invisibile
tu sei rimasto;
ché io, io stesso
della tua forza
m’avvalorai!
Puoi perdonarmi
ch’io t’abbia ucciso
il tuo fedel seguace
da te pervaso?
Ch’ei salga a te
nei tuoi dominii,
rallegri il flauto suo
danze stellari!
Ma tu, possente,
altissimo Padre,
Zeus Cronide!
Puoi perdonarmi
ch’io m’ingerissi
nel tuo intimo regno
d’eccelsa natura,
anziché sorvolarlo
con l’igneo carro?
(Inginocchiandosi, maestosamente)
Tu mi ridoni
quella che amai
e tanto offesi,
la ninfa innocente!
Non più qual donna,
qual la cercavo
nel mio accecamento!
Adempi il suo amor,
adempi il suo sogno!
In eterno
verdeggiante
fa che innalzi
tra gli alberi amici
le foglie e i rami
al nostro ciel!
Trasforma tu
la mia Dafne
nel lauro divino,
ed io voglio porlo
in sommo onore!
(Si alza, scongiurando. Si fa sempre più buio)
Servi, mutata
in albero, Dafne,
l’eterno fratello
Febo Apollo!
Che da sempre t’amò
per l’eternità!
Or egli da te stacca,
sorella, il ramo
verde in eterno
ed un serto ne fa!
A chi s’affatica
per conquistarti
tu la fronte
sfiori soltanto,
ai fidi del Dio,
ai prodi in battaglia
e ai nobili in pace!
(Apollo scompare. Oscurità completa. Dafne si scuote e si affretta verso il fondo. A un tratto resta inchiodata sul posto)

DAFNE
Son vostra … son vostra …
verdi fratelli …
Dolce linfa
fluisce in me!
Alla luce
i rami e le foglie
protendo già!
(Dafne non si vede più. Al suo posto sorge l’albero)

LA VOCE DI DAFNE
Apollo! Fratello!
Ho … già … le fronde …
Vento … vento …
gioca con me!
Garruli nidi
ospiterò …
Uomini … amici …
Dafne prendete … qual segno …
d’amore immortale …
(La luce lunare si è diffusa su tutto l’albero. La voce di Dafne continua ad uscire dai suoi rami.)

Il sipario cala lentamente.
(Versione ritmica dal tedesco di Rinaldo Küfferle)


(1) Testo tratto dal programma di sala della Fondazione Teatro La Fenice di Venezia,
Venezia, Teatro La Fenice, 9 giugno 2005

I testi riportati in questa pagina sono tratti, prevalentemente, da programmi di sala di concerti e sono di proprietà delle Istituzioni o degli Editori riportati in calce alle note.
Ogni successiva diffusione può essere fatta solo previa autorizzazione da richiedere direttamente agli aventi diritto.

Ultimo aggiornamento 4 settembre 2012
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Questo testo scritto da Terenzio Sacchi Lodispoto è di proprietà di © LA MUSICA FATTA IN CASA che ne autorizza l'uso, ed è stato prelevato sul sito htpp://www.flaminioonline.it